Neue Mitbewohnerinnen

Zwei neue Giraffen in der Stuttgarter Wilhelma

Zwei Giraffen gehen durch das Gehege in der Wilhelma Stuttgart.
+
Seit rund einer Woche durchstreifen die neuen Netzgiraffen-Kühe Nyiri (rechts) und Sala gemeinsam die Außenanlage der Wilhelma.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
    schließen

Kaum hat die Stuttgarter Wilhelma wieder geöffnet, erleben die Besucher eine Überraschung: Zwei neue Netzgiraffen mit den Namen Sala und Nyiri leben nun im Zoologisch-Botanischen Garten.

Stuttgart - Auf ihren langen Beinen gehen sie grazil durch das Gehege in der Wilhelma: Die Giraffen-Damen Nyiri und Sala leben seit rund einer Woche im Zoologisch-Botanischen Garten der Landeshauptstadt Stuttgart. Hier leisten sie dem fast 21-jährigen Hanck und seiner acht Jahre jungen Tochter Anna Gesellschaft. Dabei konnten die neuen Netzgiraffen zuerst einmal die Ruhe genießen, denn die Wilhelma hat aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg erst wieder seit dem 28. April geöffnet.

Auf einmal vier Giraffen in der Afrika-Anlage der Wilhelma Stuttgart zu sehen, war wohl für viele Besucher eine Überraschung, als sie nach einer coronabedingten Schließung vergangene Woche wieder in den Zoo kommen durften. Die Giraffen-Damen Sala und Nyiri kommen ursprünglich aus dem Kölner Zoo. Wie es in einer Pressemitteilung der Wilhelma heißt, wird im Zoo Köln jedoch gerade das Giraffen-Gehege umgebaut. Deswegen durften die 21-jährige Nyiri und die vierjährige Sala nun ins Schwabenland ziehen.

Wilhelma Stuttgart: Die Giraffen Hanck und Anna bekommen neue Mitbewohnerinnen - Sala und Nyiri

Während auf der Instagramseite der Wilhelma Stuttgart bisher Hanck und Anna für Fotos posierten, kommen nun zwei weitere Langhälse hinzu: Sala und Nyiri. Bei der Zusammenführung der vier Giraffen zeigten sich Hanck und Anna sicher. Sie waren neugierig, was die neuen Mitbewohnerinnen betrifft. Auch Giraffenkuh Nyiri hatte Interesse an den neuen Artgenossen: Schon kurz nach ihrer Ankunft in einem Spezialtransporter streckte sie den Kopf über die Abtrennung des Stalls hinweg und lernte so die beiden schwäbischen Netzgiraffen kennen.

Zurückhaltender nach ihrer Ankunft in der Wilhelma Stuttgart war die junge Giraffe Sala. Mit ihren vier Jahren hat sie noch nicht so viel Lebenserfahrung wie ihre Artgenossen. Nach der langen Anreise aus Köln war sie zunächst zurückhaltender - immerhin traf sie nicht nur auf die anderen Langhälse, sondern auch auf neue Pfleger und eine unbekannte Umgebung. Doch Sala hat sich, wie Nyiri, bereits gut eingelebt und streift gemeinsam mit ihr und Anna durch das Außengehege der Afrika-Anlage. Nur Giraffen-Bulle Hanck muss noch eine Weile im Vorgehege bleiben - die Neuankömmlinge suchen aber schon jetzt immer wieder seine Nähe.

Wilhelma Stuttgart: Gibt es bald Nachwuchs bei den Giraffen?

Noch wird der Wilhelma-Bulle Hanck von den beiden Kühen aus dem Kölner Zoo getrennt gehalten. Nyiri (rechts) und Sala suchen aber bereits seine Nähe.

Die Wilhelma zählt zu einer der Sehenswürdigkeiten von Stuttgart. Hier können Besucher außergewöhnliche und seltene Tierarten sehen. So beispielsweise die kleinsten Affen der Welt. Die Giraffenherde ist eine weitere Attraktion in der Wilhelma. In den vergangenen Jahren hat sie sich jedoch reduziert, heißt es vonseiten des Zoologisch-Botanischen Gartens. Die letzte Nachzucht, der dreijährige Dschibuto, war 2018 in den Parc Animalier d’Auvergne in Frankreich umgezogen. Die Kuh Kiburi war im Jahr 2019 unerwartet gestorben: Mit ihren 15 Jahren litt sie an einem äußerlich nicht erkennbaren Krebstumor.

Da die Wilhelma Stuttgart nun Zuwachs aus dem Zoo in Köln bekommen hat, kann die junge Anna Ende Mai in den Odense Zoo in Dänemark umziehen. So empfiehlt es das Europäische Erhaltungszuchtprogramm. Denn in Dänemark kann Anna gegebenenfalls Nachwuchs bekommen. In Stuttgart ist das nicht möglich, da der Giraffen-Bulle Hanck ihr Vater ist.

Wilhelma Stuttgart: Die Netzgiraffe steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten

Die Weltnaturschutzunion IUCN zählt Giraffen seit 2016 zu den bedrohten Tierarten auf der Roten Liste. Deren Bestände sind in den vergangenen 30 Jahren um rund 40 Prozent geschrumpft: Von der Netzgiraffe gibt es in ihrem Verbreitungsgebiet, dem Nordosten Kenias, den angrenzenden Teilen Süd-Somalias und möglicherweise dem Süden-Äthiopien, nur noch weniger als 4.700 Tiere.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare