Wetterdienst warnt

Baden-Württemberg: Hitzetage und tropische Nächte sorgen für erhöhte Gefahr - Stadt Stuttgart reagiert

  • Anna-Lena Schüchtle
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Mit Temperaturen von mehr als 30 Grad sind Freitag und Samstag die vorläufig heißesten Tage des Jahres. Nachdem der Juli jedoch besonders trocken war, entstehen durch Hitze und tropischen Nächte große Gefahren für Baden-Württemberg und seine Landeshauptstadt Stuttgart.

  • Freitag und Samstag gibt es in Baden-Württemberg und Stuttgart Höchsttemperaturen von zum Teil weit mehr als 30 Grad.
  • Das Wetter im Juli war laut Deutschem Wetterdienst sehr trocken. Es fiel nur wenig Regen.
  • Durch Hitze und Trockenheit entsteht in Baden-Württemberg ein erhöhtes Risiko für Waldbrände. Die Stadt Stuttgart reagiert bereits auf die Gefahr.

Stuttgart - Der Südwesten wird derzeit von einer Hitzewelle überrollt, die Baden-Württemberg und dem Wetter in der Landeshauptstadt Stuttgart die bislang heißesten Tage des Jahres beschert. Auf der Temperaturskala markieren Freitag und Samstag bundesweit den Höhepunkt eines warmen und sonnenreichen Julis, in dem noch dazu zu wenig Niederschlag in Stuttgart wie im ganzen Südwesten fiel.

Insgesamt war es viel zu trocken und die Luftfeuchtigkeit in Stuttgart und in Baden-Württemberg gering. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) bekannt gibt, lag die Temperatur im Mittel bei 18,8 Grad. Bundesweit hatte der Südwesten mit 285 Stunden die sonnenreichste Zeit. Das gilt insbesondere für das Wetter am Oberrhein, im Kraichgau und in der Region Stuttgart mit bis zu 320 Sonnenstunden.

Wetter: Wenig Niederschlag im Juli sorgt für Trockenheit - Stuttgart reagiert auf Gefahr

Baden-Württemberg: Am Freitag und Samstag steigen die Temperaturen auf über 30 Grad.

„Vor allem im Südwesten machen die Hundstage ihrem Namen vorübergehend alle Ehre“, zitiert die Deutsche Presseagentur Jens Bonewitz von der Wettervorhersagezentrale. Das Wetter in Stuttgart und Region erreicht Rekordwerte. Tagsüber sollen am Freitag mit bis zu 38 Grad am südlichen Oberrhein und 31 Grad im Bergland immer Höchsttemperaturen erreicht werden. Am Abend besteht im Südosten zudem die Gefahr von Schauern und Gewittern. Nach heißen Tagen müssen sich die Menschen in Baden-Württemberg und Stuttgart Freitag und Samstag noch dazu auf tropische Nächte einstellen - also Nächte, in denen es nicht kühler als 20 Grad wird.

Das extreme Wetter in Stuttgart und Region hat Folgen. Unter der Hitze und Trockenheit müssen derzeit nicht nur die Menschen und Tiere, sondern auch die Landwirtschaft leiden. Regen gab im Juli sehr wenig. Laut DWD, fiel mit 40 Litern pro Quadratmeter weniger als die Hälfte des vieljährlichen Mittels in Baden-Württemberg. Das hat auch zur Folge, dass durch das heiße Wetter die Waldbrandgefahr angestiegen ist. In Stuttgart wurden bereits alle öffentlichen Grillplätze gesperrt, da die Stadt aufgrund der Hitzewelle von der Waldbrandstufe 5 ausgeht - das ist die höchste Stufe, die auf eine sehr hohe Gefahr hinweist.

Im Wald gelte in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg deshalb ohnehin ein generelles Rauchverbot von März bis einschließlich Oktober, wie Dr. Matthias Holzmann vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF) erklärt. „Auch das Feuermachen im Wald ist grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme bilden normalerweise die offiziellen, eingefassten Feuerstellen auf den Grillplätzen der Stadt Stuttgart - im Stadtwald und in den Grünanlagen. Die hohe Waldbrandgefahr macht aktuell aber eine Sperrung dieser Anlagen zwingend erforderlich.“

Hitzewelle: Überfüllte Badeseen trotz Coronavirus - in der neuen Woche kühlt das Wetter ab

Die sommerlichen Temperaturen führen immer wieder zu starken Gewittern. In der Gegend um Gaildorf ereignete sich etwa ein schweres Unwetter, das massive Schäden verursachte. Am Samstag besteht ein erhöhtes Risiko für Schauer und Gewitter von Westen her. Danach kühlt es laut DWD spürbar ab. Mit Höchsttemperaturen von 22 bis 27 Grad startet das Wetter in Baden-Württemberg und Stuttgart wechselhaft in die neue Woche.

Bis dahin gilt für die Menschen trotz Hitze immer noch, die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus einzuhalten. Bei hohen Temperaturen zog es in den vergangenen Wochen Tausende an Badeseen. Weil es dort und im Freibad jedoch nicht so viel Platz gibt, suchen sich einige auch nicht ausgewiesene Badestellen an Seen, Teichen und Flüssen. Dass kann jedoch unter Umständen lebensgefährlich sein. Die hohen Temperaturen bergen zudem eine weitere Gefahr, denn sie sorgen dafür, dass eine längst vergessene Bedrohung aus den 90ern zurückkehrt.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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