Wunsch nach Aufwertung sozialer Berufe

Warnstreiks in Kitas - Stuttgart und Ulm betroffen

Ein Erzieher einer Kindertagesstätte sitzt mit einer Verdi-Weste bei einem Warnstreik.
+
Ein Erzieher einer Kindertagesstätte sitzt mit einer Verdi-Weste bei einem Warnstreik.

Ist die Kita zu, haben die Eltern ein Problem. Sie müssen eine alternative Betreuung für das Kind organisieren. Das ist nicht immer leicht.

Stuttgart (dpa/lsw) - Von den Warnstreiks in den Kitas sind am Donnerstag vor allem Eltern in Stuttgart betroffen. Die Gewerkschaft Verdi rechnet damit, dass ein Großteil der 183 Kitas geschlossen bleibt, wie ein Sprecher mitteilte. In Ulm seien gleichfalls die Erzieher und Erzieherinnen zum Warnstreik aufgerufen.

Verdi-Landeschef Martin Gross sagte: «Soziale Arbeit schafft Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.» Die Entlastung und Aufwertung von sozialen Berufen, die deshalb alle in Politik und Gesellschaft für absolut richtig und wichtig hielten, falle nicht vom Himmel. «Sie muss leider erkämpft werden.» Eine gerechtere Bezahlung lehnen die Arbeitgeber ab, für die enormen Belastungen böten sie nur Pflaster statt echter Entlastung.

Ziel ist es laut Gewerkschaft, im Tarifkonflikt den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die dritte Verhandlungsrunde ist Mitte Mai geplant. Weitere Warnstreiks sind am Freitag noch in Crailsheim, Kupferzell, Schwäbisch Hall und Karlsruhe geplant, wie Verdi berichtete.

Die Arbeitgeberseite hatte die Warnstreiks in der Vergangenheit regelmäßig kritisiert und erklärt, man sei in konstruktiven Verhandlungen. Verdi fordert für die bundesweit rund 330 000 betroffenen Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und eine höhere Eingruppierung vieler Mitarbeiter.

In Baden-Württemberg sind nach Angaben der Arbeitgeber rund 50 000 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst betroffen. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 16. und 17. Mai in Potsdam geplant.

Kommentare