Tariferhöhungen und Sondertickets

Corona-Folgen für Bus und Bahn: Mancherorts steigen jetzt Ticketpreise

Eine Stadtbahn der VVS fährt in die Haltestelle Pragsattel in Stuttgart ein.
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Die Tarife für Bus und Bahn haben sich in Stuttgart kürzlich geändert.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Wegen der Homeoffice-Pflicht waren viele Menschen länger nicht mit Bus und Bahn unterwegs. Unsere Übersicht zeigt den aktuellen Stand über die Tarife der Verkehrsverbünde im Land - und wo Preiserhöhungen anstehen.

Stuttgart/Karlsruhe/Heidelberg - Verkehrsverbünde im Land müssen aktuell mit den Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg kämpfen. Wegen der Homeoffice-Pflicht sind Bus und Bahn deutlich leerer als sonst, viele Kunden verzichten auf Jahrestickets und Co. Finanzhilfen vom Land unterstützten die Verbünde, ihre Kunden zu halten. So gab es beispielsweise das Schülerticket in Baden-Württemberg im April gratis.

Auch in diesem Jahr sind die Verkehrsverbünde auf finanzielle Hilfen angewiesen. Ebenso drohen mancherorts im Land Tariferhöhungen für Kunden - oder sind bereits in Kraft getreten. Wir haben den Überblick über Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim.

Karlsruhe: Verkehrsbund KVV will Fahrpreise im Sommer deutlich erhöhen

In Karlsruhe werden die Preise für den öffentlichen Nahverkehr noch in diesem Jahr deutlich steigen. Das geht aus einer Vorlage zur kürzlichen Kreistagssitzung hervor. Zwar hat der Karlsruher Verkehrsbund (KKV) noch keine konkreten Zahlen genannt, will diese jedoch in Kürze bekannt geben. Gegenwind bekam der KVV von der CDU/Junge Liste-Fraktion im Karlsruher Kreistag: „Eine unangemessene Fahrpreiserhöhung kann den vielen Fahrgästen im Raum Karlsruhe, insbesondere in der aktuellen Lage, nicht zugemutet werden“, sagte André Jackwerth, Sprecher für öffentlichen Nahverkehr, den Badischen Neuesten Nachrichten.

Jackwerth sieht die geplante Fahrpreiserhöhung in Karlsruhe als „völlig falsches Zeichen“. So müsse man vielmehr überlegen, wie man durch die Pandemie verlorene Fahrgäste in den kommenden Jahren wieder zurückgewinnen könne. Die Kreisverwaltung hingegen hält die Erhöhung angesichts der Inflation für berechtigt.

Stuttgart: Tariferhöhung bereits seit dem 1. April 2021 in Kraft

Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart müssen Kunden seit Anfang April mehr für Bus und Bahn bezahlen als bisher. Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) hat die Fahrpreise 2021 um rund 2,66 Prozent erhöht. Zudem hat der VVS ein Homeoffice-Ticket für den Nahverkehr eingeführt. Dabei handelt es sich um ein 10er-Tagesticket fürs Handy. Fahrgäste können sich das Paket über die VVS-App herunterladen und bekommen dafür einen Rabatt von 21 bis 25 Prozent im Vergleich zum normalen Tagesticket. Dabei entscheiden sie selbst, an welchem Tag im Monat sie die zehn Tickets nutzen. Auch, wann der Zeitraum starten soll, dürfen die Kunden frei wählen.

„Mit diesem flexibel einsetzbaren Ticket haben wir nun kurzfristig eine attraktive Alternative für Kunden, für die sich ein klassisches Abo nicht mehr lohnt“, erklärte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. „Wir möchten mit dem neuen Angebot durchaus auch Neukunden gewinnen, denn wir schließen damit die Tariflücke zwischen dem Gelegenheitsverkehr und dem klassischen Zeitticket.“ So schaffe man auch einen „Anreiz für Menschen, die selten fahren, öfter in Bahnen und Busse zu steigen“, ergänzt Geschäftsführerkollege Thomas Hachenberger.

Heidelberg und Mannheim: Fahrpreise bleiben stabil

Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN), der die Gebiete rund um Mannheim und Heidelberg abdeckt, plant aktuell keine Tariferhöhungen. „Seit des Ausbruchs der Corona-Pandemie haben wir die Fahrpreise nicht erhöht“, bestätigt Robert Katzer vom Bereich Marketing und Tarif im Gespräch mit BW24. „Wir wollen die Tarife nicht unnötig erhöhen, um nicht noch mehr Kunden zu verlieren.“ Seit der Tarifänderung im Januar 2020 hat sich hier dementsprechend nichts an den Fahrpreisen geändert.

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