US-Wahl 2020

„Ungeheuerlich“: Innenminister von Baden-Württemberg sagt, Trump bedroht Werte der westlichen Welt

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Noch sind nicht alle Stimmen der US-Wahl ausgezählt. Donald Trump erklärte sich trotzdem schon zum Sieger. In Stuttgart löst sein Verhalten Unverständnis aus.

Stuttgart - Auch in der Politik in Stuttgart wird die Wahl des US-Präsidenten mit Spannung verfolgt. Doch während sich die Bundesregierung mit Bewertungen bislang zurückhält, werden Politiker in Baden-Württemberg angesichts des Ablaufs der US-Wahl deutlicher.

Der Ex-Kretschmann-Vize sagte bei einem Trump-Sieg ein düsteres Szenario für Deutschland vorher: Nils Schmid prophezeit dem Verhältnis der beiden Nationen dann eine „Eiszeit“. Ministerpräsident Winfried Kretschmann machte ebenfalls keinen Hehl daraus, wem er einen Wahlsieg wünscht. Angesichts der wirtschaftlichen Beziehungen hofft Winfried Kretschmann auf Joe Biden als neuen US-Präsidenten.

CDU-Bundesvize und Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl äußerte sich jetzt ebenfalls zur Wahl in den USA. Er kritisierte besonders das Verhalten des noch amtierenden Präsidenten Donald Trump angesichts noch nicht final ausgezählter Stimmen.

Wahl des US-Präsidenten: Verhalten von Donald Trump schlägt auch in Baden-Württemberg hohe Wellen

Denn auch zwei Tage nach Schließung der Wahllokale ist noch unklar, wer die Wahl zum US-Präsidenten für sich entscheiden konnte - eigentlich. Denn am Mittwochmorgen erklärte sich Donald Trump zum Sieger, obwohl noch Stimmen ausgezählt werden mussten und noch nichts entschieden ist.

Das Verhalten von US-Präsident Donald Trump ist „ungeheuerlich“, findet Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl.

Das Verhalten von Donald Trump löst in der Politik Baden-Württembergs Fassungslosigkeit aus. „Vieles, was wir in der vergangenen Nacht und am heutigen Morgen aus den USA hören, klingt für unsere Ohren schrill und unglaublich“, sagte Innenminister Thomas Strobl am Mittwoch in Stuttgart. „Ein amtierender Präsident, der die weitere Auszählung der Stimmen einfach stoppen lassen will - das ist ungeheuerlich. Das entwürdigt die amerikanische Demokratie, das entkernt die Werte unserer westlichen Welt, das entkernt die Seele Amerikas.“

US-Wahl: Donald Trump zeigt sich unbeeindruckt von Kritik an seinem Vorgehen

Donald Trump wird von den kritischen Stimmen aus Baden-Württemberg wohl wenig mitbekommen. Er hatte angesichts der Verzögerung bei einem Wahlergebnis von „Betrug“ gesprochen und angekündigt, vor das Oberste US-Gericht zu ziehen, um eine weitere Auszählung der Stimmen zu stoppen.

Zuletzt hatte die Daimler AG den Ärger der US-Regierung und damit von Donald Trump auf sich gezogen. Angesichts der Diesel-Affäre musste der Fahrzeughersteller aus Stuttgart Milliardenbeträge zahlen. Die US-Regierung hatte danach eine deutliche Botschaft für „solche wie Daimler“.

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/AP/dpa

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