Landgericht Stuttgart

Urteil im Samuraischwert-Prozess: Täter ist schuldfähig und bekommt harte Strafe

Im Prozess um den Schwert-Mord in Stuttgart ist diesen Montag das Urteil gefallen. Der Täter muss für 14 Jahre ins Gefängnis.
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Urteil im Schwert-Prozess: Täter war schuldfähig und bekommt lange Haftstrafe.
  • Julian Baumann
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Im Stuttgarter Samuraischwert-Prozess ist das Urteil gefallen. Die Verhandlung befasste sich mit einem Mord auf offener Straße im Sommer 2019. Der Täter ist schuldfähig und muss eine lange Haftstrafe absitzen.

  • Das Urteil im Schwert-Prozess steht fest. Das Landgericht Stuttgart verhängte eine höhere Strafe, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.
  • Der Verurteilte tötete im Sommer 2019 im Stadtteil Fasanenhof seinen ehemaligen Mitbewohner auf offener Straße mit einem 73 Zentimeter langen Samuraischwert.
  • Die Staatsanwaltschaft forderte eine lange Haftstrafe, die Verteidigung plädierte auf Schuldunfähigkeit.

Stuttgart - Der Mord mit einem Samuraischwert auf offener Straße im Sommer 2019 schockierte die Bevölkerung der Landeshauptstadt Stuttgart. Nach einem langen Prozess ist an diesem Montag das Urteil im Schwert-Prozess gefallen. Ein 31-jähriger Jordanier tötete seinen ehemaligen Mitbewohner. Das Opfer war mit seiner Tochter im Stadtteil Fasanenhof auf dem Weg nach Hause. Der Täter lauerte ihm auf und stach ihn auf offener Straße nieder. Zeugen filmten die blutige Tat, die Tochter des 36-jährigen Familienvaters musste alles mit ansehen.

Die Videos landeten später im Netz und wurden auch als Beweismaterial dem Landgericht vorgelegt. Im Prozess um den Schwert-Mord in Stuttgart konnten die Videos der Tat jedoch nur hinter verschlossenen Türen gezeigt werden. Die Staatsanwaltschaft forderte ein Strafmaß von 13 Jahren und der anschließenden Unterbringung in einer Psychiatrie. Die Verteidigung des Angeklagten plädierte dagegen auf Freispruch, ihr Mandant sei zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig gewesen. Sie sprachen sich jedoch ebenfalls für eine Unterbringung in einer Psychiatrie aus.

Urteil im Schwert-Prozess: Richter spricht von einer „schrecklichen und zutiefst verachtenswerten Tat“.

Laut Angaben des SWR ging die Staatsanwaltschaft zum Auftakt des Prozesses von einem heimtückischen Mordmerkmal aus. Das sah das Landgericht im Urteil im Schwert-Prozess jedoch nicht gegeben. Der Richter sprach von einer „schrecklichen und zutiefst verachtenswerten Tat“ und verhängte die Strafe von 14 Jahren Haft und der anschließenden Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt. Auch ein Gutachter sprach sich vor Gericht für eine Unterbringung des Verurteilten in einer Psychiatrie aus.

Vor der Tat habe er in Chatforums gesagt haben, er sei von Satan besessen. Ein anderes Mal bezeichnete er sich als Messias. Durch die Videos und die Zeugenaussagen sei die Schuld des Angeklagten unmissverständlich nachgewiesen worden, berichtet das SWR. Der inzwischen Verurteilte schweigt jedoch noch immer, die Hintergründe der Tat sind auch nach dem Ende des Prozesses unklar.

Urteil im Schwert-Prozess: Tochter des Opfers sagt vor Gericht aus

Vor der blutigen Tat war das spätere Opfer mit seiner Tochter auf dem Weg nach Hause. Sie musste den Mord an ihrem Vater aus nächster Nähe mit ansehen. Das inzwischen 12-jährige Mädchen sagte vor dem Landgericht Stuttgart aus. Der Angeklagte habe vor der Haustür gewartet. Ihr Vater habe sie hinter sich geschoben und sei einen Schritt auf den Mann zugegangen. Vor der Tat habe der Vater des Mädchens den Angeklagten gefragt: „Was willst du?“, worauf dieser erwiderte „Was werde ich wohl wollen?“. Daraufhin zog der Jordanier das 73 Zentimeter lange Samuraischwert und stach auf den Mann ein. Das Strafmaß im Schwert-Prozess fiel höher aus, als von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Nur einen Tag nach der Urteilsverkündung kam es zu einem weiteren Tötungsdelikt in Stuttgart. Nach einer Zeugenmeldung fand die Polizei eine Frauenleiche in einer Wohnung im Stadtteil Wangen. Dabei kamen sie einem beklemmenden Familiendrama auf die Spur. Nach einer kurzen Fahndung verhaftete die Einsatzkräfte einen 23-Jährigen. Er soll seine Mutter bei einem Streit in der gemeinsamen Wohnung getötet haben.

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