Sommerurlaub trotz Corona

Urlaub in Italien: Für Reisende und Rückkehrer gelten strenge Corona-Regeln

Kolosseum in Rom, Italien.
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Das Kolosseum in Rom ist ein beliebtes Ausflugsziel von Touristen.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Italien gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Doch für Einreise, Rückkehr und Aufenthalt gibt es derzeit Corona-Regeln zu beachten.

Stuttgart/Rom - Endlich sind Sommerferien. Da das Wetter in Deutschland aktuell nur wenig mit Sommer zu tun hat, entscheiden sich viele für einen spontanen Urlaub. Und was liegt da näher, als ins sonnige Italien zu reisen? Für allem für Urlauber aus Baden-Württemberg bietet sich das nahe liegende Südtirol an. In nur wenigen Stunden Autofahrt können Reisende italienisches Flair und traumhafte Berge genießen. Doch dabei sollten die Corona-Regeln vor Ort, für die Einreise sowie Rückkehr beachtet werden.

Wie in Deutschland steigen auch in Italien die Infektionszahlen des Coronavirus wieder an. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz liegt in Italien bei 62,9 (Stand: 3. August). Somit ist der Inzidenzwert aktuell höher als in Deutschland. Beim Auswärtigen Amt liegt aktuell dennoch keine Reisewarnung für Italien vor.

Urlaub in Italien: Diese Nachweise sind bei Grenzübertritt Pflicht

Wer nach Italien einreisen will, muss einen negativen PCR- oder Schnelltest vorweisen können. Die Coronatests sind für 48 Stunden gültig. Kinder unter sechs Jahren sind von der Testpflicht befreit. Wer geimpft ist, muss einen Nachweis, zum Beispiel in Form des Impfpasses, vorlegen. Aber Vorsicht: In Italien gilt man erst ab dem 15. Tag nach abgeschlossenem Impfzyklus als geimpft. Zulässig ist auch ein Genesenen-Nachweis, also eine Bestätigung, dass man in den vergangenen sechs Monaten von einer Covid-19-Infektion genesen ist.

Wer keine Papiere mit in den Urlaub nehmen will, kann auch das digitale Covid-Zertifikat der EU vorlegen, aus dem hervorgeht, dass man genesen, geimpft oder getestet ist. Wie auch im Nachbarland Österreich wird ein Einreiseformular benötigt. Für einen Urlaub in Österreich müssen Reisende ebenfalls vieles beachten. Nach der Einreise nach Italien besteht keine Quarantänepflicht.

Urlaub in Italien: Transit durch Österreich und die Schweiz möglich

Wer nicht mit Bahn oder Flugzeug nach Italien reist, sondern mit dem Auto, fährt von Deutschland aus zwangsläufig durch Österreich oder die Schweiz. Die Durchreise ist grundsätzlich erlaubt, sofern keine Zwischenstopps in den jeweiligen Ländern eingelegt werden. Dann sind Transitreisende von der Testpflicht ausgenommen. 

Die Durchreise durch Italien ist für Personen aus den EU-/Schengen Staaten uneingeschränkt und ohne Test möglich, sofern sich diese nicht länger als 36 Stunden im Land aufhalten.

Urlaub in Italien und Südtirol: Diese Regeln gelten für Reisen mit dem Auto, Bus und Bahn

Die Coronabestimmungen sind in Italien sehr konkret. So gilt etwa für Autofahrer: Kommen alle Fahrzeuginsassen aus einem Haushalt, fallen Maskenpflicht und Abstandsregeln weg. Sobald jedoch eine Haushalts-fremde Person mit im Auto reist, ist ein Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben. In diesem Fall muss auch ein Abstand eingehalten werden. Heißt konkret: Die Zahl der Mitfahrer ist begrenzt. Wie der Automobilclub ADAC berichtet, dürfen laut dem italienischen Außenministerium dann höchstens zwei Personen je Sitzreihe und nur auf den an der Seite gelegenen Sitzen befördert werden. Der Beifahrersitz muss zudem frei bleiben. Achtung: Es gibt in dabei keine Ausnahme der Maskenpflicht für Genesene, Geimpfte oder Getestete.

In Südtirol gelten diese Regeln für Autofahrer allerdings nicht, die Zahl der Mitfahrer ist nicht begrenzt. Reisen jedoch unterschiedliche Haushalte in einem Fahrzeug, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Diese Regelung gilt auch in Venetien. Innerhalb der einzelnen Regionen können unterschiedliche Bestimmungen greifen. Informieren sollte man sich am besten vor Antritt der Fahrt über die örtlichen Bestimmungen. Bei Verstoß können Geldstrafen zwischen 400 und 3.000 Euro ausgesprochen werden.

Besondere Regeln gelten in Italien auch für Reisen mit Bus und Bahn. Während der gesamten Fahrt muss im Zug eine Maske getragen werden. Bei Einreise mit einem öffentlichen Transportmittel, sei es Flugzeug, Bus, Zug oder Fähre, müssen Reisende dem Beförderer eine Einreiseerklärung übergeben. Vor dem Einstieg wird die Körpertemperatur aller Passagiere gemessen. Bei Fieber oder unvollständig ausgefüllter Einreiseerklärung wird der Einstieg verweigert. Außerdem müssen Passagiere einen Mindestabstand von einem Meter einhalten.

Ferien in Italien: Das sind die wichtigsten Corona-Regeln - Änderungen ab 6. August

Wer seinen Urlaub in Italien verbringen will, muss sich auch vor Ort an bestimmte Corona-Regeln halten. Diese unterscheiden sich jedoch kaum von den Bestimmungen in Deutschland. Der Mindestabstand von einem Meter oder mehr ist Vorschrift. In geschlossenen Räumen, an öffentlichen Orten sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht. Hierbei ist eine FFP2-Maske oder medizinische Maske nicht zwingend notwendig, es können auch selbst hergestellte Alltagsmasken getragen werden - sofern diese Mund und Nase vollständig bedecken und aus mehrlagigem Material bestehen. Eine Maskenpflicht im Freien besteht nicht.

In Baden-Württemberg steigt die Inzidenz kontinuierlich an. In Italien ist das nicht anders: Wegen steigender Inzidenzen gelten ab dem 6. August verschärfte Regeln im Land. Dann müssen Besucher für den Innenbereich von Restaurants, für Museen, oder Schwimmbädern mindestens einen einfachen Impfnachweis, einen negativen Corona-Test oder ein Genesungsnachweis vorzeigen.

Die Coronaregeln greifen auch an Badestränden. So wird an einigen Strandbädern eine Anmeldung verlangt und Fieber gemessen. Zwischen Sonnenstühlen oder Liegen ist ein Mindestabstand von 1,50 m einzuhalten. In Gemeinschaftsbereichen wie Strandbars oder in geschlossenen Räumen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Ähnliche Regeln gelten für öffentliche Strände. Auch hier muss ein Mindestabstand zwischen Personen, Sonnenschirmen und Liegen eingehalten werden..

Urlaub in Italien: Corona-Regeln variieren je nach Risikozone

Wer nach Italien reist, sollte sich vorab über die aktuelle Lage in der Reiseregion informieren. Denn je nach Inzidenz stuft die italienische Regierung eine Region nach Risikozonen ein. Dann gelten - je nach Stufe - andere bzw. verschärfte Bestimmungen. Die Regionen werden je nach Einstufung als weiße, gelbe, rote oder orange Zone eingeschränkt, berichtet der ADAC. Bis auf wenige Ausnahmen sind momentan alle Regionen Italiens weiße Zonen. Dort sind die meisten Beschränkungen aufgehoben, es gilt aber weiterhin Maskenpflicht in Innenräumen und die Einhaltung von Mindestabständen.

In gelben Zonen, das betrifft aktuell Apulien und Umbrien (Stand 3. August) dürfen die Außenbereiche der Restaurants und Bars und auch Museen und Ausstellungen öffnen. In orangen Zonen herrschen schon strengere Regeln: In Restaurants und Bars etwa dürfen Gäste nicht am Tisch bedient werden, erlaubt ist nur Außer-Haus-Verkauf. Hotels dürfen aber Übernachtungsgäste empfangen. 

In roten Zonen herrscht Lockdown: Hier dürfen die Menschen ihre Wohnungen lediglich verlassen, um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen. Die Ein- und Ausreise in diese Zonen ist grundsätzlich verboten. Alle Geschäfte, die keine lebenswichtigen Produkte anbieten, sind geschlossen. Dies gilt auch für Restaurants und Bars. Hotels dürfen nur Geschäftsreisende, jedoch keine Touristen aufnehmen.

Urlaub in Italien: Neue Regeln für Reiserückkehrer nach Deutschland

Seit 1. August müssen alle Reiserückkehrer bei der Einreise nach Deutschland entweder einen aktuellen Corona-Test, einen Nachweis einer vollständigen Impfung oder einen Genesenen-Nachweis vorlegen. Dies gilt auch bei der Rückkehr nach Deutschland aus Italien. Von der Testpflicht ausgenommen sind Kinder unter 12 Jahren. Die neuen Einreise-Regeln gelten für alle Länder unabhängig davon, ob Reisende aus einem Nicht-Risikogebiet, einem Hochrisiko-Gebiet oder einem Virusvarianten-Gebiet kommen. Diese Einreisebestimmungen gelten unabhängig von der Art des Verkehrsmittels. Die digitale Einreiseanmeldung wird für Deutsche nur bei der Einreise aus einem Hochrisiko- oder Virusvarianten-Gebiet benötigt. 

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