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Schlimme Mängel an der Uni Stuttgart: Gebäude müssen schließen

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Von: Nadja Pohr

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Hochhäuser der Universität Stuttgart am Campus Vahingen
Die Sanierung der Gebäude auf dem Unicampus in Vahingen sei laut Rektor Wolfram Ressel ein „Verwaltungsmonster“. © Regenscheit/Universität Stuttgart

Die Universität Stuttgart muss Gebäude im Naturwissenschaftlichen Zentrum schließen, weil sie Sicherheits- und Baumängel aufweisen. Für Studierende bringt das Einschränkungen mit sich.

Stuttgart - Vor fünf Jahren präsentierte Wolfram Ressel, der Rektor der Universität Stuttgart, stolz das Sanierungsprojekt des in die Jahre gekommenen Naturwissenschaftlichen Zentrums (NWZ). Von 2018 bis 2030 sollen die Arbeiten andauern; dafür stehen insgesamt 650 Millionen Euro zur Verfügung. Nun muss die Uni einige Gebäude im Herzstück des Vaihinger Campus wegen erheblichen Sicherheits- oder Baumängel schließen. Der Rektor spricht von einem „Verwaltungsmonster“.

Uni Stuttgart: Katastrophale Zustände schränken Studierende ein

Die Liste der Probleme an der Uni in Stuttgart sind lang. Sie reicht von fehlenden Utensilien und morschen Fensterrahmen bis hin zu gebrochenen Fundamenten. Die Studenten sind bei ihren Forschungen und im Studium stark eingeschränkt. In manchen Chemielaboren würden beispielsweise nur die Hälfte der Abzüge funktionieren, wie Jolanda Lehmann, angehende Chemielehrerin und Mitglied der Studierendenvertretung, der Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet. Deshalb könne nicht jeder ein Experiment durchführen, sondern müsse auch mal nur zuschauen.

Das erst 20 Jahre alte Informatikgebäude ist noch stärker betroffen. Hier ist das Fundament des Hörsaals in der Mitte gebrochen, weswegen dieser gesperrt ist. „Das ganze Gebäude bewegt sich, da ist nichts mehr im Lot“, sagt Rektor Ressel. Marode Elektrik macht hingegen im Institut für Aerodynamik und Gasdynamik Probleme. Der TÜV Rheinland verbietet den Betrieb dort, ehe die Elektrik nicht saniert ist. All die Mängel lassen Ressel mittlerweile von einem „Verwaltungsmonster, das kaum noch handelbar ist“ sprechen.

Rektor der Uni Stuttgart Wolfram Ressel befürchtet Prozesse, „die sich über Jahre ziehen“ werden

Rektor Wolfram Ressel glaubt, dass sich die Prozesse noch über Jahre hinziehen werden. Man sei jedoch bereits zumindest beim NWZ mitten in der Untersuchungs- und Planungsphase, wie der Leiter des Unibauamts äußerte. Aktuelle erwägt man zwei Ersatzneubauten für die Physik für einen „niedrigen, dreistelligen Millionenbetrag“. Erst dann könne das Physikhochhaus leer geräumt, in den Rohbauzustand versetzt und saniert werden.

Die Chemie könne dann entweder in das sanierte Physikhochhaus ziehen oder im bisherigen Gebäude bleiben, das dann abschnittsweise saniert werde. Für die Biologie müsse man ebenfalls neue Gebäude bauen. Die Mathematik könne zwischenzeitlich im ehemaligen Telekom-Aral unterkommen. Wie es mit dem „wackelnden“ Informatikgebäude aussieht, ist bisher noch unklar. Auch an anderen Universitäten in Baden-Württemberg kommt es zu Veränderungen: An der Uni in Tübingen wurde eine Umbenennung der Hochschule aufgrund eines antisemitischen Hintergrunds gefordert.

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