Uni Stuttgart

Tödliche Hitze und Fluten: Forscher zeigen, was der Klimawandel in wenigen Jahren aus Stuttgart macht

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Der Klimawandel wird die Region extrem verändern. Ein Forschungsprojekt der Uni Stuttgart soll die Landeshauptstadt auf die Folgen vorbereiten.

  • Die Universität Stuttgart will Stadt und Region mit einem Forschungsprojekt auf den Klimawandel einstellen.
  • Besonders Hitzestress und Starkregen werden in Zukunft immer häufiger und extremer auftreten.
  • Das Klima könnte sonst gravierende Folgen für die Wirtschaft und die Lebensqualität in der Region haben.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart liegt in einem weit ausgedehnten Talkessel. Diese Lage hat schon immer für ein eher mildes Klima gesorgt. Aber auch plötzliche Unwetter sind für das Wetter in Stuttgart charakteristisch. Beide Faktoren könnten in Zukunft durch den Klimawandel noch häufiger auftreten - und extremer. Laut Statistischem Landesamt sind 2019 knapp 1.700 Menschen in Baden-Württemberg an den Folgen hoher Temperaturen gestorben. Auch in diesem Sommer war es in Stuttgart zeitweise heißer als in der Sahara.

Damit Stadt und Region Stuttgart besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet sind, will die Universität Stuttgart im Rahmen eines Forschungsprojektes Maßnahmen entwickeln, um die negativen Auswirkungen bestmöglich abzufedern.

Forschungsprojekt der Universität Stuttgart: Projektpartner entwickeln Beratungssystem für die Region

Das Forschungsprojekt ISAP („Integrative stadt-regionale Anpassungsstrategien in einer polyzentrischen Wachstumsregion“) soll notwendige Anpassungen an den Klimawandel identifizieren. Strategien sollen dann in einem Online-Informations- und Beratungssystem zur Verfügung gestellt werden. Die Universität Stuttgart arbeitet dazu mit dem Verband Region Stuttgart, der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Karlsruher Institut für Technologie, dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und dem Deutschen Institut für Urbanistik zusammen.

Die Universität Stuttgart startet ein Forschungsprojekt zu den Folgen des Klimawandels für die Region. Aktivisten von Fridays For Future haben das Problem längst erkannt.

Hauptziel des Projektes ist zunächst, über drei Jahre Informationen zusammeln. Diese sollen dann dabei helfen, Wohn- und Lebensqualität sowie die Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der Region Stuttgart trotz der Folgen des Klimawandels aufrechtzuerhalten. Die Informationen umfassen beispielsweise Klimadaten, Szenarien zum Klima- und Landnutzungswandel und zur gesellschaftlichen Vulnerabilität.

Uni Stuttgart forscht zum Klimawandel - Maßnahmen gegen die Folgen sind vielfältig

„Bereits heute sind Hitzestress, Starkniederschläge und Trockenheit in der Region Stuttgart erfahrbar. Wir müssen uns daher auf diese Phänomene stärker einstellen und entsprechende Vorsorgestrategien für Stadt und Region planen und entwickeln“, erklärt Projektleiter Jörn Birkmann in einer Pressemitteilung der Universität Stuttgart.

Die konkreten Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels sind vielfältig. Einige davon sind in Stuttgart bereits gegeben oder sollten besonders beachtet werden, wie Franziska Göttsche von der Universität Stuttgart gegenüber BW24 erklärt. Gegen künftigen Hitzestress sind in Stuttgart besonders Frischluftschneisen wichtig - sie gilt es freizuhalten oder neue Bebauung entsprechend zu planen. Darüber hinaus sind gegen steigende Temperaturen besonders die grüne und blaue Infrastruktur in Stuttgart wichtig - also Grünanlagen und Gewässer. Laut Franziska Göttsche müsse die Stadt aber beispielsweise auch über eine gezielte Förderung von privaten Umbauten nachdenken.

Grünflächen helfen dabei übrigens auch gegen zunehmenden Starkregen. Dort kann der Regen langsam versickern, was die Kanalisation entlastet. Darin liegt allgemein der Schwerpunkt, wenn es um die Anpassung an Starkregenereignisse geht, so Franziska Göttsche.

Rubriklistenbild: © World Meteorological Organization

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