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Umfrage: Stuttgarter sind gegen Oben-ohne-Baden - „Zurschaustellen von Geschlechtsteilen“

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Von: Nadja Pohr

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Freibadbesucherinnen genießen auf einem Steg die Sonne
In Göttingen dürfen seit Anfang Mai auch Frauen Oben-ohne-Baden. In Stuttgart wollen Frauen lieber ihren Bikini anbehalten, wie eine Umfrage zeigte (Symbolbild). © Swen Pförtner/dpa

Seit Mai dürfen alle Badegäste in Göttingen oben ohne schwimmen. Auch in Stuttgart wird darüber diskutiert. Eine Umfrage von BW24 zeigt jedoch, dass dafür keine Notwendigkeit besteht.

Stuttgart - In Göttingen in Niedersachsen dürfen seit kurzem nicht nur Männer oberkörperfrei in Schwimmbädern baden, sondern auch Frauen - allerdings nur am Wochenende. Durchgesetzt hat das Mina Berger vom feministischen Bündnis „Gleiche Brust für alle“. Das Schwimmbad hatte Berger wegen oberkörperfreien Badens ein Hausverbot erteilt.

Der Hintergrund: Mina Berger sieht sich weder als Frau noch als Mann, ist non-binär. Die betroffene Einrichtung sah Berger jedoch als Frau an - und diesen war es bis dahin verboten, im Schwimmbad oberkörperfrei zu sein. Infolgedessen landete der Fall vor dem Sportausschuss der Stadt. Seit dem 1. Mai dürfen nun alle Badegäste oben ohne schwimmen. Auch in ganz Deutschland diskutierte man daraufhin über eine Regeländerung in den Schwimmbädern.

Oben-ohne-Baden bei Stuttgarterinnen nicht gewünscht

BW24 hat sich in der Stuttgarter Innenstadt umgehört, ob sich Passantinnen vorstellen können, in Schwimmbädern oben ohne baden zu gehen. Die Mehrheit der befragten Stuttgarterinnen würde ein solches Angebot wohl allerdings nicht nutzen. „Zum einen hat es was mit Tradition zu tun und zum anderen ist das für mich ist das zur Schau stellen von Geschlechtsteilen“, sagt eine Passantin. „Man sollte Rücksicht auf andere nehmen, die das vielleicht nicht sehen wollen“, erklärt eine weitere.

Dennoch gibt es durchaus Frauen in Stuttgart, die sich durchaus vorstellen können, oberkörperfrei in den Bädern der Region schwimmen zu gehen. „Ich würde es gut finden, wenn es ein solches Angebot geben würde“, sagt eine Befragte und gibt zu bedenken: „Manche Männer will man auch nicht oben ohne sehen.“ Eine ältere Passantin ergänzt: „Es gab mal Zeiten, da hat sich niemand daran gestört“, während eine weitere Frau der Ansicht ist, dass es jedem selbst überlassen sein solle, das zu tun, was man für richtig halte.

Schwimmbäder in Baden-Württemberg wollen keine Oben-ohne-Option einführen

Befürchten müssen die Bürger in der Region die Einführung einer solchen Regelung allerdings ohnehin nicht. Wie der SWR berichtete, verfolgen viele Schwimmbäder in den Landkreisen in Baden-Württemberg die Debatte zwar, planen in naher Zukunft aber keine Umsetzung der Oben-ohne-Option. Einzig im Stuttgarter Leuze gibt es demnach eine Regelung, die Mittwoch bis Samstag von 21 bis 23 Uhr textilfreies Schwimmen in den Innenbecken ermöglicht.

Viele Schwimmbäder verwiesen lediglich auf die bereits bestehenden Angebote zum textilfreien Baden in ihren Saunabereichen. In den Saunabereichen in Badeanstalten ist Textilfreiheit meist üblich - Beschwerden gibt es dabei keine. So sehen es auch die Befürworter in der Oben-ohne-Debatte. Die Befragten, die sich gegen das oberkörperfreie Baden ausgesprochen haben, sehen dabei jedoch einen Unterschied. „Saunabereiche haben oft eine Altersbeschränkung. Kinder haben da ja schon mal keinen Zugang“, lautet die Begründung.

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