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Ukraine-Flüchtlinge in Stuttgart wollen Deutsch lernen - doch das Angebot reicht bei weitem nicht für alle

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Von: Nadja Pohr

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Ein Mädchen umarmt ihre Mutter nach ihrer Ankunft mit einer Gruppe Migranten aus der Ukraine.
Die geflüchteten Menschen aus der Ukraine haben großes Interesse, die deutsche Sprache zu lernen. Die Sprachschulen stehen jedoch vor Herausforderungen (Symbolbild). © Brunno Covello/dpa

Die Nachfrage nach Sprachkursen für Ukraine-Flüchtlinge in Stuttgart ist enorm. Behördliche Hürden und Personalmangel bereiten den Sprachschulen jedoch Schwierigkeiten.

Stuttgart - Zahlreiche Menschen sind aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. Viele von ihnen haben eine Unterkunft in den Städten und Landkreisen in Baden-Württemberg gefunden und sind dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Das Stuttgarter Jobcenter machte den Ukraine-Flüchtlingen bereits Hoffnung, als es erklärte, dass viele Flüchtlinge wirklich gut ausgebildet seien.

Bevor es an die Jobsuche geht, wollen die Geflüchteten jedoch zunächst lernen, die deutsche Sprache zu sprechen. Die Nachfrage nach Sprachkursen ist deshalb auch in der Landeshauptstadt Stuttgart gestiegen. Erste Hindernisse gibt es allerdings bereits bei der Ausstellung für benötigte Bescheinigungen - es werde einige Zeit dauern, diese auszustellen, heißt es. Einige Kursanbieter haben deshalb bereits kostenlose Angebote gemacht. Doch die Anbieter haben weitere Probleme.

Ukraine-Flüchtlinge in Stuttgart: Hohe Nachfrage und Personalmangel bei Sprachkursen

Vor allem Frauen und Kinder haben Interesse an einem Sprachkurs. Bei der Volkshochschule habe es mehr als 500 Anfragen von Ukrainerinnen gegeben, wie der Leiter der städtischen Integrationspolitik, Gari Pavkovic, berichtet. „Die Nachfrage nach Deutschkursen übersteigt das Angebot bei Weitem“, erklärt auch Renata Delic, die zuständige VHS-Programmleiterin, gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Viele von den Frauen hätten studiert und wollten in der Region schnell durchstarten.

Dennoch erschwert der Personalmangel in Baden-Württemberg die Lage für Sprachkursanbieter erheblich. Vorrangig sollen die Ukraine-Flüchtlinge die Bundesintegrationskurse besuchen, doch diese laufen nur schleppend an. In den städtischen Ausländerbehörden herrsche „großer Personalmangel“. Der Zustrom an Flüchtlingen deckte bereits einige Lücken und Mängel in Stuttgart auf. Nicht zuletzt dürfen geflüchtete Kinder aus der Ukraine nicht in Stuttgarter Kitas, weil diese ohnehin unter Personalmangel leiden.

Sprachkurse für Ukraine-Flüchtlinge: Stuttgart plant eigene Vorkurse - Unterstützung auch von Porsche

Die Stadt Stuttgart will, bis die Kurse des Bundes anlaufen, etwa 20 Vorkurse für insgesamt 300 bis 400 Personen einrichten. Dieses Angebot ist selbstfinanziert durch die Integrationsabteilung der Stadt. Auch die Sprachschule Tricos hat die ersten Kurse aus Eigenmitteln finanziert und anschließend eine Crowdfunding-Aktion gestartet.

Unterstützung gibt es bei den Sprachkursen auch vom Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche. Am Porsche-Lerncampus in Zuffenhausen finden bereits zwei Kurse „insbesondere für Mütter“ statt - weitere sollen folgen. Porsche bietet den ukrainischen Müttern die Deutschkurse auch in Familienzentren an, um gleichzeitig Kinderbetreuung anbieten zu können. Die Frauen seien jedenfalls „unglaublich motiviert, die Sprache zu lernen“, erklärt Ayse Özbabacan, stellvertretende Leiterin der Integrationsabteilung.

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