THG-Quote

Autofahrer können mit ihrem E-Auto ab 2022 Geld verdienen - regelmäßige Prämie

Elektroauto
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Halter von E-Autos können ab 2022 ihre Fahrzeuge beim Umweltbundesamt registrieren lassen und die eingesparte Menge CO2 am Markt anbieten. 
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Wer auf ein E-Auto umsteigt, kann sich in Deutschland ab 2022 eine jährliche Prämie sichern. Wir verraten, wie das Konzept funktioniert.

Düsseldorf - Der Umstieg aufs E-Auto wird in Deutschland mit einer Kaufprämie gefördert. Ab 2022 kommt dazu noch ein jährlicher Zuschuss in bar. Für Besitzer von E-Fahrzeugen bedeutet das konkret: Sie können sich, zunächst bis zum Jahr 2030, ihre eingesparten CO₂-Emissionen gutschreiben lassen - und die Einsparungen an große Mineralölfirmen wie Aral, BP oder Jet weiterverkaufen. Doch wie funktioniert das Ganze?

Wie viel ein E-Auto-Fahrer jährlich an Prämie bekommt, orientiert sich an der sogenannten Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote). Diese soll Treibhausgase im Verkehrssektor senken und gibt eine Quote für Einsparungen vor. Unter die THG-Quote fallen nur reine E-Autos, also keine Plug-in-Hybride. Eine Prämie erhalten sowohl Privatleute als auch Flottenbetreiber. Los geht es 2022 mit Prämien zwischen 250 und 365 Euro pro Auto. Die Summe wird jedes Jahr etwas höher ausfallen.

E-Autos: Dienstleister übernehmen die Vermittlung

Halter von E-Autos können ab 2022 ihre Fahrzeuge beim Umweltbundesamt registrieren lassen und die eingesparte Menge CO2 am Markt den Mineralölunternehmen wie BP, Aral oder Jet anbieten. Die Vermittlung und Verhandlung müssen die Privathalter jedoch nicht selbst übernehmen. Wer sich bei Vermittlungsplattformen wie Fairnergy, GreenTrax oder Carbonify registriert, kann sich die Prämien von diesen auszahlen lassen. Die Dienstleister bündeln die THG-Quote von vielen Autobesitzern und bieten sie als große CO2-Einsparungen den Mineralölfirmen am Markt an. So entstehen beim Verkauf an die Unternehmen bessere Konditionen.

Wie hoch die ausgezahlte Barprämie für den Einzelnen genau sein wird, hängt vom Marktpreis, aber auch vom Geschäftsmodell des jeweiligen Dienstleisters ab. Zudem ist auch der Fahrzeugtyp sowie der genutzte Strom entscheidend.

Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote)

Die THG-Quote ist ein politisches Instrument, mit dem Deutschland die bundesweiten Emissionen im Verkehr verringern will. Im Mai 2021 hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das die THG-Quote bei Kraftstoffen von aktuell sechs Prozent auf 25 Prozent im Jahr 2030 erhöht. Im Fokus der THG-Quote stehen Unternehmen, die Kraftstoffe herstellen und vertreiben - insbesondere Mineralölunternehmen.

THG-Quote: Prinzip Emissionsausgleich liefert Anreize für E-Autos

Der Gesetzgeber schreibt vor, wie viel Tonnen CO2 ein Mineralölunternehmen emittieren darf. Für jedes Gramm CO2, das diesen Referenzwert überschreitet, muss ein Mineralölunternehmen eine Strafzahlung tätigen. Dem gegenüber stehen die Elektroautobesitzer, die weniger CO2-Emissionen ausstoßen, als vom Gesetzgeber festgelegt wurde. Wenn die Mineralölunternehmen also den Referenzwert überschreiten, können sie die Differenz mit den eingesparten Emissionen der E-Autos ausgleichen und Strafzahlungen vermeiden. Die THG-Quote soll Tankstellenbetreibern auch Anreize liefern, mehr Ladesäulen aufzustellen.

Bislang haben viele Menschen angenommen, dass der Umstieg aufs Elektroauto ins Geld geht. Laut einer aktuellen Studie des ADAC sind E-Autos jedoch häufig günstiger als Verbrenner. „Rechnet man alle Kosten eines Autos zusammen, vom Kaufpreis über sämtliche Betriebs- und Wartungsaufwände bis zum Wertverlust schneiden Elektroautos immer häufiger besser ab als Verbrenner“, so die Spezialisten des ADAC. Ganz anderer Meinung ist Carlos Tavares, Chef der Automobilholding Stellantis. Er glaubt, der E-Auto-Boom könnte Autos für Normalverdiener bald unbezahlbar machen.

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