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„The Ländeplatz“: Stuttgarter spotten über das nächste „Wahrzeichen“ der Stadt

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Von: Nadja Pohr

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Entwurf der Architekturstudenten für den Hubschrauberlandeplatz des Katharinenhospitals Stuttgart
Die filigrane Bauweise setze dem neuen Katharinenhospital die „Stadtkrone“ auf und könnte ein neues „Wahrzeichen“ in Stuttgart werden. © Screenshot Facebook/Universität Stuttgart/Pauli/Haueise

Fernsehturm, Schlossplatz und Museen: Die Landeshauptstadt Stuttgart bietet viele Sehenswürdigkeiten. Auf dem Katharinenhospital entsteht in Zukunft ein weiteres „Wahrzeichen“ – über das Stuttgarter nur lachen können.

Stuttgart - Der Neubau des Katharinenhospitals, der 2012 von der Stadt Stuttgart beschlossen wurde und mit 810 Millionen Euro eines der größten Bauprojekte der Landeshauptstadt ist, nimmt weiter Formen an. Nun wurde im Rahmen eines Ideen- und Gestaltungswettbewerbs auch die Frage geklärt, wie der neue Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach der Klinik aussehen wird. Das war nämlich eine große Herausforderung, denn es galt einen Höhenunterschied von 11 Metern zwischen Gebäude und Landeplattform zu überwinden.

Zwei Architekturstudenten der Universität Stuttgart entwickelten die Lösung für das Problem und gewannen mit ihrem Entwurf den Wettbewerb. Die filigrane Bauweise setze dem neuen Katharinenhospital die „Stadtkrone“ auf und hat das „Potenzial, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt zu werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Klinikums Stuttgart, Jan Steffen Jürgensen. Im Netz scherzen die Stuttgarter bereits über das neue „Wahrzeichen“.

„The Ländeplatz“: Stuttgarter spotten über Hubschrauberlandeplatz als Wahrzeichen

So überzeugt von der Idee des neuen „Wahrzeichens“ wie die Jury oder Vorstandschef Jürgensen sind einige Stuttgarter auf den Social-Media-Plattformen nicht. „Das hässliche Teil soll gleichgesetzt werden mit echten Wahrzeichen der Stadt?“, fragt ein Facebook-User ungläubig. „Ich dachte, das ist ein Aprilscherz“, kommentiert eine Nutzerin. „Andere haben eine Kathedrale, eine Statue, einen Turm, ein Schloss oder eine Burg als Wahrzeichen. Wir einen Hubschrauberlandeplatz...“, spottet ein anderer.

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Auf Twitter bezeichnet ein Nutzer ihn scherzhaft als „The Ländeplatz“ in Anlehnung an die baden-württembergische Kampagne „The Länd“, über die ebenfalls gelacht wurde. „Bei Stuttgart Marketing schwitzt man schon, wie man das integrieren soll“, heißt es auf Twitter. „Also ich finds sehr passend als Wahrzeichen einer Autostadt. Schließlich bringen die Hubschrauber schwer verletzte Fußgänger*innen und Radfahrer*innen hin, die leider tonnenschweren SUVs und deren besoffenen Fahrer*innen im Weg waren“, schreibt ein weiterer zynisch.

Fertigstellung des Hubschrauberlandeplatzes wohl erst 2028

Die beiden Studenten der Uni Stuttgart, Daniel Pauli und Jannis Haueise, sind dennoch stolz, dass ihr Vorschlag überzeugen konnte. „Zumal der Hubschrauberlandeplatz in unmittelbarer Nähe und Sichtweite unseres Campus entsteht. Damit wird die Beobachtung der Bauphase für uns besonders spannend“, erklären sie.

Bis zur Entstehung ihres Hubschrauberlandeplatzes wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Der Standort des neuen „Wahrzeichens“ liegt auf dem neuen Gebäudeteil F an der Kriegsbergstraße, der im Februar 2022 eröffnet wurde. Allerdings muss zunächst das benachbarte Haus mit dem Erschließungsturm errichtet werden, wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) berichten. Mit der Fertigstellung sei daher erst 2028 zu rechnen.

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