Neuzugang aus Frankfurter Zoo

Wilhelma: Neues Krokodil „Bong“ hat ein faszinierendes Geheimnis

Zwei Australienkrokodile in der Wilhelma Stuttgart
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Billa (hinten) und Neuzugang Bong sind sogenannte Australienkrokodile.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Die Wilhelma in Stuttgart hat einen neuen Einwohner: Ein Krokodil lebt seit Ende April im Terrariengebäude. Sein Name - Bong - ist noch bewusst neutral gehalten.

Stuttgart -  Seit Ende April kriecht ein neues Reptil in der Wilhelma. Australienkrokodil „Bong“ hat es vom Zoo in Frankfurt in die Landeshauptstadt Stuttgart gezogen. Bong ist neben zwei neuen Giraffen in der Wilhelma sowie einigen neugeborenen Jungtieren einer der zahlreichen Neuzugänge, die in der Corona-Pause ihr neues Zuhause im Stuttgarter Tierpark gefunden haben.

Das sieben Jahre alte Tier lebt zusammen mit der Krokodildame „Billa“ in einem Terrarium. Ob die beiden aber ein Paar werden oder nicht, ist noch ungewiss. Bong ist rein äußerlich noch geschlechtsneutral, seine Geschlechtsmerkmale sind naturgemäß nur wenige Millimeter groß. Ob er männlich oder weiblich ist, stellt sich erst in den nächsten Jahren heraus.

Wilhelma Stuttgart: Zu Beginn war Billa gegenüber Bong sehr zurückhaltend

Krokodile besitzen keine Geschlechtschromosomen. Die Temperatur im Bruthügel aus Erde und Pflanzen entscheidet, ob aus dem Ei ein Männchen oder Weibchen schlüpft. Unter 30 Grad wird es ein Mädchen, über 34 Grad ein Männchen. Dazwischen ist beides möglich. Weil Bong nicht in einem Inkubator ausgebrütet wurde, sondern in der Krokodilanlage des Frankfurter Zoos, gibt es keine Gewissheit über sein Geschlecht. Die Geschlechtsreife setzt erst nach deutlich mehr als zehn Jahren ein.

Sollte er männliche Geschlechtsmerkmale herausbilden - und sich mit Billa gut verstehen - wäre es eine Liebe mit großem Altersunterschied. Die Krokodildame - 1,60 Meter lang, 15 Kilogramm schwer - ist 35 Jahre alt. Bong ist 35 Zentimeter kleiner und 28 Jahre jünger. „Billa war bisher sehr zurückhaltend und wird immer munterer und agiler“, sagt Wilhelma-Direktor und Reptilienexperte Dr. Thomas Kölpin in einer Pressemitteilung. „Jetzt legt sie sich sogar mit unserem Neuzugang Bong an, wenn es gilt, sich die leckersten Futterhappen zu schnappen.“

Wilhelma Stuttgart hat noch weitere Neuzugänge bekommen

Die beiden Australienkrokodile werden getrennt gehalten von den beiden wuchtigeren Leistenkrokodilen der Wilhelma, Frederick und Tong. Damit soll jedes Risiko vermieden werden. Die Kleinen gehören aber eigentlich nicht zum Beuteschema der Großen. Auch Futterneid kommt nicht auf. Australienkrokodile wie Billa und Bong haben langgezogene spitze Mäuler, die sich für den Fischfang eignen. Die Leistenkrokodile wie Frederick und Tong jagen dagegen Säugetiere und große Vögel.

Auch bei den Affen gibt es seit kurzem einen Neuzugang. Im Januar kamen zwei Seidenäffchen im Stuttgarter Tierpark zu Welt. Zu besichtigen waren sie allerdings lange Zeit nicht. Die Wilhelma wurde aufgrund der Notbremse im März geschlossen. Erst seit Ende April darf der Park wieder Besucher empfangen.

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