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Aus den „Blauen“ werden die „Gelb-Blauen“: Stuttgarter Kickers begeistern mit Ukraine-Aktion

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Von: Jason Blaschke

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Stuttgarter Kickers blau-gelbe Spielkleidung aus Solidarität mit der Ukraine
Statt in der gewohnten komplett blauen Spielkleidung laufen die Stuttgarter Kickers am Samstag bei der Oberliga-Partie gegen die TSG Backnang im GAZi-Stadion auf der Waldau in blau-gelber Ausrüstung als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine aufs Feld. © Stuttgarter Kickers/Facebook

Der Fußball-Oberligist Stuttgarter Kickers zeigt sich solidarisch mit der Ukraine und setzt am Samstag statt auf „die Blauen“ auf die „Gelb-Blauen“.

Stuttgart – Die Auswirkungen des Kriegs um die Ukraine sind längst auch in Baden-Württemberg zu spüren – vor allem, wenn es ums Geld geht. Neben der Benzinpreis-Explosion oder einer düsteren Gaspreis-Prognose für Baden-Württemberg zeigen sich die Folgen in fast allen Lebensbereichen. Vor allem aber prägen die seit Tagen auch in Süddeutschland stattfindenden Hilfsaktionen und die Zeichen der Solidarität das gesellschaftliche Geschehen.

Die Stuttgarter Kickers wollen ebenfalls ein Zeichen für ihre Solidarität mit der Ukraine setzen und überraschen ihre Fans am Samstag (5. März) deshalb mit einer farbenfrohen Aktion. Um 14 Uhr wird im GAZi-Stadion auf der Waldau gegen die TSG Backnang ein Heimspiel mit Signalwirkung stattfinden. Statt nur in Blau werden die Stuttgarter Kickers das Spiel am Samstag in Blau und Gelb bestreiten und tragen damit die Nationalfarben der Ukraine.

Stuttgarter Kickers laufen in Ukraine-Farben auf - „Müssen ein Signal setzen“

„Wir wollen uns damit den vielfältigen Zeichen, die die große Fußballfamilie derzeit setzt, anschließen“, sagt Matthias Becher, der Geschäftsführer der Stuttgarter Kickers. Die Idee dafür sei gemeinsam zwischen Mannschaft und Verein entstanden, ergänzt Sportdirektor Marc Stein. „Wir waren der Meinung, dass wir ein Signal setzen müssen.“ Die äußeren Zeichen hätten sich angeboten, da die Stuttgarter Kickers ohnehin gelbe Shirts, gelbe Hosen und gelbe Stutzen als Reserve im Bestand haben.

FußballvereinStuttgarter Kickers
Gegründet21. September 1899
TrainerRamon Gehrmann
Arena/StadionGAZi-Stadion auf der Waldau
PräsidentRainer Lorz

Doch am Samstag wird die gelbe Ausrüstung erstmals in der Vereinsgeschichte nicht als Reserve zum Einsatz kommen. „Wir wollen damit zeigen, dass wir in diesen schweren Stunden an die Menschen in der Ukraine denken“, erklärt Kapitän Mijo Tunjic. Matthias Becher ergänzt: „Wir sind stolz auf diese Aktion, die zeigt, dass wir doch ein ganz besonderer Verein sind, der sich zwar eng mit der Region identifiziert – aber auch über den Spielfeldrand hinausdenkt.“

Wir wollen damit zeigen, dass wir in diesen schweren Stunden an die Menschen in der Ukraine denken.

Mijo Tunjic, Kapitän der Stuttgarter Kickers

Fans der Stuttgarter Kickers und des VfB Stuttgart loben Solidaritätsaktion für die Ukraine

Auch die Fans sind von der Aktion der Stuttgarter Kickers begeistert. „Klasse Aktion“ ist vielfach auf Facebook zu lesen. „Sogar als Roter muss ich sagen: Tolle Idee“, schreibt ein Anhänger des VfB Stuttgart. Ein anderer ergänzt: „Sehr schöne Geste der Blauen aus Degerloch!“ Tatsächlich findet sich auf Facebook fast keine negative Haltung zu der Aktion. Ein paar User merken lediglich an, dass es auch noch andere Kriege und Konflikte in der Welt gibt, die man nicht außer Acht lassen sollte.

Becher schreibt in einer Mitteilung der Stuttgarter Kickers, dass er bisher ausschließlich positive Signale in Bezug auf die Aktion vernommen habe und die erforderlichen Genehmigungen für das Vorhaben in der Oberliga schnell erteilt worden seien. Mit ihrer Aktion sind die Fußballer aus Stuttgart übrigens nicht die einzigen, die ein kreatives Zeichen der Solidarität setzen. Eine Bäckerei aus Holzgerlingen im Landkreis Böblingen verkauft neben klassischen „Berlinern“ auch „Ukrainer“ und spendet das Geld an die Opfer im Ukraine-Krieg.

Spenden für die Opfer im Ukraine-Krieg – zahlreiche Aktionen in ganz Baden-Württemberg

Wer übrigens als Privatperson für die Menschen in der Ukraine oder die Menschen, die fliehen mussten, spenden will, findet in der Region viele Initiativen. Neben einzelnen Personen sammeln zahlreiche Vereine und Verbände in Baden-Württemberg Spenden – die zum Teil sogar direkt von Baden-Württemberg aus in die Ukraine gebracht werden. Für sehr viel Aufsehen sorgte die Millionen-Spende von Dietmar Hopp, die besonders einer Personengruppe zugutekommen soll.

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