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Stuttgarter IHK-Chef ätzt gegen Grünen-Spitze: „Zwei erfolglose Studienabbrecher“

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Von: Franziska Vystrcil

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Johannes Schmalzl zieht seine Kandidatur zum Generalbundesanwalt zurück.
Johannes Schmalzl äußerte sich auf Facebook abwertend über die neue Grünen-Spitze. © dpa

Der Stuttgarter IHK-Manager Johannes Schmalzl lästert auf Facebook über die neue Grünen-Spitze Ricarda Lang und Omid Nouripour. Dafür bekommt er nun die Quittung.

Stuttgart - Social Media kann einen großen Einfluss auf die Meinungsbildung haben. Doch auch im negativen Sinne ist die Macht von Facebook, Twitter und Co. groß. Hetze, Mobbing und Hasskommentare gehören in Zeiten des Internets für viele Menschen im Rampenlicht zu ihrem Alltag. Ricarda Lang, Bundesvorsitzende der Grünen, sieht sich regelmäßig mit Bodyshaming konfrontiert (BW24* berichtete).

Nun bekommt die Grünen-Politikerin nicht nur wegen ihres Körpers, sondern auch wegen ihres Bildungsgrads im Netz auf den Deckel. Auslöser der Diskussion ist ein Facebookpost von Johannes Schmalzl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart*. Er kommentierte in seinem Post die neue Spitze der Grünen und schrieb: „Na klasse. Zwei ohne Berufsausbildung (beides erfolglose Studienabbrecher) an der Spitze einer Regierungspartei.“

Dass es nicht immer klug ist, seine Meinung per Social Media kund zu tun, musste Johannes Schmalzl durch seine Äußerung am eigenen Leib erfahren. Denn sein Post war zwar nur für Freunde und lediglich für kurze Zeit sichtbar, dennoch schlug seine Aussage hohe Wellen. Jetzt ist es der IHK-Chef, der ins Kreuzfeuer gerät.

IHK-Manager lästert über neues Grünen-Spitzenduo Ricarda Lang und Omid Nouripour

Mit seinem Facebookpost befeuerte Johannes Schmalzl eine bereits bestehende Diskussion: Seit Ricarda Lang und Omid Nouripour zur Spitze der Grünen gewählt wurden, geriet deren Bildungsgrad in den Fokus. Einige fordern, Politiker sollten eine ordentliche Ausbildung und sich in einem Beruf bewährt haben. Andere verlangen sogar einen Studienabschluss. Die andere Seite weist jedoch darauf hin, dass Ausbildung oder Bildungsgrad nichts darüber aussagen, wie fähig ein Politiker in seinem Amt ist.

Ricarda Lang und Omid Nouripour (beide Bündnis 90/Die Grünen) vor dem Logo ihrer Partei
Ricarda Lang und Omid Nouripour sollen bei den Grünen für einen Umbruch sorgen (kreiszeitung.de-Montage). © Michael Kappeler/Kay Nietfeld/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Ricarda Lang begann 2012 ein Jura-Studium und brach dieses schließlich 2019 ohne Abschluss ab. Omid Nouripour studierte Deutsche Philologie mit den Nebenfächern Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft, ergänzte seine Studien mit einem Zweitstudium der Soziologie, Philosophie und Volkswirtschaftslehre. Nachdem er 2002 hauptamtliches Mitglied im Bundesvorstand der Grünen geworden war, beendete er seine Studien ohne Abschluss.

Die Studienabbrüche der beiden Politiker sind für deren Kritiker ein gefundenes Fressen. Johannes Schmalzl hat sich mit seiner Äußerung auf Facebook klar positioniert. Damit steht er jedoch so gar nicht für die Philosophie der IHK. Wie die Industrie- und Handelskammer auf ihrer Webseite schreibt, sind auch Studienabbrecher dort willkommen.

IHK-Chef Johannes Schmalzl löscht Facebook-Post nach kurzer Zeit wieder

Seitens der IHK Stuttgart gab es kein Statement zum Vorfall, da es sich um eine private Äußerung handle. Auch Johannes Schmalzl schweigt, hat den Post aber inzwischen gelöscht.

Dass die privaten Angriffe auf Politiker nicht in Ordnung sind, findet auch eine BW24-Redakteurin. Sie fordert: Hört endlich auf, Bodyshaming gegen Frauen wie Ricarda Lang zu betreiben*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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