Neue Erkenntnisse zur Evolution

Stuttgarter Forscherin an Entdeckung von 231 Millionen Jahre alter Echse beteiligt

Illustration von der Echse Taytalura in seinem natürlichen Lebensraum Argentinien.
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So könnte die gefundene Echse aus Argentinien einst ausgesehen haben. (Illustration)
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Eine Wissenschaftlerin des Naturkundemuseums Stuttgart war daran beteiligt, wichtige Erkenntnisse über die Evolution der sogenannten Schuppenechsen zu erlangen.

Stuttgart - „Taytalura alcoberi“ heißt das Tier, dessen Fossil aktuell für Aufsehen unter Wissenschaftlern sorgt. Wie das Naturkundemuseum Stuttgart mitteilt, entdeckte Paläontologin Gabriela Sobral gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Argentinien eine zuvor unbekannte Art. Dabei handelt es sich um einen 231 Millionen Jahre alten Vorfahren der sogenannten Lepidosaurier, zu denen die Echsen und Schlangen gehören. Eine große Entdeckung, denn das Fossil liefert neue Erkenntnisse zur Evolution der Schuppenechsen, wie es weiter heißt. Es ist nicht die erste spektakuläre Entdeckung von Forschern des Stuttgarter Naturkundemuseums. Letztes Jahr entdeckten zwei Wissenschaftlerinnen, dass ein Fossil-Fund von der Schwäbischen Alb zu einer bisher unbekannten Art gehört.

Ein internationales Forscherteam untersuchte ein Fossil der „Taytalura alcoberi“, das Forscher Ricardo N. Martínez zuvor in spättriassischen Ablagerungen in Argentinien entdeckt hatte. Paläontologin Gabriela Sobrals digital erstellte, dreidimensionale Schädel-Rekonstruktionen erlaubten die präzise Einordnung der neuen Art in den Stammbaum der Schuppenechsen, teilt das Museum aus Stuttgart in einer Pressemitteilung mit. Die Spezialistin untersucht unter anderem auch frühe Lepidosaurier-Fossilien aus der Fundstelle Vellberg in Baden-Württemberg.

Forscher entdecken bisher unbekanntes Echsen-Fossil - Es liefert neue Erkenntnisse über Evolution

Brückenechsen und Schuppenkriechtiere, die zu der Gruppe der Schuppenechsen gehören, haben eine sehr lange Evolutionsgeschichte. Die Echsen haben sich vor etwa 260 Millionen Jahren entwickelt und sind somit älter als die Dinosaurier. Forscher haben jüngst das Rätsel um das Aussterben der Riesenechsen gelöst.

Paläontologin Dr. Gabriela Sobrals vom Naturkundemuseum Stuttgart erstellte eine digitale Rekonstruktion des gefundenen Fossils.

Echsen und Schlangen sind auch heute noch ein wichtiger Bestandteil der meisten terrestrischen Ökosysteme. Zusammen mit einer Brückenechsenart aus Neuseeland, einem „lebenden Fossil“, bilden sie die Gruppe der sogenannten Lepidosauria. Mit etwa 11.000 Arten ist sie laut dem Naturkundemuseum Stuttgart eine der größten Gruppen von Landwirbeltieren auf unserem Planeten.

Stuttgarter Forscherin rekonstruiert digitales Modell von Urzeitechse

Da die Tiere jedoch sehr klein sind und es bisher nur bruchstückhafte Fossilienfunde gab, sind die Ursprünge dieser Tiergruppe bisher im Dunkeln geblieben. Umso mehr freuen sich die Wissenschaftler, nun einen Fortschritt in ihrer Forschung präsentieren zu können.

Das Fossil aus Argentinien ist der erste dreidimensional erhaltene Fund eines Lepidosaurier-Vorfahren. Die Untersuchungen der Forscher ergaben, dass aus dem Schuppenechsen-Vorfahren „Taytalura“ schließlich die Brückenechsen sowie alle Echsen und Schlangen hervorgingen.

„Ich freue mich, dass die durch meine Arbeit gewonnenen Daten für das Team von entscheidender Bedeutung waren, um winzige Details der Anatomie des Fossils zu verstehen“, sagt Dr. Gabriela Sobral. „Wir konnten durch die 3D-Modelle die Stellung von Taytaluras in der frühen Evolution der Lepidosaurier klären. Sein Schädel zeigt zum Beispiel, dass Merkmale, von denen wir annahmen, dass sie nur bei der Brückenechsen-Gruppe vorkommen, in Wirklichkeit aber schon früher auftraten“, so die Paläontologin.

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