Immobilienpreise in Stuttgart

Experten haben Zeitpunkt berechnet, ab dem Immobilienpreise in Stuttgart sinken

Eine Aufnahme über den Dächern von Stuttgart-West.
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Ein Blick über die Dächer im Stuttgarter Westen - Könnten die Preise für Immobilien bald sinken?
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Wohnen in Deutschland ist teuer: Nicht nur Mieten steigen in die Höhe, sondern auch die Kaufpreise für Immobilien. Das könnte sich bald ändern: Experten sagen das Ende des Preisbooms vor.

Stuttgart - Wer in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart eine Wohnung sucht, muss entweder ziemlich gut verdienen oder gewaltig Glück haben: Die schwäbische Metropole ist dafür bekannt, eine der teuersten Städte Deutschlands zu sein. Eine aktuelle Auswertung zeigt sogar: Stuttgart ist die teuerste Großstadt*. WG-Zimmer sind hier oft so teuer wie anderswo eine kleine Altbauwohnung, moderne Neubauten wie etwa am Mailänder Platz sind nur für Großverdiener bezahlbar. Der Trend scheint kein Ende zu nehmen. Oder doch?

Wie das Handelsblatt berichtet, sehen Experten der Deutschen Bank Anzeichen dafür, dass der jahrelange Boom am Immobilienmarkt schon bald einen Dämpfer bekommen könnte. Neben Hamburg, Berlin, Bremen, Leipzig, Frankfurt und München sollen auch die Preise für Immobilien in Stuttgart in Zukunft wieder sinken. Momentan liegen die Preise für eine 80 Quadratmeter große Neubauwohnung mit drei Zimmern in der Schwabenmetropole bei durchschnittlich 600.000 Euro - laut des Immobilienportals Immoscout24 sind das 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine Bestandswohnung in Stuttgart kostet fast 5.000 Euro pro Quadratmeter

Auch eine ältere Wohnung mit den gleichen Maßen kostet in der Landeshauptstadt Stuttgart nicht gerade wenig. Wer sich eine 80-Quadratmeter-Wohnung im zweiten Stock kaufen möchte, muss dafür 4.740 Euro pro Quadratmeter zahlen. Das entspricht einem Kaufpreis von 379.200 Euro für die Bestandswohnung im Beispiel. Die steigenden Immobilienpreise sind nicht nur Folge der Wohnungsknappheit: Stuttgart hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Aufgrund der vielen Unternehmen gibt es zudem attraktive Jobangebote in und um Stuttgart.

Für Stuttgart sagen die Experten ein ähnliches Ende des Immobilien-Preisbooms hervor, wie für Deutschlands teuerstes Pflaster München: Das Zyklusende des Immobilienbooms in München im Jahr 2024 könnte sich auf die Metropolregion Stuttgart auswirken, glauben die Experten der Deutschen Bank. In der Region um die Landeshauptstadt gebe es bereits mehr Angebote, die vor allem durch Leerstände entstünden, so das Handelsblatt. Das könnte die Wohnungssuche im Raum Stuttgart und der Stadt selbst bis zum Jahr 2027 erleichtern - und vor allem würden dadurch könnten die Preise sinken.

Nachfrage nach Büroräumen in Stuttgart sinkt

Wie sich die sinkende Nachfrage nach Büros in deutschen Metropolen auf die Immobilienpreise auswirken könnte, ist nicht klar. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, hat das Coronavirus in Baden-Württemberg vor allem in Stuttgart dazu geführt, dass weniger Büroräume benötigt werden - viele Arbeitnehmer arbeiten seit der Pandemie im Homeoffice. Rund 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sei die Nachfrage zurückgegangen, heißt es im Bericht der dpa. In anderen deutschen Großstädten sehe es ähnlich aus: Insgesamt stürzte die Nachfrage gemessen an der Fläche im Schnitt um mehr als 30 Prozent ab.

In den ersten Wochen des Jahres 2021 zeige sich ein ähnlicher Trend in Stuttgart: Das Minus könne nicht mehr ausgeglichen werden, obwohl sich die Nachfrage nach Büroräumen leicht erholt habe. Aufgrund der Coronapandemie gehen Experten davon aus, dass der Leerstand von Büros in den sieben größten Städten Deutschlands von 3,7 Prozent auf 4,5 Prozent in diesem Jahr steigen werde. *Echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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