Mehr als 40 Sommertage

Wetter in Stuttgart: Temperaturen, Niederschlag und mehr – der Durchschnitt

Das Wetter in Stuttgart ist von Faktoren wie der Kessel-Lage abhängig. Die Statistik zu Temperaturen, Sonnenstunden und Regen hilft bei der Prognose.

  • Stuttgart ist bekannt für sein sonniges Wetter und ein recht mildes Klima.
  • In der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg gibt es viele Sonnentage im langjährigen Mittel.
  • Mittlere Temperatur im Winter 2019/2020: 4,1 Grad Celsius (+3,1 Grad Abweichung).

Stuttgart - Die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg liegt in einem weit ausgedehnten Kessel. Dieser ist zusammen mit den weiteren örtlichen Bedingungen für das Wetter in Stuttgart und damit für das relativ milde Klima in der Region verantwortlich. Die dichte Bebauung hat ebenfalls Einfluss auf die Wetterlage.

In Deutschland gehört das Ballungsgebiet von Stuttgart zu den wärmeren Regionen. Durch das milde Wetter eignet sich die Umgebung der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg hervorragend für den Anbau von Wein. Laut der Statistiken der vergangenen Jahre genießen die Einwohner Stuttgarts über 40 echte Sommertage im Jahresdurchschnitt. Schnee gibt es in Stuttgart selten. Rund 150 Tage im Jahr sind frei von Frost. Diese positiven Zahlen aus der Statistik machen Stuttgart zu einem beliebten Wohnort. Die zahlreichen Sonnenstunden und die angenehme Wärme sorgen im Sommer für ein aktives Leben.

Wetter in Stuttgart: Sonnenstunden, Windstärke und Luftfeuchtigkeit bestimmen das Klima

Allerdings gibt es eine Kehrseite beim Wetter in Stuttgart, denn die hohen Temperaturen in Kombination mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit belasten den menschlichen Organismus recht stark. Vor allem gesundheitlich angeschlagene Menschen fühlen sich dadurch unwohl. Zudem bilden sich bei bestimmten Wettereinflüssen mehr Feinstaub und Smog in Stuttgart, wodurch sich die Luftqualität spürbar verschlechtert. Meist ist die Luftfeuchtigkeit in Stuttgart allerdings eher gering.

Vor allem die Sonnenstunden haben einen großen Einfluss auf das Wetter in Stuttgart. Sie lassen die Temperaturen in die Höhe steigen. Die Landeshauptstadt liegt im Windschutz des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb. Dadurch ist die Windstärke nur gering. Der stärkste Luftaustausch findet im Nordosten des Kessels statt, im Bereich von Nesenbach und Neckartal.

Das Stadtzentrum von Stuttgart befindet sich hingegen in einer Senke. Dieser Kessel zwischen den Höhenzügen liegt etwa 200 Meter weiter unten und ist damit gut vor dem Wind geschützt. Durch die geringe Windstärke in dieser Senke bleiben auch die Niederschlagsmengen überwiegend im gemäßigten Bereich. In der Sommersaison von Juni bis August ist der Niederschlag in Stuttgart am stärksten, wie sich aus den Statistiken über das Wetter ablesen lässt.

Dennoch reicht das Niederschlagswasser nicht aus, um die Einwohner der Stadt mit Trinkwasser zu versorgen. Aus diesem Grund kommt das Trinkwasser für Stuttgart von der Schwäbischen Alb und vom Bodensee. Von hier aus wird die Trinkwasserzuführung über etwa 200 km sichergestellt.

Auch plötzliche Unwetter sind in Stuttgart möglich

Das Klima in Stuttgart ist verhältnismäßig mild, allerdings ist beim Wetter gelegentlich mit Überraschungen zu rechnen. Zwischen den vielen, warmen Sonnenstunden in den Sommermonaten und Schnee im Winter kann es zu einem starken Unwetter mit Hagelschlag kommen. Gelegentlich ist Stuttgart von Sturm und Orkan betroffen.

Durch die Lage in einem Talkessel hält die Unwetter-Situation oft relativ lange an, was die Gefahr von Überschwemmungen erhöht. Gerade die vergangenen Jahre haben deutliche Auswirkungen des Klimawandels auf Stuttgart gezeigt. Die Extremwerte können in verschiedenen Jahreszeiten auftreten. Im August 2019 kam es beispielsweise zu einer maximalen Niederschlagsmenge von über 40 mm. Der zweithöchste Wert des Jahres wurde im Mai erreicht und lag bei über 28 mm.

Wie groß die aktuelle Gefahr von Schnee, Hagel und Unwetter ist, lässt sich der örtlichen Vorhersage entnehmen. Frühzeitige Warnungen vor einem gefährlichen Sturmtief helfen dabei, sich auf einen Wetterumschwung vorzubereiten.

Wetter in Stuttgart: Maßnahmen zu Feinstaub verbessern die Situation

Die Lage im Kessel, die milden Temperaturen und die dichte Bebauung fördern das warme und manchmal schwüle Wetter in Stuttgart. Die geringe Windstärke erschwert den Luftaustausch, wodurch es angenehm mild ist und nur wenig Schnee fällt. Dadurch kommt es allerdings schnell zu erhöhten Feinstaub-Werten in der Stuttgarter Innenstadt.

Lediglich die unbebauten Frischluftschneisen in den westlichen Hanglagen bringen etwas mehr Wind in den Talkessel. Für die Verbesserung der Luftqualität gibt es inzwischen Fahrverbote für Lkw in einigen Zonen. In bestimmten Situationen verschärfen sich die Maßnahmen für die Luftreinhaltung, um der Bildung von Feinstaub entgegenzuwirken. Die Naturschutzgebiete sollen ebenfalls einen Ausgleich zur steigenden Bevölkerungsdichte schaffen.

Viele Sonnenstunden schaffen gute Voraussetzungen für den Weinanbau

Das warme Wetter in Stuttgart wird schon seit langer Zeit von den Weinbauern genutzt. Rund zwei Prozent der Fläche Stuttgarts sind Weinbaugebiete: Das sind etwa 423 Hektar. Das Neckartal zählt zu den wichtigsten und größten Weinbauregionen Deutschlands. Mit dem milden Klima und den vielen Sonnenstunden sind gute Bedingungen für den Wein gewährleistet.

Die Wetterzone befindet sich in einem Übergangsgebiet zwischen Kontinental- und Atlantik-Klima. Der Neckar spielt dabei eine wesentliche Rolle für das milde Klima im Talkessel. Hinzu kommt der Schutz des Schwarzwaldes. Stuttgart liegt im Wind- und Regenschatten dieser Erhebung. Die Naturlandschaft und die Anbaugebiete profitieren von einer hohen Sonneneinstrahlung und von einer entsprechend langen Vegetationsperiode.

Die Temperaturen in Stuttgart liegen 230 bis 240 Tage jährlich über 5 Grad Celsius. Damit ist diese Region prädestiniert für den Anbau von Wein. Ein Risiko sind lediglich die Unwetter mit Hagel. Als Schutzmaßnahe kommt ein Hagelflieger zum Einsatz.

  • Die durchschnittlich wärmsten Monate in Stuttgart (mittleres Temperaturmaximum):
  • Juni: 21,0 °C
  • Juli: 23,3 °C
  • August: 23 °C
  • September: 19,8 °C

Entwicklung und Auswirkungen des Wetters in Stuttgart

Das Wetter in Stuttgart wird vor allem von der besonderen Lage geprägt. Im Stuttgarter Kessel gibt es große Höhenunterschiede von nahezu 350 Metern. Die Kernstadt zwischen den Weinhängen und Wäldern ist sehr niederschlagsarm und die Luft ist zumeist trocken. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Bevölkerungszahl angestiegen. Das führte zunächst zu Trinkwassermangel in Stuttgart, der mit neuen Frischwasserzuleitungen behoben werden konnte.

Mit der wachsenden Bauwirtschaft und Mobilität haben sich die Probleme der Luftqualität verschlechtert. Feinstaub und Unwetter stellen heute eine große Gefahr dar, sowohl für die Einwohner als auch für die Natur und den Weinanbau. Der eher geringe Niederschlag und die vielen Sonnenstunden scheinen die negativen Punkte auszugleichen, allerdings haben sie keinen positiven Einfluss auf das Klima in und um Stuttgart.

Nur mit menschlicher Hilfe und bestimmten Regulatorien lassen sich die wetter- und lagebedingten Schwierigkeiten beheben. Dazu gehören einerseits Fahrverbote für Lkw in der Innenstadt, andererseits unbebaute Luftschneisen.

Die verschiedenen Maßnahmen der Landesregierung konnten bereits einige Erfolge erzielen. Nicht nur in Stuttgart, sondern auch in anderen Städten von Baden-Württemberg hat es eine Qualitätsverbesserung der Luft gegeben. Inzwischen können laut Angaben der Landesregierung die Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub eingehalten werden.

Wetter in Stuttgart: Sturm, wenig Schnee, warme Temperaturen

Gegen das Wetter lässt sich nicht viel ausrichten, allerdings haben die Einwohner von Stuttgart die Möglichkeit, etwas gegen die schlimmsten Auswirkungen zu tun. Im Schutz des Kessels deutet sich ein Unwetter meistens relativ früh an.

Die warmen Temperaturen sind ein klarer Pluspunkt in der Stadt Stuttgart. Viele Einwohner freuen sich über den geringen Schneefall und über die ungewöhnlich vielen Sonnentage. Vor den Unwettern müssen sie sich allerdings schützen. Dies ist am besten mit einer frühen Unwetterwarnung möglich. Auch wenn die Windstärke in Stuttgart eher gering ist, kann es Probleme durch Hagel und Starkregen geben.

Als Schutz für die Weinanbaugebiete ist ein Hagelflieger unterwegs. Für die Städter gibt es andere Schutzmaßnahmen gegen den erhöhten Niederschlag und Hochwasser. In den höheren Lagen sollte man sich außerdem gegen Windböen absichern. Selbst wenn das Unwetter etwas länger anhält, lassen sich größere Probleme vermeiden. Plötzliche Veränderungen der Wetterlage sind durch die Lage im Stuttgarter Kessel eher selten. Es lohnt sich also, regelmäßig den Bericht über das Wetter in Stuttgart zu beobachten und sich auf möglichen Schnee, Starkregen oder Gewitter mit Hagel vorzubereiten.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Marijan Murat/dpa

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