Mobilität in der Landeshauptstadt

E-Scooter-Boom in Stuttgart: Stadt empfiehlt genervten Bürgern, Roller selbst aus dem Weg zu räumen

Nicht genutzte E-Scooter stehen auf einem Gehweg am Alexanderplatz.
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Die E-Scooter in Stuttgart sind beliebt, aber auch umstritten. Polizei und Stadt sehen jedoch kein Problem.
  • Julian Baumann
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Per E-Scooter durch die Landeshauptstadt: In Stuttgart gibt es immer mehr Angebote für das Leasing der Fortbewegungsmittel. Aber auch die Kritik wächst. Die Stadt hingegen beschwichtigt.

Stuttgart - Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart gilt als Autostadt. Zum Vorankommen in der oftmals stark besuchten Innenstadt der Schwaben-Metropole eignen sich große Fahrzeuge dagegen weniger. Es sei denn, man nimmt in Kauf, ständig an Zebrastreifen oder Fußgängerampeln zu warten. Oder aber man legt es darauf an, sein neues Modell der Daimler AG oder der Porsche AG zu präsentieren. Als Alternative kann man natürlich zu Fuß durch die Stadt schlendern und die Sehenswürdigkeiten in Stuttgart bewundern. Doch auch das Angebot der Deutschen Bahn zum Mieten von Fahrrädern wird immer weiter in Stuttgart ausgebaut.

Das Fortbewegungsmittel, das man in Stuttgart neben den Autos und den Straßenbahnen wohl aber am häufigsten sieht, sind die E-Scooter. Inzwischen kann man die elektrisch betriebenen Cityroller bei fünf verschiedenen Anbietern leihen. Die Tretroller dürfen laut der Stadt auch seit 2019 offiziell am Straßenverkehr teilnehmen. Bei dem wachsenden Angebot hat das für den Verkehr in Stuttgart allerdings nicht nur Vorteile. Die Verwaltung und die Polizei Stuttgart beschwichtigen die Kritiker jedoch. Laut den Stuttgarter Nachrichten sieht man „kein Schwerpunktproblem“.

Tausende E-Scooter könnten diesen Sommer in Stuttgart unterwegs sein

Wer öfter in Stuttgart unterwegs ist, hat bestimmt schon häufiger E-Scooter im Straßenverkehr gesehen. Oder ist fast über ein Exemplar gestolpert: Die Tretroller werden manchmal nämlich ziemlich ungünstig abgestellt, beispielsweise mitten auf dem Bürgersteig. Für das rasche Fortkommen in der Stadt sind die E-Roller jedoch auch praktisch. Wer ein solches Gefährt leihen möchte, kann das aktuell bei den Anbietern Circ, Lime, Voi, Tier und seit neustem auch Bold tun, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Vor Fahrtbeginn müssen die Roller per App freigeschaltet werden. Beim Start des Ausleihvorgangs wird eine Gebühr von einem Euro fällig, jede gefahrene Minute kostet je nach Anbieter zwischen 5 und 24 Cent.

Durch das wachsende Angebot an E-Scootern könnten in Stuttgart in diesem Sommer mehrere Tausend dieser Gefährte in der Stadt unterwegs sein, schreiben die Stuttgarter Nachrichten. Inzwischen sind die Tretroller nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Stadtteilen vertreten. Laut der Verordnung für Kleinstfahrzeuge, dürfen die E-Scooter im Straßenverkehr eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h nicht übersteigen, berichtet der ADAC. Doch auch bei dieser Geschwindigkeit kommt es teilweise zur Verkehrsbehinderung, ein weiterer Punkt, weswegen die E-Scooter umstritten sind.

E-Scooter in Stuttgart: Stadt und Polizei sehen kein Problem

Beim Start des E-Scooter-Angebots in Stuttgart kam es aufgrund von kreuz und quer abgestellten Tretrollern häufig zu Beschwerden. Laut der Stadt sind derzeit pro Tag bis zu 1.200 Roller von jedem der Anbieter unterwegs. Ein Problem sieht die Verwaltung und auch die Polizei jedoch nicht. „Vorteil der E-Scooter ist ja auch, dass man sie im Gegensatz zu einem Auto ganz leicht auch selbst aus dem Weg stellen kann“, sagte Ralf Maier-Geißer, Leiter des städtischen Aktionsplans „Nachhaltig mobil“ den Stuttgarter Nachrichten. „Dies empfehlen wir auch möglichen Beschwerdeführern, sofern sie dazu körperlich in der Lage sind.“ Zuvor war es immer wieder zu Beschwerden wegen wild abgestellter Roller auf Gehwegen gekommen.

Im vergangenen Jahr seien im Stadtgebiet 44 Unfälle mit Beteiligung eines E-Scooters geschehen, heißt es in der Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Stuttgart. Davon haben 27 Fahrer Verletzungen erlitten, fünf verletzten sich sogar schwer. Aus der Statistik geht jedoch auch hervor, dass es im Jahr 2020 insgesamt 20.429 Verkehrsunfälle in Stuttgart gab. Die Unfälle mit den E-Scootern machten demnach dabei einen sehr geringen Teil aus. Die Unfälle mit den elektrischen Tretrollen passieren meistens unter Alkoholeinfluss oder wenn die Fahrer verbotenerweise in Fußgängerzonen oder auf Gehwegen unterwegs sind, sagte ein Polizeisprecher den Stuttgarter Nachrichten.

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