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Stuttgart: Kind steht vergeblich an Zebrastreifen und wird von Autofahrern ignoriert

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Von: Nadja Pohr

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Ein Schulkind steht an einem Zebrastreifen
Das Kind hatte sich wohl einfach nicht getraut, einen Schritt auf den Zebrastreifen zu machen. Schließlich lief es einen Umweg, wie der Vater auf Twitter berichtet (Symbolbild) © IMAGO/Eibner

Auf Twitter berichtete ein Vater von dem Erlebnis seines Kindes. Dieses wurde an einem Zebrastreifen von Autofahrern ignoriert und kam dann zu spät zur Schule.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart ist auch als „Autostadt“ in der Republik bekannt. Immerhin sitzen hier zwei der wichtigsten Autohersteller des Landes. Laut einem Ranking ist Mercedes-Benz die wertvollste und Porsche die stärkste Marke Deutschlands. Fußgänger und Radfahrer in der Region fühlen sich aufgrund dessen im Straßenverkehr oftmals benachteiligt. Einige Kritiker sprechen sogar von einer „geduldeten motorisierten Gewalt“ in Stuttgart.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter stellen Fußgänger und Radfahrer häufig dar, mit welchen Hindernissen sie im Alltag zu kämpfen haben. Beispielsweise werden sie aufgrund einer Baustelle einfach durch eine hohe Wiese geschickt. Ein Vater berichtete auf Twitter nun verärgert von einem schockierenden Erlebnis seines Kindes auf dem Weg zur Schule in Stuttgart.

Kind wird von Autofahrern an Zebrastreifen ignoriert und kommt deshalb zu spät zur Schule

Wie der Vater aus Baden-Württemberg schreibt, war sein Kind auf dem Weg zur Schule, als es vergeblich am Zebrastreifen stand. Kein Auto hätte gehalten, um es über die Straße zu lassen, beschwert sich der Twitter-User. Der Erstklässler hatte sich wohl einfach nicht getraut, einen Schritt auf den Zebrastreifen zu machen. „Es ist dann einen Umweg über die Ampel gelaufen und kam zu spät zur Schule“, schildert der Vater fassungslos.

Einen Tag später beschloss der Mann, sein Kind zur Schule zu begleiten und teilte seine Erlebnisse auf Twitter. „Nachdem die Autos für mein Kind am Zebrastreifen nicht gehalten haben, habe ich es heute zur Schule begleitet. Zum Glück bin ich groß und schon von weitem sichtbar“, schreibt er und fügt dazu ein Video von der Situation vor Ort an. Tatsächlich fahren die Autos zügig und scheinbar ohne einen Blick für Fußgänger über den Überweg. „Stellt euch vor, wie schlecht kleine Kinder hier gesehen werden“, äußert der Vater.

Community ärgert sich über ignorante Autofahrer in Stuttgart

Unterstützung erhält der Vater auf Twitter auch von vielen weiteren in der Community. Die User sind teilweise schockiert über die Situation. Andere wundern sich allerdings nicht mehr, dass man an Zebrastreifen keine Chance mehr habe. „Es ist halt wichtig in Daimler City, dass Autos unbedingt Vorrang haben“, schreibt ein Nutzer sarkastisch. „Als Erwachsener verlangt es häufig schon Mut, hier auf sein Recht zu beharren und einfach auf den Zebrastreifen zu treten. Als Kind ist man mit der heutigen asozialen Interpretation („ich bremse erst wenn du den ersten Schritt gemacht hast“) natürlich vollends verloren“, äußert ein weiterer.

Andere User schlagen vor, dass das Kind künftig ein klares Zeichen geben solle, wenn es über den Zebrastreifen möchte. „Arm ausstrecken und auf die andere Straßenseite zeigen (also klares Zeichen: “ich will hier rüber”) und Autofahrer ins Gesicht schauen sollte reichen“, kommentiert einer. Der Vater findet hingegen, die Stadt Stuttgart sollte dort nicht mehr als 20 km/h erlauben, „wenn ihr Kinder wichtig wären“.

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