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Nach Übergriffen in Stuttgarter Freibad: Lebenslanges Badeverbot für Sexualstraftäter

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Von: Franziska Vystrcil

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Menschen sonnen sich im Inselbad in Stuttgart-Untertürkheim
In den vergangenen Wochen kam es im Inselbad in Stuttgart-Untertürkheim vermehrt zu sexuellen Übergriffen. Die Täter erhalten lebenslanges Hausverbot. © Norbert Försterling/dpa

Wegen sexueller Übergriffe musste die Polizei mehrfach ins Inselbad Untertürkheim ausrücken. Der Betrieb reagiert mit mehr Personal und Hausverbot für die Täter.

Stuttgart - Das Wetter in Deutschland lockt bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen derzeit die Menschen nach draußen. Bei Werten über 25 Grad hilft oftmals nur ein Sprung ins kühle Nass, um sich abzukühlen. Auch die Freibäder in Baden-Württemberg können sich derzeit nicht über zu wenige Besucher beschweren. Ins Untertürkheimer Inselbad, Stuttgarts größtem Freibad, strömten massenhaft Menschen.

Besonders an den Wochenenden ist viel los. Allerdings hat der Trubel auch Schattenseiten: In den vergangenen Wochen kam es im Freibad immer wieder zu sexuellen Übergriffen. Die Polizei musste gleich mehrmals ausrücken. Das Freibad hat nun Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen.

Inselbad Untertürkheim: Täter bekommen lebenslanges Hausverbot in allen Stuttgarter Bädern erteilt

„Am Sonntag registrierten wir mehr als 11.000 Gäste“, erzählt Jens Böhm, Pressesprecher der Stuttgarter Bäder, gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Bei so vielen Besuchern haben Sicherheitspersonal und Bademeister viel zu tun. Vor allem in den vergangenen Wochen. Nach mehreren sexuellen Übergriffen auf Frauen und Mädchen hat das Inselbad das Sicherheitspersonal an besucherstarken Tagen verdoppelt, berichtet die Zeitung. Doch Jens Böhm betont: „Da sind wir auch auf die Mithilfe anderer Badegäste angewiesen, die am besten schnellstmöglich den Beschäftigten vor Ort Vorfälle melden. In erster Linie muss unser Personal für die Wassersicherheit sorgen.“

Bereits am 15. Juni rief eine 33-Jährige Angestellte des Freibads um Hilfe, nachdem ein 31-Jähriger sie im FKK-Bereich an Bauch und Brust berührt haben soll. Auch nach der Aufforderung, dies zu unterlassen, belästigte der Mann die Frau weiter.

Am Samstag (18. Juni) kam es zu einem weiteren Vorfall, bei dem ein 22-Jähriger drei Mädchen im Alter von 13 Jahren an den Hintern gefasst haben soll. Auch am Sonntag (19. Juni) rückte die Polizei für mehrere Anzeigen an. Die Betreiber der Stuttgarter Bäder nehmend die Vorfälle sehr ernst. „Jeder Meldung von Badegästen wird sofort nachgegangen, die Tatverdächtigen meist vor Ort gestellt und der Polizei gemeldet“, sagt Jens Böhm. Die Konsequenzen für die Täter: ein lebenslanges Haus- und Badeverbot in allen Stuttgarter Bädern.

Zusätzliche Ordnungskräfte in Stuttgarter Bädern - „Konflikte im Keim ersticken“

Auch sonst sind die Konsequenzen von sexuellen Übergriffen nicht unerheblich. Jeder Fall wird von der Polizei verfolgt sowie zur Anzeige gebracht. Sexuelle Belästigung kann mit einer Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren oder empfindlichen Geldstrafen geahndet werden. Beim Strafmaß spielen die Vorgeschichte des Täters, das Alter des Opfers sowie die Art der Belästigung eine Rolle. Übergriffe einer Gruppe können auch eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis hin zu fünf Jahren zur Folge haben.

Die Stuttgarter Bäder setzen alles daran, weitere Vorfälle zu verhindern. Bademeister zeigen mehr Präsenz, an besucherreichen Tagen sind zusätzliche Ordnungskräfte vor Ort. Ziel sei es, „mögliche Konflikte im Keim zu ersticken“, so Pressesprecher Jens Böhm.

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