Verschärfte Einlass-Kriterien

Stuttgarter Wirt lässt Ungeimpfte nur noch draußen sitzen - mit Begründung

Eine Servicekraft läuft im Außenbereich eines Restaurants an Gästen vorbei.
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Ungeimpfte müssen draußen bleiben: Obwohl er mit Anfeindungen rechnen musste, hat ein Stuttgarter Wirt die 2-G-Regel in seinen Innenräumen ausgerufen. (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Eigentlich gilt in Baden-Württembergs Gastronomie-Innenräumen derzeit die 3-G-Regel. Der Betreiber des Ochs‘n Willi in Stuttgart hält davon nichts und setzt stattdessen auf 2G.

Stuttgart - Laut der aktuellen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg gilt seit Mitte September die Hospitalisierungsrate als entscheidend für Einschränkungen. Sobald eine bestimmte Anzahl von Intensivbetten im Land belegt ist, tritt eine von drei Stufen ein: Basisstufe, Warnstufe oder Alarmstufe. Da das Land sich aktuell in der Basisstufe befindet (Stand 1. Oktober), gilt in der Gastronomie die 3-G-Regel in geschlossenen Räumen. Ein Wirt in der Landeshauptstadt Stuttgart hält von dieser Regelung nichts und lässt nur Geimpften und Genesenen Zutritt zu seinen Gasträumen.

Beim Ochs‘n Willi am Stuttgarter Schlossplatz sind in den Innenräumen laut Betreiber Urs Zondler nur noch Menschen zugelassen, die die 2-G-Regeln erfüllen. „So darf ich mein berühmtes Salatbüffet wieder aufbauen“, erklärt er gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Und positioniert sich klar für eine strengere Impfregelung: „Ich bin einfach der Meinung, dass es gegenüber jungen Menschen und Kindern nicht fair ist, dass man sich nicht impft.“ Ungeimpfte dürfen bei ihm nur draußen in einem der vier großen Weinfässer sitzen - diese müssen jedoch vorweg reserviert werden.

Stuttgarter Wirte wegen 2-G-Regel von Impfgegnern angefeindet

Zondler ist nicht der erste Wirt in Stuttgart, der sich für die 2-G-Regel entscheidet. So beschloss auch eine andere Stuttgarter Gastronomin, nur noch Geimpfte und Genesene zu bewirten - und wurde bedroht. Ein weiterer Wirt kämpft wegen 2 G in seinem Haus gegen den Hass von Impfgegnern. Urs Zondler vom Ochs‘n Willi berichtet hingegen von fast ausschließlich positiven Reaktionen. Die meisten seiner Gäste seien ohnehin geimpft.

Zwar ist der Aufschrei in den sozialen Medien oft groß, wenn ein Wirt sich zu strengeren Einlass-Kriterien entschließt. Doch bei den Menschen, die sich im Netz über solche Regeln wütend auslassen, handelt es sich nach Einschätzung von Jochen Alber, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Baden-Württemberg, um eine Minderheit. Mit dem Gros der Gäste hätten diese nichts zu tun, sagte er den Stuttgarter Nachrichten. Vielmehr seien organisierte, kleine Gruppen im Internet unterwegs.

Gastronomie-Betriebe im Visier: Anfeindungen wegen Einlassregeln nehmen zu

Auch wenn der Gegenwind im Netz bezüglich der strengen Einlassregeln also offenbar von einer Minderheit kommt, müssen Gastronomen derzeit viele Anfeindungen einstecken. Diese seien „teilweise schon heftig“, berichtete Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga, gegenüber den Stuttgarter Nachrichten.

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