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Stuttgart erlebt Geflüchteten-Zustrom in „nie gekanntem Ausmaß“

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Von: Nadja Pohr

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Flüchtlinge aus der Ukraine kommen aus Polen am Berliner Hauptbahnhof an
Immer mehr Ukraine-Flüchtlinge kommen in Deutschland an. In Stuttgart ist die Kapazität bei den Unterbringungen fast ausgeschöpft. © IMAGO/Jochen Eckel

Immer mehr Ukraine-Flüchtlinge treffen in Stuttgart ein. Da die Möglichkeiten der Unterbringungen bald ausgeschöpft sind, müssen weitere Optionen geprüft werden.

Stuttgart - Nach und nach treffen immer mehr ukrainische Flüchtlinge in der Landeshauptstadt Stuttgart ein. Zuletzt deutete sich bereits an, dass der „Massenstrom“ für Chaos sorgt - erste Ukraine-Flüchtlinge mussten in Stuttgart bereits abgewiesen werden. Obwohl ein Krisenstab eingerichtet wurde, um Betroffene besser koordinieren zu können, spitzt sich die Situation in Baden-Württemberg weiter zu.

Das Schulamt in Stuttgart ist mit der Aufnahme der geflüchteten Kinder aus der Ukraine heillos überfordert. Auch bei den Unterbringungen werden in der Stadt langsam die Grenzen der Kapazitäten erreicht. Am Wochenende kamen erneut zahlreiche Menschen in Stuttgart an. Die Stadtverwaltung hatte am Sonntag (13. März) bereits 1.000 Betroffene in Herbergen und Hotels untergebracht und am Abend mit der Einrichtung einer Nebenhalle der Porsche-Arena begonnen.

Zustrom von Flüchtlingen aus der Ukraine nach Stuttgart erreicht „nie gekanntes Ausmaß“

Zur aktuellen Lage erklärte Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann (Grüne) gegenüber der Stuttgarter Zeitung, dass man „einen Zustrom in einem nie gekannten Ausmaß“ erlebe. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) zufolge habe die Stadt die Versorgung und Unterbringung der Ukraine-Flüchtlinge dennoch im Griff. Er lobte die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und der Rettungsorganisationen.

Trotz allem warnte Nopper vor einem Überlauf in den Großstädten der Region und nimmt die Landesregierung um Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in die Pflicht: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Kriegsflüchtlinge im Land vernünftig verteilt werden und nicht nur in Stuttgart und anderen Großstädten untergebracht werden.“ Wie es in den Landkreisen in Baden-Württemberg aussieht, wisse er nicht. Nopper geht jedoch davon aus, dass das Land bereits an einem Konzept für die Verteilung der Geflüchteten arbeite.

In Stuttgart sind weitere Unterbringungsorte für Flüchtlinge aus der Ukraine geplant

Stuttgart sucht weiterhin Wohnungen für die Ukraine-Flüchtlinge. Derweil wurde zur kurzfristigen Unterbringung der Menschen am Sonntagabend ein weiteres Hotel mit etwa 100 Plätzen mobilisiert. Auch in Bayern kamen hunderte Flüchtlinge in einem Hotel in Garmisch-Partenkirchen unter, wie Merkur.de* berichtet. Dabei wurde streng darauf geachtet, dass es sich auch um ukrainische Kriegsflüchtlinge handelt. Die Nebenhalle der Porsche-Arena in Stuttgart bietet 400 Plätze für die Aufnahme von Geflüchteten und man habe bereits eine weitere Halle auf dem Gelände im Blick, in der für weitere 300 Menschen Platz sein soll.

Am Freitag wurde in Stuttgart die außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen, durch die nun auch Kräfte des Katastrophenschutzes bei der Bewältigung des Stroms an Geflüchteten zum Einsatz kommen. Der Stadt zufolge handelt es sich dabei um 80 Personen der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie des Malteser Hilfdienstes. Diese kümmern sich unter anderem um die Ankunft und Registrierung von Schutzsuchenden am Hauptbahnhof Stuttgart und helfen bei der medizinischen Versorgung sowie bei der Verpflegung in den Unterkünften. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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