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„Wirklich gut ausgebildet“: Stuttgarter Jobcenter macht Ukraine-Flüchtlingen Hoffnung

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Von: Nadja Pohr

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Eine Ukrainerin geht mit ihren Enkelkindern spazieren.
Rund 80 Prozent der geflüchteten Ukrainern sind Frauen. Viele von ihnen seien dem Jobcenter in Stuttgart zufolge gut ausgebildet und waren teilweise zuvor im pädagogischen Bereich tätig (Symbolbild). © Christoph Soeder/dpa

Die zahlreichen Ukraine-Flüchtlinge in Stuttgart sind dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Das Jobcenter ist zuversichtlich, dass die Integration gelingen wird.

Stuttgart - In den vergangenen Wochen kamen tausende geflüchtete Menschen aus der Ukraine in der Landeshauptstadt Stuttgart an. Helfer vor Ort berichteten davon, wie sie weinend am Hauptbahnhof Stuttgart ankamen und riefen, dass sie nun endlich frei seien. Nach der Flucht geht es jetzt darum, sich ein neues Leben in Deutschland aufzubauen.

Unterstützt werden die Ukraine-Flüchtlinge dabei unter anderem von der Stadt, die hierfür einen speziellen Koordinierungsstab eingerichtet hat, um unter anderem Wohnungen für die Ukrainer zu finden. Rund 5.600 Flüchtlinge wurden registriert - davon 1.800 Kinder bis 15 Jahre. Die Zahl umfasst auch diejenigen, die privat bei Verwandten, Freunden oder Flüchtlingshelfern untergekommen sind. Täglich würden sich etwa weitere 40 bis 60 Personen melden, berichtet der Chef des Jobcenters Stuttgart, Jürgen Peeß, gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

Jobcenter Stuttgart ist zuversichtlich bei der Betreuung der Ukraine-Flüchtlinge

Das Jobcenter Stuttgart hat die Abteilung „Migration und Teilhabe“, die durch die zurückliegende Flüchtlingskrise sehr erfahren in ihrem Bereich sei. Nach derzeitigem Stand geht das Jobcenter davon aus, dass zu den rund 21.000 Haushalten, die man betreue, 1.600 bis 1.700 dazukommen würden. In der Abteilung Migration und Teilhabe erwarte man sogar einen Zuwachs von mehr als 50 Prozent - aktuell werden hier 3.000 Familien betreut. Jobcenter-Chef Jürgen Peeß zeigt sich dennoch zuversichtlich, was die Vermittlung von Jobs in Stuttgart an die Ukraine-Flüchtlinge angeht.

Die vielen geflüchteten Frauen, etwa 80 Prozent der Flüchtlinge, seien laut Peeß „wirklich gut ausgebildet“. Sie würden ein sehr großes Interesse zeigen und seien engagiert, sich auch selbst zu organisieren. Einige seien im pädagogischen Bereich ausgebildet, was sich für Stuttgart vorteilhaft auswirken könnte. Im Bereich der Kinderbetreuung wird gerade wegen Personalmangel nach neuen Lösungen gesucht. Unter anderem sollen Nichtfachkräfte in Kitas eingesetzt werden. Dennoch muss zuerst die Sprachbarriere mithilfe von Sprachkursen überwunden werden.

Ukraine-Flüchtlinge im Land erhalten bald Hartz IV

Nach einem Beschluss von Bund und Ländern werden die Ukraine-Flüchtlinge bald nicht mehr nach dem Asylbewerberleistungsgesetz versorgt, sondern erhalten künftig Hartz IV. Die Politik in Baden-Württemberg hat diesen Entschluss willkommen geheißen. Stuttgart Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann (Grüne) warnt allerdings, dass diese Entscheidung mit finanziellen Risiken verbunden sei. Der Bund übernehme zwar den Hartz-IV-Satz, die Kosten der Unterkunft aber nur zu 71,5 Prozent.

Positiv sei zu berichten, dass die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge, die von der Stadt in Hotels, Hostels und Hallen untergebracht worden sind, etwas abgenommen habe. Sußmann berichtet von einer leichten Entlastung, die eingetreten sei - eine „Trendwende“ sei jedoch noch nicht erkennbar. Die Koordinierung von den Menschen, die in der Region ankommen, und die Verteilung ins Land würde inzwischen gut klappen, berichtet die Sozialbürgermeisterin.

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