Ukraine-Flüchtlinge in der Region

Büros, Sporthallen, Veranstaltungshallen: Stuttgart sucht weiter händeringend nach Unterkünften

Zwei Menschen sitzen auf einem Feldbett und essen
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Die Unterkünfte für die Geflüchteten aus der Ukraine füllen sich immer weiter. Stuttgart muss für Nachschub sorgen.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Aufgrund der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen aus der Ukraine sucht Stuttgart nach weiteren Unterkünften. Allerdings ist nicht jede Möglichkeit dafür geeignet.

Stuttgart - Kurz nach den ersten Angriffen von Russland auf die Ukraine richtete die Stadt Stuttgart einen Koordinierungsstab ein, um die Geflüchteten gezielt vermitteln zu können und ihnen Wohnungen zu suchen. Die Unterbringung der zahlreichen Menschen, die fast täglich in der Landeshauptstadt ankommen, wird jedoch zunehmend schwerer.

Schon in den vergangenen Wochen verdeutlichte sich, dass die Kapazitätsgrenzen in Stuttgart langsam erreicht werden. Sozialbürgermeisterin Alexandra Sussmann (Grüne) sprach von einem „Zustrom in nie gekanntem Ausmaß“ (BW24* berichtete). Neben Hotels und Hostels sowie Notunterkünften wie in einer Nebenhalle der Porsche-Arena sucht die Politik in Stuttgart* weiter händeringend nach Möglichkeiten, die Ukraine-Flüchtlinge unterzubringen.

Stuttgart: Sporthallen werden für Ukraine-Flüchtlinge umfunktioniert, leere Bürogebäude geprüft

Um mehr Unterkunftsplätze zu schaffen, werden in der Region Stuttgart bereits erste Sporthallen für die Nutzung umfunktioniert. Die Landeshauptstadt plant, Turnhallen als „letztes Mittel“ einzusetzen. Im Kreis Böblingen* werden beispielsweise schon zwei Schulsporthallen umgebaut. Die Umfunktionierung der Sporthallen hat Auswirkungen auf die ohnehin am Limit agierenden Schulen* - der Schulsport fällt teilweise aus oder wird in andere Hallen verlegt.

Darüber hinaus werden auch leer stehende Bürogebäude als Option geprüft. Unter anderem wäre das Eiermann-Areal in Vaihingen eine geeignete Lösung mit viel Platz. Die luxemburgische Adler-Group, der das Areal gehört, hat die Stadt kontaktiert und ihr das Objekt zur Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen angeboten. Nach Umbauten könnten in den obersten beiden Stockwerken bis zu 400 Flüchtlinge unterkommen. Doch nicht alle im Gemeinderat sehen das Eiermann-Areal als ideale Unterkunft aufgrund der Nähe zur Autobahn.

Stuttgart sieht leerstehende Wohnungen teilweise als nicht geeignet an

Inzwischen wurden in Stuttgart bereits 2.500 Flüchtlinge untergebracht. Im Hinblick auf die händeringende Suche nach Unterkünften, machen leerstehende Immobilien in Stuttgart*, die der Stadt gehören, stutzig. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, werde aber nicht jedes Gebäude als geeignet für die Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen eingestuft.

Das ehemalige Waldheim Frauenkopf wurde beispielsweise als unbrauchbar eingestuft, da dort nur wenige Personen untergebracht werden könnten und ein zusätzliches Catering und Sanitärräume entstehen müssten. Andere Gebäude sind deshalb nicht geeignet, weil sie sich in einem schlechten Zustand befinden und zunächst saniert werden müssten. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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