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Stuttgarter Tierheim völlig überfüllt: 60 Igel werden aufgepäppelt - Helfer dringend gesucht

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Von: Franziska Vystrcil

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Ein Igel läuft durch herbstliches Laub. (Symbolbild)
Trifft man derzeit auf einen Igel, ist das kein gutes Zeichen - die Tiere sollten bereits im Winterschlaf sein. Manche sind dafür jedoch zu klein oder schwach (Symbolbild). © blickwinkel/Imago

Eigentlich sollten Igel zu dieser Jahreszeit bereits friedlich schlummern. Einige sind dafür aber zu klein oder zu schwach. Das Stuttgarter Tierheim kümmert sich um sie.

Stuttgart - Tapsend laufen sie durch das raschelnde Laub: Igel sind gern gesehene Gäste in unseren Gärten. Zur aktuellen Jahreszeit ist ihr Besuch allerdings eher besorgniserregend. Die Tiere verbringen die kalte Jahreszeit im Winterschlaf, bereiten sich je nach Wetter in Deutschland und damit je nach Witterung bereits im November auf die Ruhezeit vor. Oftmals benötigen die stacheligen Tierchen allerdings Hilfestellung. Denn sind die Tiere jetzt noch nicht im Winterschlaf, krank oder unterernährt, überleben sie den Winter meist nicht.

Wie jedes Jahr um diese Zeit werden daher viele Tiere in Auffangstationen oder Heimen abgegeben - so auch im Stuttgarter Tierheim. „Wie viele andere Tierheime und Tierschutzorganisationen sind auch wir völlig überlaufen. Wir haben sehr viele Igelchen da“, klagt Tierheimleiterin Marion Wünn auf Anfrage von BW24. Doch nicht jedes Tier sollte abgegeben werden, sagt sie. BW24 verrät, wie man den Tieren helfen kann.

Stuttgarter Tierheim platzt aus allen Nähten: Eigentlich nur Platz für 20 Igel

Die Igelstation des Stuttgarter Tierheims platzt aktuell aus allen Nähten. „Wir haben Kapazität für 20 Igel - momentan päppeln wir rund 60 Stück auf“, sagt Marion Wünn. Dieses Szenario wiederhole sich Jahr für Jahr. Früher hätten vor allem ältere Leute ehrenamtlich geholfen und die Tiere bei sich zu Hause gepflegt. Doch von solchen Helfern gebe es immer weniger. „Einige können das auch altersbedingt nicht mehr machen“, sagt die Tierheimleiterin. Auch eine Auffangstation für Igel gibt es in Stuttgart seit einiger Zeit nicht mehr.

Viele Leute hätten in den vergangenen Wochen daher gefundene Igel zu ihnen ins Tierheim gebracht. Doch nicht jeder Igel muss abgegeben werden, betont die Tierschützerin. „Nicht alles, was nicht gleich bei drei auf dem Baum ist, braucht Hilfe“, sagt sie weiter. Entscheidend dafür, ob ein Igel durch den Winter kommt, sei vor allem sein Gewicht. Wer sicher gehen will, ob das Tier unterernährt ist, sollte den Igel zum Beispiel auf einer Küchenwaage wiegen. „Alles unter 500 Gramm ist bei Jungigeln bedenklich“, erklärt Marion Wünn.

Doch woran erkennt man, ob das Tier Hilfe benötigt? „Igel sind dämmerungsaktiv. Sind sie tagsüber im Garten unterwegs, ist das kein gutes Zeichen.“ Aber: Die Tiere könnten auch lediglich von Hunden, Katzen oder etwas anderem gestört und aufgescheucht worden sein. Daher sollte man das Tier laut Marion Wünn erst einmal beobachten. „Man kann den Igeln zum Beispiel einen Rückzugsort oder Unterschlupf bieten.“ Dazu reicht ein Karton, eine Kiste oder ein Laubhaufen im Garten. Gerne kann man die Tiere auch zufüttern, etwa mit Katzenfutter oder ungewürztem Rührei.

Diese Igel brauchen Hilfe:

Im Frühjahr werden die Igel wieder in die Freiheit entlassen

Wer sich noch unsicher ist, ob der Igel Hilfe braucht, sollte ihn zum Tierarzt oder einer Auffangstation bringen. Da letztere allerdings momentan überall in Baden-Württemberg überlaufen sind, freuen sich die Tierschutzorganisationen auch über Helfer, welche die Tiere bei sich zu Hause gesund pflegen. Im Tierheim Stuttgart werden die Igel bis zum Frühjahr aufgepäppelt. In speziellen Außengehegen können einige von ihnen sicher den Winter verbringen. Steigen die Temperaturen draußen wieder, werden die Tierchen in die Freiheit entlassen.

Tipps zum Aufpäppeln von Igeln gibt auch der Verein Pro Igel auf seiner Webseite und unter einer Beratungshotline. Oft können auch Tierärzte, der örtliche Tierschutzverein oder das Veterinäramt bei Fragen weiterhelfen.

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