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Nächste Hiobsbotschaft für Stuttgarter: Wichtige Bauprojekte müssen wegen Stuttgart 21 warten

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Von: Nadja Pohr

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Großbaustelle Stuttgart 21
Erst wenn nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 die Flächen geräumt sind, könne mit der Neugestaltung des Bahnhofumfelds begonnen werden. © Bernd Weißbrod/dpa

Im Zuge des Großprojekts Stuttgart 21 war auch die Neugestaltung der Klett-Passage und der Schillerstraße geplant. Diese Projekte wurden nun weit nach hinten geschoben.

Stuttgart - Die Fertigstellung des Großprojekts Stuttgart 21 ist noch in weiter Ferne. Die Deutsche Bahn plant den Abschluss des Umbaus für das Jahr 2025. Der Zeitplan für den Hauptbahnhof Stuttgart wurde in den vergangenen Jahren aber immer wieder verschoben. Das hat auch Folgen für das Bahnhofsumfeld, das im Zuge von Stuttgart 21 ebenfalls erneuert werden soll.

Erst kürzlich gab der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn Ronald Pofalla seinen Abschied aus dem Großprojekt und dem Unternehmen bekannt. Darüber hinaus sorgten auch Spekulationen, dass Stuttgart 21 über 10 Milliarden Euro kosten könnte, bei Kritikern für Unmut. Hinzu kommen nun neuveröffentlichte Zahlen, die für Ernüchterung sorgen.

Klett-Passage und Schillerstraße werden erst deutlich nach Stuttgart 21 in Angriff genommen

Der Stadt Stuttgart zufolge werde mit der Neugestaltung der Klett-Passage erst im Jahr 2028 begonnen. Die damit einhergehende Reduzierung des Verkehrs auf dem darüberliegenden Arnulf-Klett-Platz und der angrenzenden Schillerstraße sei sogar erst im Jahr 2031 geplant. „Das sind lange Zeitläufe, aber dafür eben auch realistische Annahmen“, erklärte Stephan Oehler, Leiter der Abteilung Verkehrsplanung und Stadtgestaltung im Amt für Stadtplanung und Wohnen.

Eine Hiobsbotschaft für die Stadträte und Bürger, die mit einer früheren Fertigstellung des Bahnhofumfelds gerechnet haben. „Die Leute haben erwartet, dass mit dem neuen Bahnhof auch das Umfeld fertig ist. Doch so wird das nicht kommen“, sagte Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) der Stuttgarter Zeitung. Erst wenn die Flächen nach Fertigstellung von Stuttgart 21 geräumt seien, könne es mit dem Umbau der Klett-Passage losgehen.

Erschwerte Bedingungen bei den Bauprojekten rund um Stuttgart 21

Es herrscht nicht nur die Befürchtung, dass das Ziel der Fertigstellung von Stuttgart 21 für 2025 nicht eingehalten werden kann. Die Umgestaltung der Klett-Passage werde zudem durch das Mitspracherecht anderer Beteiligter erschwert. Wie Joachim Peschke vom Liegenschaftsamt erklärte, haben neben den Stuttgarter Straßenbahnen auch eine zur Landesbank Baden-Württemberg gehörende Immobiliengesellschaft und die Deutsche Bahn im Grundbuch abgesicherte Dienstbarkeiten in dem unterirdischen Bauwerk.

Wie die Passage am Ende aussehen wird, ist ebenfalls noch unklar. Ein Wettbewerb, der von der Stadt für die Gestaltung angekündigt wurde, soll nun im Herbst 2023 stattfinden. Die Politik in Stuttgart zeigt sich angesichts dessen wenig begeistert. Unter anderem bedauere Gabriele Munk, Stadträtin der Grünen, dass „zur Internationalen Bauausstellung 2027 nichts zu sehen sein wird“. Martin Körner (SPD) hingegen zeigte sich enttäuscht darüber, „dass wir es nicht hinbekommen, Bahnhof und Umfeld zusammen fertigzustellen“.

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