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Entwicklung von Stuttgarter Studenten wird auf die ISS geschickt - sie könnte die Raumfahrt revolutionieren

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Von: Nadja Pohr

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Unter der Internationalen Raumstation wird das Projekt FARGO dargestellt. Rechts daneben ist das letzte Experiment PAPELL.
Ein großer Erfolg für die Kleinsatellitengruppe der Uni Stuttgart: Ihr Projekt FARGO wird auf die Internationale Raumstation ISS geschickt. © KSat e.V.

Nachdem eine Studentengruppe der Universität Stuttgart den Wettbewerb einer Raumfahrtagentur gewonnen hat, werden ihre Experimente Ende des Jahres ins All geschossen.

Stuttgart - Drei Experimente aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart werden bald das All erobern. Ende des Jahres darf das erfolgreiche Projekt FARGO einer Studentengruppe der Uni Stuttgart an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). Die Forschung wäre die Lösung vieler Probleme in der Raumfahrt.

Bereits seit mehreren Jahren forscht die Kleinsatellitengruppe (Ksat) der Universität Stuttgart an Nanometer großen magnetischen Partikel, die die Luft- und Raumfahrttechnik revolutionieren können - sogenannte Ferrofluide. 21 Studenten aus sieben verschiedenen Studiengängen entwickeln neben dem Studienalltag Experimente mit der supermagnetischen Flüssigkeit.

Besondere Ehre: Experiment von Stuttgarter Studenten fliegt ins All

Mit ihrem aktuellen Forschungsprojekt FARGO nahm die Studentengruppe aus Baden-Württemberg am Wettbewerb „Überflieger 2“ der deutschen und luxemburgischen Raumfahrtagentur teil und setzte sich am Ende gegen 13 Bewerberteams durch. Als Siegprämie werden ihre drei Experimente zum Jahreswechsel 2022/23 mit einem Raumtransporter auf die Internationale Raumstation geschickt.

Mit diesem Erfolg geht für die Studierenden ein Traum in Erfüllung. Doch es wird ihnen noch eine weitere Ehre zuteil: Wenn die Experimente Ende des Jahres ihren Weg in den Weltraum antreten, werden sie dies live vor Ort mitverfolgen dürfen. Für das Ksat-Team ist es bereits das zweite erfolgreiche Experiment, das einen Exkurs ins All macht. Das Projekt PAPELL war bereits mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst auf der ISS. Gerst weiß, welche Fähigkeiten man fürs Weltall braucht.

Vielversprechende Forschung an der Uni Stuttgart

Von den Experimenten der Kleinsatellitengruppe wird sich in der Luft- und Raumfahrttechnik viel erhofft. Auf lange Sicht sollen sie im Weltraum mechanische Teile wie Pumpen und Schalter ersetzen oder auch Positionsregelungssysteme, um die Lage von Raumfahrzeugen zu steuern, wie die Stuttgarter Nachrichten berichten.

Dabei zielt die Forschung der Studentengruppe auf ein grundlegendes Problem: Bauteile, die mit einem Raumtransporter auf die Raumstation gelangen, haben eine begrenzte Lebensdauer und einen hohen Verschleiß. Funktionieren die Experimente auf der ISS, wäre die Ferrofluid-Forschung der Uni Stuttgart eine vielversprechende Lösung und würde unter anderem Wartung und Kosten reduzieren.

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