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Stadt Stuttgart verspricht Strom zu sparen - und beleuchtet Wahrzeichen trotzdem einfach weiter

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Von: Nadja Pohr

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Mercedes-Benz Museum in Bad Cannstatt
Die Fassadenbeleuchtung des Mercedes-Benz-Museums wurde soweit reduziert, wie es aus Sicherheitsgründen möglich sei. Das teilte eine Sprecherin mit. © IMAGO/Werner Dieterich

Die Stadt Stuttgart kündigte angesichts der Energiekrise einen Spar-Kurs bei der Beleuchtung einiger Gebäude an. Passiert ist allerdings bisher noch nichts.

Stuttgart - In Deutschland wird das Gas knapp und die Bürger sowie die Wirtschaft sind bereits zum Sparen aufgerufen worden. Experten warnen bereits sogar vor einem Krisenzustand, wenn nicht schnellstmöglich gehandelt werde. Viele Kommunen und Landkreise in Baden-Württemberg sind angesichts der Energiekrise deshalb bereits mit gutem Beispiel vorangegangen und haben die Beleuchtung der Straßen oder in öffentlichen Einrichtungen heruntergefahren.

Auch die Landeshauptstadt Stuttgart will einen Teil zum Sparkurs beitragen und kündigte an, die helle Beleuchtung an einiger Gebäude auszuschalten. Bisher hat die Stadt ihr Versprechen allerdings noch nicht eingehalten und die Wahrzeichen trotzdem weiter beleuchtet.

Rathaus, Stadtpalais Stuttgart und Mercedes-Benz-Museum: Stadt leuchtet weiter

Ein Spaziergang in der Nacht vom Sonntag in Stuttgart zeigt: Viele Sehenswürdigkeiten in Stuttgart leuchten noch. Wie Bild berichtet, brennt am Rathaus, am Stadtpalais und am Mercedes-Benz-Museum weiterhin Licht. Lediglich die Stadtbibliothek ist dunkel. Eine Sprecherin des Mercedes-Benz-Museums teilte auf Nachfrage von Bild mit, man habe seit Anfang August die Fassadenbeleuchtung soweit reduziert, wie es aus Sicherheitsgründen möglich sei.

Die Stadt, die eigentlich schon längst die Lichter ausschalten wollte, korrigierte nochmals und erklärte, dass die Beleuchtung am Stadtpalais erst im Laufe der Woche eingestellt werde. Kündigt aber indessen weitere Spar-Maßnahmen für die Region an. So sollen unter anderem der Killesbergturm sowie Kirchen nicht mehr angestrahlt werden. Ab dem 19. September wird es in Hallenbädern keine Warmbadetage mehr geben und die Beheizung in städtischen Gebäuden wird ab dem 1. November genutzt.

Stuttgarter fürchten weiterer Einschränkungen bis zum Winter

Stuttgarts Liste zu weiteren Maßnahmen geht jedoch noch weiter. „Außerdem wird überlegt, möglichst viele städtische Gebäude zwischen Weihnachten und dem 1. Januar, bzw. 8. Januar 2023, zu schließen, um die Raumtemperatur auf 10 Grad abzusenken“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Und es wird überlegt, Saunen, Außenbecken, einzelnen Hallenbädern zu schließen sowie die zweite Eislaufhalle auf der Waldau nicht zu öffnen.

Die Stuttgarter fürchten in den Kommentaren aber noch weitere Einschränkungen. „Ich warte ja darauf, bis die E-Autos nicht mehr fahren dürfen“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook. „Ich warte auf die Absage des Weihnachtsmarktes. Das wird kommen“, vermutet ein anderer. „Putin hat es geschafft, uns Schwaben das Licht und die mollige Wärme in Wohnungen, Bädern und Saunen zu vergraulen“, meint ein User. Ob die Stadt ihr Ziel - 11,66 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr einzusparen - so erreicht oder noch mehr Maßnahmen ergreifen wird, wird sich zeigen.

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