Stickoxide

Stuttgart: Vielen Autofahrern drohen Fahrverbote

Geräte für die Probennahme von Feinstaub und Stickoxiden auf der Luftmessstelle "Stuttgart am Neckartor".
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Stickoxide in Stuttgart: Der Landeshauptstadt drohen wegen strengerer Grenzwerte neue Fahrverbote.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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In Stuttgart sind Dieselfahrzeuge tabu. Im kommenden Jahr sollen die Stickoxid-Grenzwerte noch strenger werden - schärfere Fahrverbote drohen.

Stuttgart - Der Verkehr in Stuttgart ist noch immer stark vom Auto geprägt. Das bringt gleich in mehreren Bereichen Probleme mit sich. Auf der einen Seite sind da ganz offensichtliche Verkehrsbehinderungen: In der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg herrscht ständig Stau.

Die vielen Autos führen zu kaum wahrnehmbaren, aber fatalen Komplikationen. Der Feinstaub in Stuttgart ist gesundheitsgefährdend und überregional bestens durch die regelmäßigen Alarme bekannt. Auf der anderen Seite führen die vielen Verbrenner auf den Straßen zu erhöhten Stickoxid-Werten. Zuletzt wurde die Luft zwar sauberer, die deshalb verhängten Dieselfahrverbote in Stuttgart sollen aber bleiben. Sie könnten sogar eher noch verschärft werden. Wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet, plant die EU im kommenden Jahr nämlich, strengere Grenzwerte einzuführen.

Fahrverbote in Stuttgart: Stickoxide wären deutlich über neuen Grenzwerten

Grundlage dafür sind neue Richtwerte für Luftschadstoffe der Weltgesundheitsorganisation (WHO), an denen sich die EU-Kommission künftig orientieren will. Grundsätzlich würde das keine neuen Fahrverbote nach sich ziehen, wäre die Situation in Stuttgart nicht ohnehin bereits problematisch.

Denn der WHO-Richtwert beträgt gerade einmal zehn Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter Luft. Diese Grenze wird gleich an mehreren Messstationen in Stuttgart pulverisiert. Allein an der Pragstraße lag der Mittelwert in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei 40 Mikrogramm - also dem Vierfachen des bald nur noch erlaubten. Auch am stark befahrenen Neckartor werden derzeit 35 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft erreicht. Der Arnulf-Klett-Platz liegt aber ebenso über dem Grenzwert wie Bad Cannstatt.

Stuttgart nicht alleine: Auch andere Städte in Baden-Württemberg überschreiten Grenzwerte

Andere Städte in Baden-Württemberg liegen zwar nicht so deutlich über der Richtlinie, mit Werten zwischen 20 und 30 Mikrogramm Stickoxid sind sie aber dennoch vielerorts zu hoch. Dazu gehören Ludwigsburg, Tübingen, Freiburg, aber auch Karlsruhe, Heilbronn, Leonberg, Schramberg oder Pfinztal.

Noch bleibt Städten wie Stuttgart aber Zeit, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Denn die Richtwerte der WHO sind noch nicht Gesetz. Die EU will ihre Luftreinhaltungsrichtlinie aus dem Jahr 2008 aber überarbeiten und dazu die Werte der WHO eins zu eins übernehmen. Spätestens 2026 könnte daraus dann ein neues Gesetz resultieren - dann drohen also noch schärfere Fahrverbote als äußerstes Mittel, um die Stickoxid-Grenzen einzuhalten. Voraussetzung für ein neues Gesetz ist zudem die Zustimmung des Europa-Parlaments und eine Mehrheit unter den 27 Mitgliedstaaten.

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