Walking Buddies

Stuttgarter Studenten entwickeln App, die Heimweg von Frauen sicherer machen soll

Aram Özdemir, Lara Pfisterer und Thomas Jonathan Weschle von Walking Buddies in Stuttgart.
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Lara Pfisterer, Thomas Jonathan Weschle und Aram Özdemir (v.l.n.r.) wollen mit ihrer App „Walking Buddies“ den Nachhauseweg von Frauen in Stuttgart sicherer machen.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Die App „Walking Buddies“ von Studenten aus Stuttgart soll Frauen sicher nach Hause bringen. Im Gespräch mit BW24 erklärt einer der Gründer, wie sie funktioniert.

Stuttgart - Viele Mädchen und Frauen in Stuttgart fürchten sich vor Übergriffen in den Abend- und Nachtstunden. Für mehr Sicherheit in der Innenstadt möchte die Politik in Stuttgart ohnehin sorgen und veröffentlichte hierfür kürzlich ein erstes Konzept. Ebenso sei ein Waffenverbot für bestimmte Bereiche der Stadt geplant.

Mit einer ganz anderen Idee möchten drei Stuttgarter Studenten speziell die Sicherheit von Frauen erhöhen. Aram Özdemir, Lara Pfisterer und Thomas Jonathan Weschle studieren an der Hochschule der Technik in Stuttgart. Im Rahmen eines Start-up-Programms haben sich die Studenten mit dem Thema Fußgänger beschäftigt und sind dabei auf die Idee gekommen, eine App zu entwicklen, die den Heimweg für Frauen sicherer machen soll. Mit „Walking Buddies“ können sich Frauen untereinander vernetzen, um gemeinsam den Heimweg anzutreten.

Nachfrage für App, die Frauen sicher nach Hause bringt, ist groß

Geplant sei ein „Safe space für Frauen“. Nutzerinnen haben die Möglichkeit, ein Profil mit Alter und Interessen anzulegen. Bei der Anmeldung müssen sie sich außerdem einem allgemeinen Sicherheitscheck unterziehen, bei dem sie sich unter anderem mittels eines Selfies samt Personalausweis verifizieren.

Aram Özdemir verrät im Gespräch mit BW24, was die Studenten für ihr Projekt motivierte. „Am Ende des Start-up-Programms haben wir überlegt, ob wir aufhören oder weitermachen sollen“, sagt Özdemir, der für das Marketing zuständig ist. Umfragen in der Stadt für das Projekt hätten schließlich gezeigt, dass Potenzial für die App vorhanden sei. „Wir haben gemerkt, dass die Menschen Interesse an einer solchen App haben.“ Eltern hätten ihnen mitgeteilt, dass sie ihren Töchtern die App installieren würden, berichtet Özdemir. Das habe die Studenten schließlich zur Gründung von „Walking Buddies“ gebracht.

Der Entschluss, die App auf den Weg zu bringen, steht bereits seit dem vergangenen Jahr und mittlerweile ist viel passiert. Die Studenten arbeiten nun mit „fintogether“ zusammen. Das Unternehmen wird von der Stuttgarter Börse gefördert und bietet ein Netzwerk sowie Unterstützung an. „Sie geben uns Input, beantworten unsere Fragen und helfen uns, wenn wir ein technisches Problem haben“, erklärt Aram Özdemir. Aufmerksam ist „fintogether“ auf die App durch den „ASAP BW“-Wettbewerb geworden. Dort gewann „Walking Buddies“ den Publikumspreis.

Beta-Version der App aus Stuttgart kommt vermutlich zum Ende des Jahres

Gerade bei den Arbeiten an der Beta-Version sei die Zusammenarbeit von Vorteil, findet Mitbegründer Aram Özdemir. Diese sollte ursprünglich im April dieses Jahres in allen App-Stores erhältlich sein. Doch einige Hürden bei der Umsetzung eines App-Tools machten dem Plan einen Strich durch die Rechnung. „Wir schleifen gerade an der Beta-Version der App“, so Özdemir. Man wolle sie frühestens zum Sommer oder im Herbst in Stuttgart auf den Markt bringen. Auf der Homepage walkingbuddies.eu und auf Instagram wird regelmäßig über den Status der App berichtet.

In der Test-Version werden zunächst Verbesserungsvorschläge gesammelt und die Funktionen getestet, ehe es zur Veröffentlichung der vollständigen App kommt. Wie es danach weitergehen soll, wissen die drei Studenten aber schon: Sie möchten die Nutzung der App in weiteren Städten ermöglichen - nicht nur in Baden-Württemberg, sondern irgendwann auch deutschlandweit. Dafür soll sich das Team von „Walking Buddies“ in der Zukunft vergrößern. Aktuell besteht es aus den drei Gründern und einem weiteren IT-Profi.

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