Einhaltung der Maskenpflicht

„Albern“: Stadtbahnen in Stuttgart wollen Maskenpflicht mit neuer Idee durchsetzen - und ernten Häme

Drei Stadtbahnen in Stuttgart auf deren Frontseite eine Maske aufgedruckt ist.
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Sechs Stadtbahnen der Stuttgarter Straßenbahnen AG erinnern Fahrgäste und Stuttgarter daran, an und in den Haltestellen und in den Bussen und Bahnen des ÖPNV eine Alltagsmaske aufzusetzen. So verlangt es die Verordnung der Landesregierung.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Seit Montag sollen in Stuttgart Stadtbahnen an das Tragen einer Schutzmaske wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg erinnern. In den Sozialen Medien beschweren sich Nutzer seit Wochen, dass immer mehr Menschen ihre Maskenpflicht in Öffentlichen Verkehrsmitteln vernachlässigen.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg besteht in Bussen, Bahnen und an Haltestellen Maskenpflicht. Einige Fahrgäste halten sich jedoch nicht daran.
  • In Stuttgart sollen jetzt Stadtbahnen an die Maskenpflicht erinnern - sie tragen selber aufgeklebte Masken.
  • Auf Twitter und Facebook stößt das Projekt auf Zustimmung, aber auch auf Unverständnis.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg mussten die Menschen weitreichende Einschränkung in ihrem Alltag hinnehmen. Innerhalb von kürzester Zeit breitete sich Covid-19 auch in Stuttgart aus. Um die Lage unter Kontrolle zu bekommen, ordnete die Landesregierung viele Maßnahmen und Verbote zum Infektionsschutz an. Am 1. Juli wurden einige Einschränkungen jedoch wieder gelockert.

Seitdem ist der Bevölkerung trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg wieder nahezu alles erlaubt - solange die bestehenden Hygienemaßnahmen befolgt werden. Immer noch Pflicht sind beispielsweise die Abstandsregeln sowie das Tragen von Schutzmasken in Läden und Öffentlichen Verkehrsmitteln in Baden-Württemberg. In den sozialen Netzwerken beschweren sich jedoch immer mehr Menschen, dass gerade in Bus und Bahn die Maskenpflicht häufig nicht eingehalten würde - betroffen soll vor allem die Landeshauptstadt Stuttgart sein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: In Stuttgart sollen Stadtbahnen an die Maskenpflicht erinnern

Um die Menschen mehr für das Coronavirus in Baden-Württemberg und die Wichtigkeit aller Schutzmaßnahmen zu sensibilisieren, setzt die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) jetzt auf ein kurioses Mittel. Sechs ihrer Stadtbahnen tragen seit gestern selbst Maske - beziehungsweise eines von drei Motiven, die wie eine Maske auf der Frontseite der Fahrzeuge aussehen.

„Wir möchten die wichtige und solidarische Notwendigkeit, im Öffentlichen Personalverkehr eine Alltagsmaske zu tragen, im Bewusstsein unserer Fahrgäste halten“, erklärt der SSB-Vorstand in einer Pressemitteilung. Die Maske solle von allen über Mund und Nase getragen werden, beispielsweise auch beim Telefonieren. Die Maskenpflicht wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gilt nicht nur in den Bussen und Bahnen, sondern auch an den Haltestellen.

An Kinn, Handgelenk oder Hals schützt eine Alltagsmaske niemanden.

Vorstand der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB)

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg führte die SSB gemeinsam mit der Polizei Stuttgart am Donnerstag vergangener Woche eine Erhebung über die Einhaltung der Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Haltestellen durch. Wie die SSB mitteilte, seien an den Stadtbahnhaltestellen Stuttgart Hauptbahnhof und Charlottenplatz von 17.863 Fahrgästen am Bahnsteig und in den Stadtbahnen gerade mal 117 ohne Maske, also 0,7 Prozent aller beobachteten Reisenden, unterwegs gewesen. Fahrgäste ohne Maske seien an die bestehende Verpflichtung erinnert worden.

Stadtbahnen mit Maske: Auf Social Media erntet SSB Kritik und Häme

Die SSB gab zudem bekannt, dass die Bereitschaft, in den Fahrzeugen eine Maske zu tragen, etwas größer gewesen sei. Nur 0,5 Prozent der Fahrgäste hätten dort die Mund-Nasenbedeckung vergessen, am Bahnsteig seien es 1,6 Prozent gewesen. Die Beobachtungen der SSB und Polizei decken sich jedoch nicht mit den Erfahrungen vieler Fahrgäste, die sich bei Social Media über den fahrlässigen Umgang anderer mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg beschweren.

Wenn ich auch diejenigen als „ohne Maske“ zähle, die sie mindestens unterhalb der Nase tragen, dann fahren in Stuttgart mindestens ein Drittel ohne.

Twitter-Nutzer

„In der Stadtbahn sitzen manchmal ganze Grüppchen ohne Maske und niemanden interessiert es“, beschwert sich ein Twitter-Nutzer. Am Sonntagabend lobte dagegen ein anderer Fahrgast in einem Tweet den Service sowie die Bahn-Durchsagen bezüglich der Hygieneregeln wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg: „Dass aber gleichzeitig die Hälfte der Fahrgäste maskenlos die U5 nutzen und Angestellte am Bahnsteig maskenlos auftreten, ist meines Erachtens mehr als uncool“, fügte er dann allerdings noch hinzu.

Aus diesem Grund loben im Netz viele die Maßnahme der SSB, ihre Fahrgäste mit Masken-tragenden Stadtbahnen an die Hygieneregeln aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg zu erinnern. „Tolle Idee, hoffentlich halten sich die Fahrgäste auch daran“, schreibt eine Kommentatorin unter dem Facebook-Post der SSB. Ein anderer lobt das Projekt ebenfalls: „Finde ich richtig gut. Weil sind wir mal ehrlich: Manchmal ist man so in Gedanken (wir sind alle nur Menschen), dass man es einfach nur vergisst, ohne gleich ein Masken-Verweigerer zu sein.“

Gleichzeitig sorgen die aufgeklebten Masken an den Bahnen jedoch auch für Unverständnis. So kommentiert ein User auf Facebook: „Habe heute eine U19 gesehen und mich gefragt was man uns damit sagen will“. Andere glauben zudem nicht daran, dass die Maßnahme hilft, alle vom Tragen einer Maske zur Eindämmung der Coronavirus in Baden-Württemberg zu überzeugen: „Interessiert einige Mitmenschen wenig. Wenn es dann auch noch niemanden gibt, der die Regeln gegebenenfalls durchsetzt, wird es leider schnell albern“.

Zahl der Fälle von Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt seit den Maßnahmen-Lockerungen wieder

Spätestens seit den Maßnahmen-Lockerungen scheinen viele Menschen die Lage rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht mehr ernst zu nehmen. Das zeigten beispielsweise die Bilder von einem Badesee bei Obersulm, wo eine Gemeinde bei einen Andrang von etwa 10.000 Menschen im Chaos versank. Durch die Fahrlässigkeit im Umgang mit Covid-19 kommt es immer wieder zu Fällen, bei denen sich Menschen infizieren. Erst kürzlich vervierfachten sich die Infektionszahlen bei einem Corona-Ausbruch in Schwäbisch Gmünd nach einer Trauerfeier.

Viele weigern sich zudem, sich an die Regeln zum Infektionsschutz wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg zu halten. Eine Frau am Hauptbahnhof in Freiburg wollte beispielsweise in einem Geschäft keinen Nasen-Mund-Schutz tragen. Als sie daraufhin den Laden verlassen sollte, begann sie zu randalieren.

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