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Trotz „Blackout“-Gefahr: Riesenrad wird auf Stuttgarter Schlossplatz aufgestellt

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Von: Nadja Pohr

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Riesenrad in Stuttgart
Trotz „Blackout“-Gefahr soll das Riesenrad auf dem Schlossplatz wie auch im vergangenen Jahr leuchten. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Finanzminister Bayaz will zur Weihnachtszeit trotz „Blackout“-Gefahr so wenig Abstriche wie möglich machen und hat sich für das Riesenrad auf dem Stuttgarter Schlossplatz eingesetzt. Dafür müssen andere Attraktionen weichen.

Stuttgart - Der Sommer ist vorbei. Es wird wieder früher dunkler und die Temperaturen sinken. Ein Wetter-Experte prognostiziert bereits: „Wir rutschen direkt in den Frühwinter.“ Gleichzeitig steigt dabei die Sorge um die Auswirkungen des Winters auf die Energiekrise. Deutschland fürchtet sich vor Stromausfällen oder sogar tagelangen „Blackouts“. Der Verbrauch muss also deutlich zurückgeschraubt werden.

Die sogenannte „Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung“ gilt beispielsweise seit dem 1. September und ruft zum Energiesparen in Gebäuden auf. Händler in Stuttgart sollen dadurch eigentlich von 22 Uhr bis 16 Uhr sämtliche Beleuchtung ausschalten. Doch trotz der Verordnung ist die Stuttgarter Innenstadt hell erleuchtet. Anlässlich der kommenden Weihnachtszeit sollen ebenfalls Abstriche gemacht werden. Das Riesenrad auf dem Schlossplatz soll es jedoch wieder geben.

Stuttgarter Schlossplatz: Finanzminister Bayaz setzt sich für Riesenrad trotz „Blackout“-Gefahr ein

Zur Weihnachtszeit wird die Landeshauptstadt Stuttgart gewöhnlich mit vielen Lichtern dekoriert. Viele Bürger fürchten jedoch schon seit längerem, dass dies in diesem Jahr wegen der Energiekrise ausfallen müsse. Auch die Sorge, dass Weihnachtsmärkte nicht stattfinden könnten, hält sich. Die Regierung setzt sich jedoch dafür ein, dass die Menschen nach zwei Jahren Corona-Pandemie wieder mit besinnlicher Stimmung in der Stadt auf das Weihnachtsfest eingestimmt werden.

„Die Menschen brauchen ein Zeichen der Zuversicht“, sagte Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne). Der „Christmas Garden“ in der Wilhelma werde jedenfalls stattfinden, versicherte er. Und auch für eine weitere Attraktion setzt sich der Finanzminister von Baden-Württemberg ein: das Riesenrad auf dem Schlossplatz. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ) äußerte er, dass man eine Einigung mit der Stadt erzielen konnte. Trotz „Blackout“-Gefahr soll es wie bereits im vergangenen Jahr leuchten - jedoch müsse man auch prüfen, inwieweit man beim Riesenrad Strom sparen könne. Kommt es tatsächlich zu Stromausfällen im Winter, will Bayaz erneut über die Attraktion beraten.

Stuttgart verzichtet auf Glanzlichter und Eislaufbahn zur Weihnachtszeit

Danyal Bayaz sieht die Politik in Baden-Württemberg „in einem Dilemma“: Einerseits müsse man Abstriche machen und mit gutem Beispiel vorangehen. Auf der anderen Seite wolle man den Menschen ihre Sehnsucht nach einem normalen Leben und weihnachtlicher Stimmung erfüllen. Verzichten müssen die Stuttgarter zur Weihnachtszeit dennoch: Die Glanzlichter und die Eislaufbahn wurden aufgrund der Energiesparmaßnahmen gestrichen.

Anstelle der Eislaufbahn werde es jedoch eine andere Besonderheit geben, wie der Finanzminister verspricht: „Es wird ein Fahrgeschäft des Historischen Volksfestes geben.“ Ob sich die Pläne angesichts des unvorhersehbaren Winters am Ende so durchsetzen lassen, bleibt offen. Allerdings ist auch der Cannstatter Wasen gestartet, der ebenfalls ein Energiefresser in Zeiten der Krise ist.

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