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S-Bahn-Fahrgästen droht jahrelanges Chaos - Zeitplan ist nicht zu halten

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Von: Franziska Vystrcil

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Haltestelle der S-Bahn im Hauptbahnhof Stuttgart
Unter anderem wird die S-Bahn-Haltestelle Hauptbahnhof (tief) in den nächsten Wochen aufgrund einer Streckensperrung nicht mehr angefahren. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Bis zum 11. September ist die Stuttgarter S-Bahn-Stammstrecke wegen Bauarbeiten gesperrt. Pendler kostet das viel Zeit und Nerven - auch nach Wiedereröffnung der Tunnel.

Stuttgart - Wer aktuell in Stuttgart mit den Öffentlichen unterwegs ist, braucht viel Geduld. Seit knapp zwei Wochen ist der S-Bahn-Streckenabschnitt zwischen Hauptbahnhof Stuttgart und Stuttgart-Vaihingen gesperrt. Vom 30. Juli bis zum 11. September halten die S-Bahnen in der Landeshauptstadt nicht an den Stationen Hauptbahnhof (tief), Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld. Auch im Fern- und Regionalverkehr gibt es seither Fahrplanänderungen und Einschränkungen, da die S-Bahnen über den Kopfbahnhof geleitet werden.

Viele Fahrgäste sehnen den 11. September herbei, wenn endlich wieder Normalität im Streckennetz herrschen soll. Doch die Deutsche Bahn hat schlechte Nachrichten. Fahrgäste müssen weitaus länger als gedacht mit massiven Einschränkungen oder Behinderungen rechnen, wie lkz.de berichtet. Womöglich geht das Chaos noch über Jahre weiter - bis 2025.

Lange Fahrzeiten in und rund um Stuttgart: Bauarbeiten an Stammstrecke dauern an

Viele fühlen sich bei der aktuellen Sperrung an den vergangenen Sommer erinnert. Bereits 2021 war derselbe Streckenabschnitt gesperrt. Grund für die erneute Sperrung der Stammstrecke ist die Verlegung von Kabelleitungen. Unter anderem wird die moderne Signaltechnik ETCS (European Train Control System) eingebaut. Dieses System soll es künftig erlauben, dass Züge dichter getaktet fahren können und somit die Kapazität der S-Bahn-Stammstrecke um mindestens 20 Prozent gesteigert wird. Im Zuge der Sperrung sollen außerdem die Haltestellen Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße und Universität ein moderneres Erscheinungsbild erhalten. 80 Millionen Euro investiert die Bahn in die Modernisierung der S-Bahn-Stammstrecke.

Für die Fahrgäste heißt das vor allem eines: Den Fahrplan checken und sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Die S-Bahn-Linien aus Marbach, Bietigheim, Ditzingen und Korntal-Münchingen enden im Stuttgarter Hauptbahnhof oben und verkehren von dort aus nicht weiter. Um in die Stuttgarter Innenstadt sowie zur Universität in Vaihingen zu gelangen, müssen Reisende in Busse umsteigen. Zudem fahren die S-Bahnen nur noch im 30-Minuten-Takt.

Die diesjährigen Bauarbeiten setzen dem Chaos in den Stuttgarter S-Bahn-Tunneln jedoch kein Ende. Wie die Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ) berichtet, müssen Pendler bis 2025 mit Sperrungen rechnen, die künftig auch den Fern- und Regionalverkehr betreffen können. Ursprünglich sollten die Arbeiten der Stammstrecke bis 2023 fertiggestellt werden. Dieser Plan sei jedoch nicht zu halten, so die Deutsche Bahn. Auch diesen Sommer sind die Arbeiten eng getaktet, man gehe jedoch davon aus, am 12. September die Strecke wieder in Betrieb nehmen zu können, so ein Bahnsprecher gegenüber der LKZ.

Pendler genervt vom Chaos durch Bauarbeiten an der Stammstrecke - „Dann lieber Stau“

Beschwerden oder ähnliches habe die Bahn zu aktuellen Situation an der Stammstrecke bislang nicht erhalten. „Wir haben zuletzt wenig Feedback bekommen“, sagt der Bahnsprecher. Auf Facebook scheint die Stimmung allerdings eindeutig sein. Viele Pendler berichten von Chaos und längeren Fahrzeiten. „Deswegen wurde das Auto erfunden ... damit man nicht Bahn fahren muss“, meint ein User.

Eine andere Bahnfahrerin berichtet, aufgrund einer Reha nach Stuttgart fahren zu müssen. Mittlerweile sei sie wieder auf das Auto umgestiegen. „Die Fahrt war stellenweise stressiger als der Tag in der Reha. Dann lieber Stau mit Musik, Platz drumerhum und meine Ruhe“, schreibt sie. „An Wahnsinn nicht zu übertreffen, immer und ständig überall Baustellen und nun auch noch Chaos bei den Öffentlichen“, stimmt ein weiterer Nutzer zu.

Im Herbst 2022 müssen sich Bahnreisende in Zuffenhausen auf weitere Fahrplanänderungen einstellen. Dann sollen dort Gleise erneuert werden. Pfingsten 2023 steht in Feuerbach die nächste Baustelle an, dann muss am Bahnhof eine marode Brücke erneuert werden.

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