Kritik für Bauprojekt

Neuer Rosensteintunnel bringt Stuttgart Stau statt Verkehrsfluss - „ein Versagen de luxe“

Der B10-Rosensteintunnel in Stuttgart ist eröffnet.
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Nach der Eröffnung des Rosensteintunnels kam es bereits zu ersten Staus. Der Tunnel soll jedoch den Verkehrsfluss verbessern.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Nach der Eröffnung des Rosensteintunnels in Stuttgart kommt es bereits zu Staus, obwohl der Tunnel das Gegenteil bewirken soll. Die Einwohner sind verärgert.

Stuttgart - Am Samstag (26. März) wurde der neue Rosensteintunnel in Stuttgart feierlich von Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) und dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) eröffnet. Der 1,3 Kilometer lange Tunnel soll den Verkehr in Stuttgart rund um den Knoten am Leuze zukünftig entlasten - bewirkt aber bisher eher das Gegenteil.

Während die Politik in Stuttgart davon überzeugt ist, dass es einen „Beruhigungseffekt“ geben würde, hatten Kritiker des Bauprojekts schon von Beginn an prognostiziert: Der Rosensteintunnel werde „den Verkehr anziehen wie das Licht die Motten.“ Tatsächlich gibt es kurz nach der Eröffnung des Tunnels die ersten Staus. Die Bürger der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg sind verärgert.

Stuttgarter jetzt schon genervt von Staus im Rosensteintunnel

Auf Facebook machen viele Stuttgarter ihrem Ärger über den neuen Staupunkt im Rosensteintunnel Luft. „Verkehrspolitik in Stuttgart ist, wenn nach 8 Jahren Bauzeit am Ende des Tunnels eine Ampel steht, die einen furchtbaren Rückstau produziert“, kritisiert ein User. „Ein Versagen de luxe“, ärgert sich ein weiterer Nutzer über das 456 Millionen teure Projekt. Für die Verkehrsteilnehmer sei das eine verschwendete Investition gewesen und viele vergleichen es bereits mit dem laufenden Großprojekt Stuttgart 21, bei dem es noch vor der Fertigstellung zu etlichen Problemen kam und auch immer noch kommt.

Einige Facebook-User nehmen die Staus mit Humor. „Wäre ja langweilig, wenn kein Stau in Stuttgart wäre“, schreibt einer. Ein anderer fragt scherzhaft, ob es in Stuttgart überhaupt eine Straße gebe, auf der der Verkehr laufe. „Irgendwie typisch Stuttgart“, kommentiert ein Nutzer. Andere schreiben, das Problem würde es mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h nicht geben und spielen damit auf den Beschluss des Tempo-20-Limits rund um die Stuttgarter Innenstadt an.

Grund für den Stau: Bau um Rosensteintunnel noch nicht vollständig abgeschlossen

Zwar wurde mit dem Rosensteintunnel das Herzstück für die Verkehrswende in Stuttgart bereits freigegeben, doch einige Bauarbeiten im Umfeld sind hingegen noch nicht vollständig abgeschlossen. Beispielsweise können Autofahrer noch nicht in Richtung Bad Cannstatt abbiegen, da die Rampe, die von der B 10 zur König-Karls-Brücke führt, fehlt. Bei der Eröffnung des Tunnels wiesen aber weder Nopper noch Hermann auf die weiteren nötigen Baumaßnahmen hin, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Am Tunnelende kommt es schließlich zur Zusammenführung mehrere Verkehrspunkte: Es stoßen die B 10 und die Neckarstraße, die Fahrzeuge aus Richtung Münster und der Pragstraße aufnimmt, an einer Ampel zusammen. Dabei treffen Autofahrer auf die Linksabbieger, die vom Rems- und Neckartal kommend ihren U-Turn in Richtung Innenstadt ausführen. Erst mit Abschluss des Bauprojekts werden die alte und neue B 10 auseinandergezogen und die Ampel entfernt. Das Ende ist allerdings erst für das Jahr 2024 geplant.

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