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Rosensteintunnel ist fertig - Kritiker befürchten: „Wird Verkehr anziehen wie Licht die Motten“

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Von: Nadja Pohr

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Der Rosensteintunnel Stuttgart
Die offizielle Verkehrsfreigabe für den Rosensteintunnel in Stuttgart erfolgt am 26. März 2022. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Der Rosensteintunnel in Stuttgart ist nach acht Jahren Bauzeit fertig. Kritiker des Projekts fürchten durch den Tunnel keine Verbesserung für den Verkehr.

Stuttgart - Nach acht Jahren Bauzeit werden am Samstag (26. März 2022) die Bauarbeiten des Rosensteintunnels in Stuttgart zum Abschluss kommen. Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) und Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) werden ihn dann feierlich eröffnen. Der 1,3 Kilometer lange Tunnel wird künftig den Knoten am Leuze von B 10 und B 14 mit der Pragstraße beim Löwentor verbinden und soll dadurch den Verkehr in Stuttgart* entlasten.

Durch den Rosensteintunnel wird der Verkehr nicht mehr um den zoologisch-botanischen Garten Wilhelma geleitet, sondern führt unter der Sehenswürdigkeit in Stuttgart* und dem Rosensteinpark hindurch. Die Kosten in Höhe von 456 Millionen Euro, die zur einen Hälfte für den Tunnel und zur anderen für das Umfeld anfallen, seien laut Tiefbauamtsleiter Jürgen Mutz „gut investiertes Geld“ gewesen.

Rosensteintunnel in Stuttgart: Kritiker befürchten nach Eröffnung mehr Verkehr

Im Zuge des Projekts gab es immer wieder Kritik vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Mit der Eröffnung reißen die skeptischen Stimmen nicht ab. Der BUND befürchtet, dass der Tunnel den Lkw-Verkehr mitten in die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg* holt. „Mit dem Rosensteintunnel wird die B 10 den Verkehr anziehen wie das Licht die Motten“, so die Auffassung der Organisation.

Laut BUND seien die Rückbaumaßnahmen in ihren Wirkungen vermutlich eher gering. Stuttgart mache die B-10-Route sogar noch attraktiver, da die Auffahrtsspindel zur B 10 /B  27 an der Friedrichswahl durch einen langen Friedrichswahltunnel ebenfalls ersetzt werden soll - das würde nochmal mindestens 400 Millionen Euro kosten. Die Kosten für den Rosensteintunnel waren ohnehin bereits höher als zunächst angenommen - von 193 Millionen stiegen sie letztendlich auf 456 Millionen Euro.

Stadt Stuttgart verteidigt Bau von Rosensteintunnel

Die Politik in Stuttgart* ist sich sicher, dass sich nach der Eröffnung zeigen werde, „welche positive Wirkung“ der Rosensteintunnel auf die Verkehrssituation habe. Der Tunnel stelle einen „wichtigen Schritt zu einer besseren Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Stuttgart“ dar. Aber die Stadt betont auch: Die ganze Wirkung könne sich erst nach Abschluss aller Bauarbeiten voll entfalten.

Auch in der Stuttgarter Innenstadt wird sich der Verkehr künftig verändern. Im Oktober des vergangenen Jahres beschloss der Gemeinderat eine Umgestaltung. Ab Montag (28. März) werden um den City-Ring nun Tempo-20-Zonen eingerichtet, die für eine bessere Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer sorgen sollen. Das Tempo-20-Limit sorgt bereits für Aufreger (BW24* berichtete). *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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