Kritische Corona-Marke

Warnstufe: Stuttgart wird Risikogebiet - Maskenpflicht in Innenstadt und Sperrstunde kommen

Mitarbeiter in Schutzanzügen untersuchen im Labor Corona-Abstriche
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Stuttgart überschreitet die kritische Marke der Neuinfektionen
  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
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Stuttgart hat die kritische Corona-Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gerissen und wird zum Risikogebiet. Die Landeshauptstadt ergreift jetzt drastische Maßnahmen.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt ruft die kritische Warnstufe aus. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Stuttgart hat die Marke von 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten - das meldete die Stadt am Samstagabend. Die Zahl der neuen Infektionen liegt jetzt knapp darüber bei 50,5. Stuttgart gilt nun als Risikogebiet.

Stuttgart überschritt die kritische Marke für Neuinfektionen, nachdem die Landeshauptstadt am Samstag 82 neue Erkrankungen mit Covid-19 innerhalb von 24 Stunden gemeldet hatte. Die Regierung führt nun eine Reihe an Maßnahmen ein, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. So soll unter anderem eine Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen innerhalb des City-Rings gelten, wie unter anderem die dpa berichtet. Außerdem führt Stuttgart eine Sperrstunde ein und beschränkt den Alkoholkonsum.

Am Sonntag wird die Stadt über die genauen Maßnahmen gegen das Coronavirus beraten. Sie sollen die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 möglichst schnell wieder unter die kritische Marke senken. Die Maßnahmen treten laut einem Sprecher der Stadt nicht sofort in Kraft. Die Sperrstunde müsse rechtlich sauber eingeführt werden. Wie eine solche Sperrstunde und andere Maßnahmen aussehen können, zeigt das Beispiel Berlin:

Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) bereiten die „steigenden Infektionszahlen“ und das „immer diffusere Ansteckungsgeschehen“ Sorge. Kuhn sagte am Samstag: „Deswegen handeln wir jetzt: zielgerichtet und angemessen.“ Er fühle sich an die Situation im März dieses Jahres erinnert. Es gehe darum, das öffentliche Leben möglichst aufrecht zu erhalten.

Mitarbeiter sollen zum Schutz vor dem Coronavirus in Stuttgart wenn möglich im Home Office arbeiten. Außerdem ist geplant, den Unterrichtsbeginn in den Schulen zu entzerren. Im Rathaus wird die Maskenpflicht erweitert. Bereits vor dem Wochenende kündigte die Stadt an, bei Eintreten der nächsten Alarmstufe, der sogenannten „Eingriffsstufe“ die Teilnehmer-Zahl bei privaten Feiern auf zehn Personen, bei öffentlichen Veranstaltungen auf 25 zu beschränken.

Am Sonntagvormittag soll „über konkrete Schritte beraten werden“, sagte ein Sprecher der Stadt gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Das Gesundheitsamt in Stuttgart arbeite daran, die Infektionen nachzuvollziehen, sagte er. Kontaktpersonen sollen ermittelt und informiert werden. Wer sich neu mit dem Coronavirus infiziert, wird aufgefordert, eine E-Mail an covid-positiv@stuttgart.de zu schreiben.

Zuvor hatte bereits der angrenzende Landkreis Esslingen die Corona-Alarmstufe ausgerufen. Auch dort gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen. Außerdem sollen die Schutzmaßnahmen verschärft kontrolliert werden. Die Lage in Esslingen wird immer dramatischer. So erreichte die Zahl der Neu-Infektionen nun den Wert 59,8.

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