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Polizei Stuttgart verärgert Radfahrer mit Kontrollen - „so einen Einsatz mal gegen Falschparker zeigen“

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Von: Nadja Pohr

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Polizei kontrolliert Fahrradfahrer
Für die Radfahrer blieb es bei der Kontrolle in Stuttgart nur bei einer Ermahnung - in erster Linie ging es der Polizei um Prävention. (Symbolfoto) © Boris Roessler/dpa

Die Polizei in Stuttgart wartet mit Radfahrer-Kontrollen in der Fußgängerzone auf. Diese ärgern sich sehr darüber, da die Probleme aus ihrer Sicht ganz woanders liegen.

Stuttgart - Mit der Kampagne „Rad nimmt Rücksicht“ will die Landeshauptstadt Stuttgart auf die Probleme zwischen Radfahrern und Fußgängern aufmerksam machen und diese aus der Welt schaffen. Die Bürger, die zu Fuß unterwegs sind, beschweren sich unter anderem über die rigorose Fahrweise einiger Fahrradfahrer. Die wiederum klagen jedoch über ähnliches. So würden Fußgänger ungeachtet Wege blockieren und auf Fahrradklingeln nicht reagieren.

Die Kampagne der Stadt soll die verhärteten Fronten besänftigen, sorgt jedoch tatsächlich für Ärger. Man würde Radfahrer als rücksichtslose Menschen brandmarken, lautet die Kritik. Dennoch wird weiter auf „Rad nimmt Rücksicht“ gesetzt. Die Polizei Stuttgart kontrollierte dafür am Freitagnachmittag (16. September) in der Königstraße Fahrrad- und E-Scooter-Fahrer. Ihr Augenmerk lag dabei insbesondere auf das unerlaubte Befahren in der Fußgängerzone.

Stuttgart: Radfahrer kritisieren Polizeikontrollen - „Augenmerk mal auf Autos legen“

Insgesamt 35 Radfahrer sowie 26 E-Scooter-Fahrer erwischten die Beamten auf dem Schlossplatz. Sie blieben dabei allerdings von einem Bußgeld (für E-Scooter 15 Euro, Fahrrad 25 Euro) verschont und wurden lediglich ermahnt - die Prävention stand bei der Aktion der Polizei im Vordergrund. Auf Facebook gibt es dafür positives Feedback von einigen Bürgern. Kritik gibt es jedoch vor allem von den Stuttgarter Radfahrern.

„Wo sollen die Radfahrer denn sonst fahren? Links und rechts Stadtautobahn, dazwischen Fußgängerzonen“, beschwert sich ein User auf Twitter. „Ihr habt beim Thema Ursachenforschung sehr viel Nachholbedarf“, fügt er noch an. Ein Nutzer findet die Präventionsaktion „peinlich“. „Schön wäre, wenn das Augenmerk mal auf den Autos läge, die Radwege zuparken und einem nur die Wahl lassen, sich auf der Straße umfahren zu lassen oder die sichere Variante auf dem Gehweg zu wählen“, kritisiert ein weiterer Nutzer. „Wenn ihr so einen Einsatz mal gegen Falschparker zeigen würdet“, stimmt ein weiterer zu.

Beschwerden im Netz von Radfahrern über Falschparker gibt es täglich

Die Situation um Falschparker in Stuttgart nimmt aus Sicht der Radfahrer immer mehr Ausmaße an. Im Netz lassen sich täglich Beschwerden über Autos, die auf Rad- und Gehwegen parken, finden. Kürzlich gab es auf Twitter eine Diskussion, weil die Stadt lieber Infozettel verteilt, statt die Falschparker abschleppen zu lassen. Das führt dazu, dass „munter weiter geparkt und durch die Fußgängerzone gefahren“ wird, berichtet ein User.

In den sozialen Medien kursieren auch einige Fotos von Radwegen, die von Baustellen versperrt werden. So schickte die Stadt sowohl Fußgänger als auch Radfahrer durch eine hohe Wiese an einer Absperrung vorbei. Solange sich an den Situationen nichts ändert, werden die Stuttgarter Radfahrer weiterhin ihre Erlebnisse dokumentieren und sich gegen die Falschparker und Hindernisse wehren.

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