Verstorbener Stadtrat aus Stuttgart

Letzter Wunsch: Grünen-Politiker mit Star-Wars-Beerdigung geehrt - seine DNA wird ins Weltall geschossen

Verstorbener Politiker Aytekin Celik aus Stuttgart.
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Der Stuttgarter Politiker Aytekin Celik verstarb am 27.07.2020 nach langem Krebsleiden. Als Star-Wars-Fan war sein letzter Wunsch im Kostüm von Obi-Wan Kenobi beigesetzt zu werden. Seine DNA wird in einer Kapsel mit einer Rakete ins All geschossen.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Als Politiker und Mitglied des Stadtjugendrings engagierte sich Aytekin Celik in Stuttgart vor allem für Jugendliche und Chancengleichheit. Nach seinem Tod am vergangenen Montag soll der Star-Wars-Fan im Weltraum beigesetzt werden.

  • Am vergangenen Montag verstarb der beliebte Grünen-Politiker und Stadtrat Aytekin Celik in Folge seiner Krebserkrankung.
  • Als großer Star-Wars-Fan wünschte er sich, im Kostüm des Jedi-Ritters Obi-Wan Kenobi beigesetzt zu werden.
  • Nach seiner irdischen Bestattung folgt 2022 die Beisetzung im Weltraum, wo eine Kapsel mit Aytekins DNA mit einer Rakete hingeschossen wird.

Stuttgart - Etwa anderthalb Jahre ist es her, dass Aytekin Celik die tragische Diagnose Krebs bekam. Mit gerade mal 50 Jahren verstarb das Mitglied der Gemeinderatsfraktion der Grünen in Stuttgart nun nach schwerer Krankheit am vergangenen Montagmorgen. Als Bildungsreferent im Stadtjugendring engagierte sich der beliebte Politiker insbesondere für Jugend-Themen, als Mitglied des Kreisvorstands bestimmte er zudem aktiv die Politik in Stuttgart mit und setzte sich für Chancengleichheit, Vielfalt und das Klima ein.

„In stillem Gedenken und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Aytekin Celik, einem ganz besonderen und wertvollen Menschen“, heißt es von Seiten der Grünen auf Facebook. „Mit seiner ausgeglichenen und humorvollen, oft auch ganz pragmatischen Sichtweise und seinen intensiven philosophischen Denkanstößen fernab bekannter Galaxien hat er unser Leben sehr bereichert“. Mit den Abschiedsworten beziehen sich die Grünen indirekt auf eine der größten Leidenschaften des Politikers: die Star Wars-Filme.

Star-Wars-Fan der ersten Stunde: Verstorbener Politiker lässt sich in Kostüm von Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi beisetzen

Aytekin Celik bezeichnete sich selbst als Star-Wars-Fan der ersten Stunde. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, zog das populäre Weltraum-Epos den Politiker, der mit drei Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen war, bereits seit seiner Jugend in den Bann und nahm auch Einfluss auf dessen Verständnis von Politik und Demokratie: Wer in der Demokratie schlafe, wache in der Diktatur auf, soll Celik einst während seines Vortrags „Wie man von Star Wars Demokratie lernen kann“ gesagt haben.

Aufgrund seiner großen Begeisterung und Leidenschaft für Star Wars gab es laut Stuttgarter Nachrichten eine detaillierte Vereinbarung zwischen Aytekin Celik und seiner Schwester bezüglich seines letzten Wunsches. So wünschte sich der Grünen-Politiker aus Stuttgart seine Bestattung im Kostüm des berühmten Jedi-Ritters Obi-Wan Kenobi - samt Laserschwert. Das richtige Exemplar wählte seine Schwester gemeinsam mit seinen Söhnen aus seiner umfangreichen Sammlung aus.

Eine rein irdische Beisetzung genügte Aytekin Celik jedoch nicht. Als echter Science-Fiction-Fan wünschte er sich außerdem eine Bestattung im Weltraum. Aus diesem Grund wird 2022 eine Kapsel mit einer Rakete ins All geschossen. In ihr befindet sich jedoch nicht etwa die Asche des Verstorbenen, sondern dessen Speichel. So soll seine DNA für immer im Weltraum erhalten bleiben.

Letzter Wunsch: 2022 soll eine Kapsel mit Aytekin Celiks DNA in den Weltraum hinausgeschossen werden

Der Tod des Politikers macht viele Menschen, die ihm nahe standen oder mit ihm gearbeitet haben, betroffen. In den Social Media widmen Nutzer Aytekin Celik viele liebevolle Abschiedsworte. „Möge die Macht mit dir sein, Aytekin, wo auch immer du jetzt bist“, schreibt eine Kommentatorin. Ein anderer kommentiert: „Ein lieber, fröhlicher und immer zu Scherzen aufgelegter Mensch hat uns verlassen“. Für Aytekins Schwester scheint jedoch klar zu sein, dass das Ableben ihres Bruders kein Abschied für immer ist. „Schreiben Sie nicht, dass er tot ist“, wird sie von den Stuttgarter Nachrichten zitiert, und weiter: „Schreiben Sie, er hat uns verlassen“. Im All werde sie ihn wiedersehen. 

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