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Silvester in der Stadt: Stuttgart plant Böllerverbot - Gemeinderat gibt Millionenzuschuss für zentrale Feier

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Von: Nadja Pohr

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Feuerwerk über dem Schlossplatz in Stuttgart
Für den Schlossplatz in der Stuttgarter Innenstadt soll es dieses Jahr ein Feuerwerksverbot geben. (Archivfoto) © IMAGO/Arnulf Hettrich

Der Jahreswechsel musste in den vergangenen Jahren wegen Corona ohne Feuerwerk und Party auskommen. Dieses Jahr ist die Lage zwar besser, ein Böllerverbot soll es in Stuttgart aber trotzdem geben.

Stuttgart - Lange dauert es nicht mehr, bis sich das Jahr 2022 verabschiedet und 2023 beginnt. In den vergangenen zwei Jahren war der Jahreswechsel geprägt von Auflagen wie die Corona-Ausgangsbeschränkung oder ein Feuerwerkverkaufsverbot. Da sich die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg aktuell noch entspannt zeigt, ist dieses Jahr zu Silvester wohl wieder mit Lockerungen zu rechnen.

In vielen Städten in Baden-Württemberg werden Silvester-Böller wieder erlaubt sein, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab. In Ulm, Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe und Freiburg wird es keine über die bundesweit geltenden Regelungen hinausgehenden Verbote beim Silvesterfeuerwerk geben, teilten Stadtsprecher mit. Anders sieht es dagegen in der Landeshauptstadt Stuttgart aus. Hier soll es erneut ein Feuerwerksverbot geben.

Stadt Stuttgart plant für Silvester Böllerverbot auf dem Schlossplatz

Speziell für den Schlossplatz in der Stuttgarter Innenstadt plant die Stadtverwaltung wieder ein Böllerverbot. Zu Silvester sei der Platz in den zurückliegenden Jahren nie ein schöner Ort gewesen, um den Jahreswechsel zu feiern, heißt es in einer Beschlussvorlage. „Der Schlossplatz war überfüllt, Feuerwerkskörper wurden unkontrolliert abgeschossen, einzelne Personen wurden angegriffen und es kam zu sexuellen Übergriffen.“ Nur durch ein großes Aufgebot der Polizei Stuttgart konnte die Situation damals beherrscht werden. Zudem verursacht das Böllern in Stuttgart zwischen 18 und 20 Tonnen Abfall.

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Der Fokus der Stadtverwaltung liegt ohnehin darin, die Innenstadt wieder sicherer und attraktiver zu machen. Wie schon 2019 soll es deshalb wieder eine zentrale städtische Veranstaltung geben, damit die Stuttgarter friedlich Silvester feiern können und der Schlossplatz wieder ein Ort für Gäste jeden Alters und Geschlechts wird. Für die zentrale Feier zum Jahreswechsel hat der Gemeinderat bereits einen Zuschuss von einer Million Euro bewilligt. Unter anderem sei ein Bühnenprogramm mit Musik, Künstlern und Artisten sowie ein virtuelles Feuerwerk geplant, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtete.

Viele Bürger würden ein Böllerverbot an Silvester in der Stadt begrüßen

In den sozialen Medien kommentieren einige Stuttgarter, dass sie gegen ein Feuerwerksverbot in Stuttgart nichts einzuwenden hätten. „Hoffentlich“, schreibt ein Facebook-User zu dem geplanten Böllerverbot. „Auf dem Schlossplatz ist das Böllerverbot in der Tat sinnvoll, die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich einige Zeitgenossen einfach nicht unter Kontrolle haben. Ansonsten: Feuer frei“, kommentiert ein anderer Nutzer.

Laut einer Umfrage des Instituts Insa Consulere schließen sie sich mit ihrer Meinung der Mehrheit der Deutschen an - 53 Prozent der Befragten stimmten für ein Verbot. Nur 39 Prozent der Deutschen waren in der Umfrage dagegen. „Ich werde sowas von ballern“, schreibt ein Mann beispielsweise im Netz. Ein Feuerwerkverbot befürwortet darüber hinaus die Umwelthilfe. Aber auch angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine wird diskutiert, ob Raketen und Knallkörper in diesem Jahr angemessen sind.

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