Wegen Coronavirus

OB-Wahl in Stuttgart: Neuerung sorgt für Chaos

  • Valentin Betz
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Stuttgart wählt einen neuen Bürgermeister. Doch für zwei Stadtteile könnte die Wahl chaotisch werden. Schuld daran ist das Coronavirus in Baden-Württemberg.

Stuttgart - Der 8. November ist ein wichtiger Tag für die Politik in Stuttgart. Die Bewohner der Landeshauptstadt wählen dann einen neuen Oberbürgermeister. Die Amtszeit des aktuellen Amtsinhabers Fritz Kuhn von den Grünen endet, er selbst wollte nicht erneut kandidieren.

Die OB-Wahl in Stuttgart ist eine Persönlichkeitswahl, das heißt die Wähler geben ihre Stimme nicht einer Partei, sondern direkt dem Kandidaten. Entsprechend vielfältig sind die Hintergründe der insgesamt vierzehn Bewerber für das Amt. OB-Kandidat Frank Nopper will Stuttgart ein neues Image geben. Der Wahlkampf wird von seiner Partei, der CDU, unterstützt. Marian Schreier könnte als erst 30-Jähriger SPD-Politiker Stuttgarts neuer OB werden.

Mit Michael Ballweg tritt auch ein Corona-Kritiker bei der OB-Wahl in Stuttgart an. Überhaupt steht die Wahl stark im Zeichen des Coronavirus in Baden-Württemberg. Denn aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Wahlbezirke in Stuttgart neu zugeteilt. Das sorgt jetzt in zwei Stadtteilen für Verwirrung - und am Wahltag möglicherweise für Chaos.

OB-Wahl während Corona-Pandemie: Stuttgart reduziert Wahlbezirke - mit Folgen

Wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) berichten, wurden die Wahlbezirke aufgrund des Coronavirus neu zugeteilt und reduziert. Waren es zuvor noch 350 Bezirke, sind es bei der diesjährigen OB-Wahl in Stuttgart nur noch 261. Die Wahlexperten gehen davon aus, dass es aufgrund der Corona-Pandemie mehr Briefwähler geben wird als bei früheren Wahlen.

Vor der OB-Wahl in Stuttgart wurden wegen Corona die Wahlbezirke reduziert. Für die Wähler in Schönberg und Birkach hat das unbequeme Folgen (Symbolbild).

Wegen des Coronavirus wird auch die Auswertung der Briefwahl dezentral organisiert. Doch bei der Reduktion und Neuzuteilung der Wahlbezirke haben die Verantwortlichen in zwei Fällen offenbar die Logik beiseite geschoben. Im Stadtbezirk Birkach könnte es deshalb am Tag der OB-Wahl in Stuttgart zu chaotischen Szenen und Verwirrung kommen.

OB-Wahl in Stuttgart: Coronavirus sorgt im Stadtbezirk Birkach für Chaos bei den Wahllokalen

Der Stadtbezirk Birkach setzt sich von Norden nach Süden aus den Teilen Schönberg, Birkach-Nord und Birkach-Süd zusammen. Insgesamt gibt es in dem Stuttgarter Stadtbezirk laut StN zwei Wahllokale: Eines in Schönberg und eines in Birkach-Süd. Doch bei der Zuteilung der Wahlbezirke wurde offenbar etwas vertauscht.

Denn 296 Wahlberechtigte in Schönberg müssen zur Stimmabgabe bei der OB-Wahl in Stuttgart nach Birkach-Süd, während 303 Wähler aus den beiden Birkacher Stadtteilen nach Schönberg sollen - der Rest hat bereits Briefwahl beantragt. „Das ist nicht glücklich gelaufen“, erklärte Fabian Schütt vom Statistischen Amt der Stadt Stuttgart gegenüber den StN.

Panne bei den Wahlbezirken für die OB-Wahl in Stuttgart: Einteilung soll bis zu den Landtagswahlen behoben werden

Vor allem für ältere Menschen, die bei der OB-Wahl in Stuttgart ihre Stimme persönlich abgeben wollen, ist diese Verwirrung ein Ärgernis. Wer von Schönberg nach Birkach-Süd will, muss für die Wahl einen Umweg in Kauf nehmen. „Eine gute Viertelstunde ist das schon, vor allem für die, die am Rand unseres Stadtteils leben“, so ein Mitglied des Bürgervereins Schönberg zu den StN. „Auf dem Rückweg müssen die auch noch eine Steigung hinnehmen.“

Obwohl es noch einige Tage bis zur OB-Wahl in Stuttgart sind, will das verantwortliche Statistische Amt die Einteilung vorerst so belassen. Im Frühjahr steht allerdings schon die nächste Wahl an. „Wir sind bestrebt, diesen unbefriedigenden Zustand bis zur Landtagswahl im März behoben zu haben“, heißt es in einer Mitteilung des Amtes.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Tom Weller/dpa

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