Wohnen in Stuttgart

Diese Zahlen überraschen: Mieten in Stuttgart sind gesunken

Wohnhäuser in Stuttgart in der Morgensonne
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Die Mieten in Stuttgart sind günstiger geworden.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Wenig Platz und trotzdem hohe Mieten: Wohnraum in Großstädten wird immer teurer. Einer aktuellen Studie zufolge ist wohnen in Stuttgart dagegen günstiger geworden. Doch dieser Trend hält nur kurz.

Stuttgart - Wohnen in Großstädten ist teuer. Dabei ist es gar nicht mehr so attraktiv. Laut einer Umfrage will inzwischen jeder Achte die Stadt verlassen. Kein Wunder bei den Preisen. Wohnraum außerhalb der Ballungsräume, etwa auf dem Land oder in Kleinstädten ist um einiges erschwinglicher. In den Großstädten hingegen steigen die Mietpreise immer weiter an. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart ist Wohnraum teuer - und begehrt. Die Stadt hat sich daher etwas einfallen lassen: Stuttgart zahlt Vermietern Geld, wenn diese an Einkommensschwache vermieten.

Doch Stuttgarter können sich freuen: Die Angebotsmiete ist in der Schwaben-Metropole leicht gesunken. Laut einer Studie des Immobiliendienstleisters „JLL“ sind die geforderten Wohnungsmieten in den deutschen Ballungsräumen 2021 langsamer gestiegen. Doch einen Trend nach oben gibt es noch immer: Im ersten Halbjahr 2021 sind die mittleren Angebots-Mietpreise in den acht größten Märkten um durchschnittlich 2,4 Prozent gewachsen. Für Immobilien in Stuttgart gibt es hingegen einen leichten Rückgang von 1,6 Prozent. Auch in den höherpreisigen Segmenten sind die Mietforderungen in der Schwaben-Großstadt gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,2 Prozent. Auch in den Metropolen München, Frankfurt und Düsseldorf sanken die Spitzenmieten.

Mietniveau in Stuttgart wieder im Aufwärtstrend

Experten sagten bereits letztes Jahr voraus, dass die Immobilien- und Mietpreise durch das Coronavirus in Baden-Württemberg sinken könnten. Doch zu früh sollten sich die Stuttgarter noch nicht freuen. Seit Anfang des Jahres befindet sich das Mietniveau in der Schwaben-Metropole wieder in einem Aufwärtstrend.

Die Steigerung des Mietniveaus in den acht größten Städten Deutschlands fällt 2021 allerdings deutlich geringer aus als zuvor. In den vorangegangenen Jahren hatten sich die Preise jährlich um fünf Prozent erhöht. Auch in ganz Baden-Württemberg werden die Mieten immer teurer. Besonders in den Städten steigen sie dramatisch an. Die Linke forderte daher letztes Jahr einen Mietendeckel für ganz Baden-Württemberg.

Mieten in Stuttgart: Berlin ist bundesweit Spitzenreiter

Eine Ausnahme ist allerdings Berlin: In der Bundeshauptstadt waren die Mietforderungen im mittleren Segment 7,7 Prozent höher als noch im letzten Jahr. Im Luxus-Mietsegment stiegen die Mietpreise in Berlin sogar um 15 Prozent und in Leipzig um 7,9 Prozent. Ein möglicher Grund: Die Aufhebung des Mietendeckels durch das Bundesverfassungsgericht.

„Der Mietendeckel hat mitnichten zu einem Rückgang der Mieten in Berlin geführt“, sagte Roman Heidrich, Experte bei „JLL“, der Deutschen Presseagentur. Er verlangte Alternativen zu einer reinen Regulierung: „Dazu gehört auch eine zielorientierte Förderung des Neubaus, eine echte Neubaustrategie.“ Auch bei den mittleren Mieten gehört Berlin zu den teuersten Pflastern. Seit dem ersten Halbjahr 2016 gab es in der Bundeshauptstadt einen Zuwachs von 47 Prozent. Nur in Stuttgart, Frankfurt und Berlin werden noch immer höhere Mieten gefordert.

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