Mieten in der Landeshauptstadt

Wohnen in Stuttgart: Karte zeigt verheerenden Trend

  • Anna-Lena Schüchtle
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Wohnen und Mieten in Stuttgart ist teuer - das ist keine Neuheit. Aktuell zeigt sich jedoch auch im Umland der Landeshauptstadt ein verheerender Trend.

Stuttgart - Baden-Württemberg zählt zu den reichsten Bundesländern Deutschlands. Insbesondere aber Stuttgart ist geprägt von Reichtum und Wohlstand, was hauptsächlich auf die starke Wirtschaft in der Landeshauptstadt zurückzuführen ist. Ansässige Weltunternehmen wie die Daimler AG, Bosch oder die Porsche AG begünstigen, dass die Schwaben-Metropole im großen Gehaltsranking einen Spitzenplatz belegt.

Das hat jedoch auch Nachteile. Denn: Mit wachsendem Wohlstand, steigen auch die Preise für Immobilien und Mieten in der Landeshauptstadt stark an. Ein absurder Vergleich zeigte jüngst, dass Wohnen in Stuttgart mittlerweile Luxus ist. Vor allem in zentraler Innenstadt-Lage müssen Mieter vergleichsweise viel zahlen.

Stuttgart: Teure Mieten in der Landeshauptstadt - doch auch im Umland wird Wohnen teurer

ImmoScout24 hat die durchschnittlichen Angebotsmieten einer 70 Quadratmeter großen Wohnung entlang des öffentlichen Nahverkehrsnetzes in Stuttgart analysiert.

Experten vermuteten zwar, dass die Immobilienpreise und Mieten durch die Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg sinken könnten - die Preisentwicklung gab ihnen jedoch nur zum Teil recht. Gerade das Stuttgarter Umland verzeichnete im vergangenen Jahr einen enormen Kostenanstieg, wie eine aktuelle Analyse von Immoscout24 belegt.

Das Wohn- und Immobilien-Portal wertete dabei die durchschnittlichen Angebotsmieten einer 70 Quadratmeter großen Wohnung entlang des öffentlichen Nahverkehrsnetzes in Stuttgart aus und verglich diese in einer Miet-Map. Das Ergebnis: In keinem Gebiet sind die Preise gesunken. Durchschnittlich stiegen die Kosten um 4,7 Prozent. Außerdem: Besonders in der Innenstadt ist Wohnen teuer.

Wer im Zentrum der Landeshauptstadt wohnen möchte, muss im Schnitt mindestens 1.000 Euro Miete zahlen. An der zentralen Haltestelle Rotebühlplatz liegt der Mietpreis beispielsweise bei durchschnittlich 1.173 Euro, eine Haltestelle weiter am Berliner Platz (Hohe Straße) müssen Neumieter im Mittel 1.198 Euro aufwenden. Den zweifelhaften Spitzenwert erreichen die Stuttgarter Mietpreise an der Haltestelle Stafflenbergstraße im Osten der Landeshauptstadt: 1.239 Euro zahlen Neumieter dort im Schnitt.  

Wohnen in Stuttgart immer teurer: Umland der Landeshauptstadt ebenfalls betroffen

Einzig positive Entwicklung, die sich aus der Miet-Map von Stuttgart ablesen lässt: Die Wohnpreise in Innenstadt-Lage scheinen allmählich langsamer zu steigen - was jedoch auch an ihrem ohnehin bereits hohen Niveau liegen mag. Anders sieht es im Umland der Landeshauptstadt aus. Im sogenannten Speckgürtel sind zum Teil Preissteigerungen von mehr als sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten.

Besonders stark betroffen davon ist die Region westlich von Stuttgart - etwa im boomenden Landkreis Böblingen. Am Bahnhof stiegen die Mietpreise dort innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 6,2 Prozent auf 840 Euro. Einen ähnlich hohen Anstieg verbucht Sindelfingen mit 6,1 Prozent - für eine 70 Quadratmeter große Wohnung müssen Neumieter im Mittel nun 886 Euro monatlich aufwenden.

Mietpreise in Stuttgart steigen weiter an: Verheerender Trend im Umland zu beobachten

Zweifelhafter Spitzenreiter in der Gesamtwertung sind jedoch die durchschnittlichen Mietpreise am Bahnhof Gärtringen, die im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent auf 766 Euro angestiegen sind. Grund dafür ist die optimale Anbindung an Stuttgart, welche die größere Distanz zur Landeshauptstadt wieder wettmacht.

Wer in der Metropolregion Stuttgart dagegen sparsam wohnen möchte, sollte einen Blick in deren Norden wagen. Im Vergleich zu den Mietpreisen an anderen Standorten erscheinen die 592 Euro, die man etwa durchschnittlich am Bahnhof Burgstall zahlt, beziehungsweise 605 am Bahnhof Kirchberg fast schon wie Schnäppchen.

Rubriklistenbild: © ImmoScout24

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