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Verein aus Stuttgart will Stadttaube zum Weltkulturerbe machen

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Von: Valentin Betz

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Zwei Stadttauben stehen auf einem Geländer und füttern sich gegenseitig.
Stadttauben sind als „Ratten der Lüfte“ verschrien. Ein Verein aus Stuttgart will das ändern - und wünscht sich die Vögel in der Liste des immateriellen Weltkulturerbes (Symbolbild). © IMAGO / Gottfried Czepluch

Die Stadttaube hat keine allzu große Fangemeinde - auch in Stuttgart nicht. Ein lokaler Verein will dennoch, dass der Vogel immaterielles Weltkulturerbe wird.

Stuttgart - Wildtiere haben es in der Kulturlandschaft von Baden-Württemberg nicht leicht. Der Mensch hat sich weit ausgebreitet, weshalb sich Wildtiere häufig Stadtgebiete als Lebensraum suchen. Die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg bildet da keine Ausnahme. In Stuttgart haben sich bereits diverse Arten dauerhaft angesiedelt. Tauben beispielsweise sind hier fast überall anzutreffen. Die Stadttauben bilden sogar eine eigene Unterart, so sehr ist der Vogel bereits mit der menschlichen Zivilisation verbandelt.

Das Zusammenleben zwischen Wildtieren und Stadtbewohnern verläuft allerdings nicht immer konfliktfrei, die Stadttaube bildet da keine Ausnahme. Als „Ratten der Lüfte“ sind die Vögel eher unbeliebt und verschrien. Der Verein Straßentaube und Stadtleben aus Stuttgart ist da ganz anderer Meinung. Wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) berichten, soll die Stadttaube ihrer Ansicht nach sogar in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen werden.

Stadttauben: Verein aus Stuttgart betrachtet Vögel als immaterielles Weltkulturerbe

Der Verein hat den Antrag bereits beim Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg eingereicht. Die Aufgabe ist nicht leicht, denn schon in der Bevölkerung hat die Stadttaube einen schweren Stand. So sollten im Ostalbkreis störende Tauben unlängst getötet werden. Das Verwaltungsgericht in Stuttgart verbot das Taubentöten aber.

Denn auch wenn die Stadttaube mancherorts Probleme bereitet: Einfach töten darf man die Vögel nicht. Das musste auch ein Mann in Heidelberg erst lernen. Er tötete eine Taube und landete deshalb vor Gericht. Derlei Ereignisse möchte der Stuttgarter Verein Straßentaube und Stadtleben in Zukunft am liebsten nicht mehr erleben. Die Mitglieder retten verletzte Vögel und kümmern sich um die Begrenzung der Population. Nun soll die Stadttaube als nächstes Weltkulturerbe werden.

Immaterielles Weltkulturerbe: Stuttgarter Verein will Stadttaube auf die Liste setzen

Den Antrag stellt der Verein bereits zum zweiten Mal, der erste Anlauf war im Sande verlaufen. Der Prozess ist allerdings langwierig. Zunächst treffen die Bundesländer eine Vorauswahl, vier Anträge werden an das Expertenkomitee der Unesco weitergereicht. Eine Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis würde im Falle der Stadttaube allerdings erst im März 2023 entschieden.

Um finanzielle Anreize geht es dem Verein aus Stuttgart mit ihrem Antrag allerdings nicht - denn Preisgelder gibt es für die Aufnahme der Stadttaube in die Liste des immateriellen Kulturerbes nicht. Den Mitgliedern geht es einzig und allein darum, dem Vogel mehr Beachtung zu schenken und das Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken.

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