Händler sind wütend

Stuttgart: Demos treiben Einzelhändler zur Verzweiflung - „da wird viel kaputtgemacht“

Demonstrationen der Initiative "Querdenken" in Stuttgart
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Demonstrationen in Stuttgart bereiten den Einzelhändlern Sorgen. 2021 drehten sich zehn Prozent aller Proteste in der Landeshauptstadt um das Coronavirus (Symbolbild).
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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In Stuttgart fanden im vergangenen Jahr viele Demonstrationen statt. Das beschäftigt nicht nur die Polizei, sondern auch die Einzelhändler, die um ihr Geschäft bangen.

Stuttgart - Spätestens seit den Protesten gegen Stuttgart 21 ist die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg für ihre Demonstrationen bekannt. Auch im zurückliegenden Jahr hat die Bevölkerung in Stuttgart wieder viel protestiert. Tatsächlich ist die Zahl der Versammlungen aber nicht wesentlich gestiegen.

Trotzdem beschäftigen Demonstrationen nicht nur die Stuttgarter Polizei. Wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) schreiben, klagen vor allem die Einzelhändler in der Innenstadt über die teils großen Versammlungen. Sie fürchten angesichts der regelmäßigen Demos um ihr Geschäft.

Demonstrationen in Stuttgart: Corona-Proteste machen nur einen kleinen Teil der Versammlungen aus

In der Landeshauptstadt kam es im vergangenen Jahr zu 1.577 Demonstrationen. 2020 waren es noch 1.885 gewesen. Aufgrund der medialen Präsenz liegt der Verdacht nahe, dass sich ein Großteil der Versammlungen um das Coronavirus in Baden-Württemberg drehte. Im vergangenen Herbst veranstalteten beispielsweise Querdenker in Stuttgart eine Demo trotz Verbot. Tatsächlich machen mit 161 Veranstaltungen die Corona-Proteste nur gut zehn Prozent der Demonstrationen in der Landeshauptstadt aus.

Natürlich seien das trotz allem im Schnitt drei Corona-Demonstrationen pro Woche, erklärt ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes den StN. Den Einzelhändlern ist das Thema eines Protests aber zunächst weniger wichtig. Ihnen macht es grundsätzlich Probleme, wenn wegen der Demonstrationen Teile der Stadt abgeriegelt werden müssen - wie zuletzt der Schillerplatz mitten an einem Samstag im Advent. „Wegen einiger weniger wird da ganz viel kaputtgemacht“, beklagt sich ein Geschäftsmann.

Einzelhändler beklagen sich über Demonstrationen in Stuttgart und fordern mehr Rücksicht

Unterstützung bekommen die Einzelhändler von Citymanager Sven Hahn. Er betont gegenüber den StN zwar das wichtige Versammlungsrecht. Dennoch würde er sich wünschen, dass zumindest bei der Umsetzung von Demonstrationen mehr an Einzelhändler in Stuttgart gedacht würde.

Eine gut überlegte Belegung der Plätze oder eine entsprechende Routenplanung könnte der Branche bereits helfen. „Das kann sonst für manche Händler schon existenzbedrohend sein“, so Citymanager Sven Hahn weiter.

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