Zweiter Wahlgang am Sonntag

OB-Wahl in Stuttgart könnte einen Sieger haben, mit dem viele nicht rechnen

Fotomontage: Im Hintergrund Frank Nopper, davor eingeblendet Marian Schreier und Hannes Rockenbauch
+
Im zweiten Wahlgang der Stuttgarter OB-Wahl haben Frank Nopper, Marian Schreier und Hannes Rockenbauch die besten Chancen.
  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
    schließen

Am 29. November wird die OB-Wahl in Stuttgart im zweiten Anlauf entschieden. Dabei könnte das Rennen ganz schön knapp werden - und einen überraschenden Ausgang nehmen.

Stuttgart - Eigentlich sollte die Politik in Stuttgart am 8. November ein neues Oberhaupt bekommen. Doch auch wenn bei der OB-Wahl in Stuttgart Frank Nopper führte - eine absolute Mehrheit konnte auch er nicht gewinnen. Bereits kurz nach dem ersten Wahlgang prophezeite ein Politikexperte einen harten Wahlkampf in Stuttgart. Er sollte Recht behalten. Denn das linke Lager liefert beim Versuch, einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen, eine „peinliche Ego-Show“ ab (wie ein Twitter-Nutzer es ausdrückte) und stärkt damit Frank Nopper.

Der Streit um das Stuttgarter Rathaus wurde zusehends absurder - und spielte Frank Nopper in die Karten. Aktuelle Umfragen sehen den CDU-Kandidaten immer noch vorne. Allerdings deuten die Zahlen auch eine mögliche Überraschung bei der Wahl am 29. November an.

Umfragen zur OB-Wahl: CDU-Kandidat Nopper vorne, aber Konkurrenz nicht chancenlos

Am 24. November veröffentlichte die Universität Hohenheim das Ergebnis einer selbst initiierten Umfrage. Obwohl die Verantwortlichen darin betonen, dass es sich um ein Stimmungsbild handle und nicht um eine Prognose, scheint das Ergebnis recht eindeutig zu sein.

Laut der Umfrage würden 40 bis 47 Prozent der Wähler, die sich schon entschieden oder per Briefwahl abgestimmt haben, für den CDU-Kandidaten Frank Nopper stimmen. Damit läge er weit vor den beiden aussichtsreichsten Kontrahenten Marian Schreier und Hannes Rockenbauch.

Dem erst 30-jährigen Marian Schreier würden immerhin 31 bis 38 Prozent der Wähler ihre Stimmen geben. Hannes Rockenbauch landet bei der Umfrage der Universität Hohenheim mit 17 bis 23 Prozent auf dem dritten Platz. Allerdings waren elf Prozent der Befragten noch unentschlossen. Ihre Präferenzen deuten auf ein am Ende doch knappes Wahlergebnis hin.

OB-Wahl in Stuttgart: Weitere Umfrage deutet knappes Rennen zwischen zwei Kandidaten an

Von den Befragten der Universität Hohenheim, die noch unentschlossen sind, würden 77 Prozent Marian Schreier wählen. 49 Prozent tendieren zu Frank Nopper, während 47 Prozent wahrscheinlich Hannes Rockenbauch unterstützen würden. Das zeigt: Das Stimmungsbild ist nicht ganz so eindeutig, wie es zunächst scheint.

Aber: Zu einem noch deutlich knapperen Ergebnis kommt eine Umfrage des Online-Portals „Wahlkreisprognose“. Das Portal befragte 1.048 wahlberechtigte Stuttgarter. Zwar liegt auch hier der CDU-Kandidat Frank Nopper mit 37 Prozent vorne. Allerdings nur hauchdünn, denn Marian Schreier würde 34 Prozent der Stimmen bekommen. Hannes Rockenbauch liegt auch bei dieser Befragung mit 22,5 Prozent auf Rang drei. Allerdings gaben auch 42 Prozent an, ein Gang zur zweiten Wahlrunde sei für sie „unwahrscheinlich“. Ein Sieg von Frank Nopper, mit dem derzeit viele rechnen, scheint also keineswegs sicher. Noch immer könnte auch Marian Schreier das Rennen machen.

Das Portal „Wahlkreisprognose“ sieht für die OB-Wahl in Stuttgart obendrein ein Potenzial für kurzfristige Wechselwähler - also Stimmberechtigte, die eigentlich zu einem Kandidaten neigen, sich kurz vor der Wahl aber noch umentscheiden. Das Portal schreibt dazu: „Das amtlichen Endergebnis wird maßgeblich vom Mobilisierungserfolg der einzelnen Kandidaten abhängen“ - also doch ein harter Wahlkampf bis zum Schluss.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare