Folgen der Corona-Pandemie

Stuttgart: Fahrkarten für Bus und Bahn werden teurer

Ein Mann sitzt mit einer FFP2-Maske in einer U-Bahn.
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Bahnfahren wird in Stuttgart bald teurer.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Bus und Bahn fahren wird in Stuttgart bald teurer als bisher. Der Verkehrsverbund der Landeshauptstadt, VVS, dreht an der Preisschraube - auch wegen Corona.

Stuttgart - Der Verkehr in Stuttgart ist nicht gerade für leere Straßen und Entspannung bekannt. Vielmehr ist die Landeshauptstadt Baden-Württembergs geprägt von innerstädtischen Staus und Feinstaub. Theoretisch wäre der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) da eine sinnvolle Alternative. Allerdings mussten auch Busse und Bahnen in Stuttgart unter der Belastung durch das Coronavirus in Baden-Württemberg leiden.

Zuletzt hatte die Grün-Schwarze Regierung dem öffentlichen Nahverkehr weitere 170 Millionen Euro zugesagt, um coronabedingte Ausfälle zu kompensieren. Wie die Stuttgarter Nachrichten schreiben, kommt der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) aber wohl dennoch nicht um eine Erhöhung der Ticketpreise herum, um die steigenden Kosten zu stemmen und die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen.

Bus und Bahn in Stuttgart: Verkehrsverbund reagiert auf Folgen der Corona-Pandemie mit Preiserhöhung

Dabei hatte der Verkehrsverbund Stuttgart erst im Jahr 2019 die Tarifzonen umfassend reformiert und die Preise deutlich gesenkt. Für einige war das trotzdem erst ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Unlängst manipulierten Stuttgarter Aktivisten Bahnautomaten, woraufhin Fahrgäste kostenlos fuhren - ein Umstand, den sich die Initiative dauerhaft wünscht.

Stattdessen sieht der Verkehrsverbund Stuttgart im Jahr 2022 wieder einen Aufschlag auf Ticketpreise um durchschnittlich 2,5 Prozent vor, so die Stuttgarter Nachrichten. Endgültig ist die Preiserhöhung allerdings noch nicht, die exakten Zahlen sollen im Herbst 2021 bekannt gegeben werden. Am 20. Juli tagt diesbezüglich zudem die Gesellschaftsversammlung des Verkehrsverbundes, um die Preiserhöhungen weiter zu diskutieren. Die Erhöhung soll dann am 1. April 2022 in Kraft treten.

Höhere Preise für Tickets in Stuttgart: Verantwortliche plagen auch höhere Personal- und Energiekosten

Der Grund für die Preiserhöhung bei Bus- und Bahntickets in Stuttgart liegt allerdings nicht allein bei der Belastung durch die Corona-Pandemie. Die Unternehmen des Verkehrsverbunds Stuttgart verweisen auch auf steigende Personal- und Energiekosten sowie den Aufwand für neue Fahrzeuge. Allein die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) will in den nächsten Jahren 160 Millionen Euro für neue Bahnen ausgeben. Zudem fehlen bereits jetzt in Baden-Württemberg 1.000 Fahrer für Busse und Bahnen.

Die Verkehrsunternehmen bemühen sich trotz der angespannten Lage durch die Corona-Pandemie, den Kunden gegenüber Fairness zu zeigen. Sowohl in Stuttgart als auch in Karlsruhe fahren im Sommer Kunden zwei Wochen lang kostenlos. Auch Frank Nopper (CDU) äußerte sich gegenüber den Stuttgarter Nachrichten zu den Preiserhöhungen. Als Oberbürgermeister von Stuttgart sitzt er den Aufsichtsräten von SSB und VVS vor. „Niemand ist erfreut, wenn der Fahrpreis steigt, aber der Finanzierungsbedarf des Nahverkehrs ist in den nächsten Jahren sehr hoch“, erklärte er. Bei einem Verzicht auf die Preiserhöhung müssten die Kommunen 14 Millionen Euro mehr an den Verbund überweisen, so der OB.

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