„Erinnerungsort für schwieriges Jahr“

Stuttgart: Kaputtes Opern-Dach wird als „Mahnmal für fortschreitenden Kimawandel“ im See eingeweiht

Demoliertes Stuttgarter Operndach
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Ein Teil des Kupferdachs des Stuttgarter Opernhauses liegt am Eckensee auf dem Boden.

Zerknüllt in einer tosenden Sturmnacht findet ein Teil des Kupferdachs der Stuttgarter Oper einen neuen Platz. Nur wenige Meter vom Staatstheater entfernt hat es künftig auch so etwas wie einen politischen Auftrag.

Stuttgart (dpa/lsw) - Das bei einem Unwetter demolierte und zerknüllte Kupferdach der Stuttgarter Oper hat einen neuen Platz im Eckensee vor dem Staatstheater bekommen - als «Mahnmal für den fortschreitenden Klimawandel». Bei seiner Idee für das zeitlich befristete Denkmal im Bassin vor dem Opernhaus hat sich der SPD- Landtagsabgeordnete Martin Rivoir vom Aktionskünstler Joseph Beuys inspirieren lassen. Beuys habe den erweiterten Kunstbegriff definiert, nach dem jeder Mensch ein Künstler sei, erklärte Rivoir vor der für Freitag (10.30 Uhr) geplanten Einweihung. «Und eigentlich hat der Sturm diesen Kunstbegriff, dieses Wort von Beuys, noch einmal erweitert. Denn hier ist auch die Natur zur Künstlerin geworden.»

Das Dach stammt aus dem Jahr 1911 und galt bereits vor dem Sturm im vergangenen Juni als marode. Bei einem Unwetter am 28. Juni in Stuttgart war ein Teil davon durch die heftigen Böen abgedeckt worden. Kupferteile waren auf den Vorplatz des Opernhauses gestürzt.

Rivoir und der Stuttgarter Gemeindefraktionsvorsitzende Martin Körner hatten die Debatte über das Dachstück als Denkmal im vergangenen Sommer angestoßen und das Kupferknäuel als «Erinnerungsort für dieses in vielerlei Hinsicht schwierige Jahr» ins Spiel gebracht.

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