Krawalle und ausufernde Partys

Stuttgarts Innenstadt soll wieder sicher werden - „Hier ist nicht Gotham City“

Zwei Polizisten kontrollieren junge Menschen am Schlossplatz in Stuttgart
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Stuttgart stellte nun ein Sicherheitskonzept vor, dass die Lage am Schlossplatz oder am Eckensee besser machen soll (Symbolbild).
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Über die Sicherheit in der Stuttgarter Innenstadt lässt sich streiten. Immer wieder kam es zu Krawallen bei Feiern. Nun wurde ein Sicherheitskonzept vorgestellt.

Stuttgart - In der Innenstadt von Stuttgart kam es in den vergangenen Jahren zunehmend zu Krawallen, Gewalt und ausufernden Feiern. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt fühlten sich dadurch unsicher und bedroht. Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) präsentierte nun ein Konzept, das in Zukunft die Angst vor der Innenstadt nehmen soll.

„Die Stuttgarter Innenstadt ist an den Wochenenden ein Anziehungspunkt für zahlreiche junge Menschen aus der weiten Region. Leider fanden im vergangenen Jahr einige Grenzüberschreitungen und strafbare Delikte statt, was zu Konflikten mit der Polizei und Anwohnerinnen und Anwohnern führte“, erklärte Clemens Meier (Freie Wähler), Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, in einer gemeinsamen Erklärung mit Oberbürgermeister Nopper.

An dem Gesamtkonzept arbeitet die Stadt Stuttgart schon seit längerem. „Nur eine sichere und saubere Stadt ist auch eine attraktive Stadt“, sagte Oberbürgermeister Nopper. Das Konzept sieht vor allem verschiedene Veranstaltungsformate zur Bespielung des öffentlichen Raums sowie eine verbesserte Infrastruktur vor. „Wir setzen auf einen guten Mix von Prävention und Repression.“

Stuttgarter Politiker streiten sich über Sicherheit in der Innenstadt - „Hier ist nicht Gotham City“

Durch das Bündeln von Maßnahmen wolle man die Sicherheitslage weiter verbessern und das „friedliche und fröhliche Feiern aller Besucher“ sicherstellen. Über die Sicherheit gibt es aber weiterhin Diskussionen, auch in der Politik in Stuttgart. Im Interview mit der Stuttgarter Zeitung geraten Luigi Pantisano (Linke) und Thrasivoulos Malliaras (CDU) bei dem Thema aneinander. Pantisano kritisiert, man würde nach außen das Bild erzeugen, Stuttgart sei eine Stadt, in der man nachts Angst haben müsse. „Hier ist nicht Gotham City“, so der Linken-Politiker.

Thrasivoulos Malliaras schilderte vor einiger Zeit in einem Post auf Facebook seine Eindrücke aus der Innenstadt und beschrieb diese als „ein Bild wie im Affenzirkus“ oder als „eine Szene wie aus einem schlechten Bushido-Film“. Auch andere Facebook-Nutzer sehen die Stuttgarter Innenstadt kritisch: „Für uns gibt es keinen Grund mehr nach Stuttgart zu gehen“, schreibt ein User und beschreibt, dass man „schon einen Kotzreiz bekommt, wenn man aus dem Zug steigt.“ Auch ein anderer ist der Meinung, dass sich „Stuttgart zu einem gefährlichen Ghetto entwickelt“ habe.

Stuttgart plant Videoüberwachung und bessere Ausleuchtung

Die Stadt will gemeinsam mit der Polizei Stuttgart für mehr Sicherheit in der Innenstadt sorgen. Unter anderem werden der Schlossplatz, der Kleine Schlossplatz sowie der Eckensee künftig per Video überwacht und zusätzlich besser ausgeleuchtet. Für die zukünftigen Veranstaltungen und Angebote im öffentlichen Raum sollen zudem mobile Toilettenanlagen aufgestellt werden.

Dass ein Konzept für die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg notwendig ist, zeigt die Prognose der Polizei aus dem vergangenen Jahr: Zehn bis 20 Prozent derer, die sich am Schlossplatz treffen, seien gewaltsuchend und würden auf Konflikte aus sein, auch mit der Polizei. Man stehe weiterhin vor großen Herausforderungen, erklärte Clemens Meier.

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